Hallo alle miteinander,

zu allererst finde ich es schön, dass hier offensichtlich die Bereitschaft zur 
offenen Diskussion vorhanden ist. ;)

> [...] dann ist das halt ein Problem, aber kein Grund, sich darüber zu 
> beschweren (kein Vorwurf, die Beschwerde war zumindest nicht deutlich, aber 
> man könnte sie in deine Mail reininterpretieren).

Es sollte auch keine Beschwerde im ursprünglichen Sinne sein, sondern vielmehr 
eine Art, zu zeigen, wieviel Frust sich in einem anstauen kann, wenn es nicht 
gelingt, trotz Wille und Zeit Ergebnisse produzieren und am Ende jegliche Mühe 
als gescheitert ansehen muss. Dabei bin ich ein sehr genügsamer Mensch. :)

Nun sehe ich aber vollkommen ein, wenn Peter einwirft, dass die Vereinbarkeit 
von OSM-Rohdaten und den spezifischen Nutzungswünschen nicht ohne weiteres 
zusammenzubringen ist. Da ich selbst ab und an kartiere, habe ich das 
unendliche Diskussionspotenzial um die Auslegung von Tags auch schon miterlebt. 
Daher wird es so oder so keine Perfektion geben - so wie eben das ganze 
OSM-Gebilde niemals perfekt sein kann und wird. Was man aber tun kann, ist 
einen größtmöglichen Spielraum zu schaffen, der - ständig weiterentwickelt - 
einen immer größer werdenden Nutzerpool (mit entsprechenden Bedürfnissen) 
erreicht. 

Aber zurück zur konkreten Ebene:

Ich finde den Ansatz von ant sehr richtig, der da sagt:

> Mir schwebt in etwa Folgendes vor: Ein Web-Interface oder
> Programm mit GUI, in dem ich ein Rechteck oder Polygon über eine Karte
> ziehe und sage, welche Daten (Tags) ich möchte. Das Programm holt für
> mich die Daten und filtert sie, wandelt sie ggf. um, und dann kann ich
> damit tun, was ich möchte (z.B. in QGIS laden oder in eine DB importieren).


Nichts anderes haben doch auch schon informationfreeway.org (wenn es denn mal 
gänge) und das Stuttgarter Pendant versucht und in Teilen erreicht. Sowohl beim 
einen als auch beim anderen definiere ich eine BBox und die Information, die 
ich haben will (mit der Voraussetzung, dass man sich mit den Tags etwas 
auskennt). Danach lasse ich mir das als gpx-, kml-, shp oder sonstige Datei 
ausgeben (je nachdem, wie die technische Umsetzbarkeit ist).

Somit sind meiner Ansicht nach die Techniken doch schon vorhanden. Was 
lediglich fehlt, ist einfache Handhabung. Und hier kranken die meisten Ansätze 
meiner Meinung nach. Dabei geht es, wie ant auch schon angerissen hat, auch 
einfacher:

> wenn ich in Potlatch ein Restaurant eintragen will, klicke ich auf das
> Symbol mit Messer und Gabel und fertig. Das kommt der sprachlich
> formulierten Aufgabe schon sehr nahe. Wer dennoch spezielle Tags
> eintragen möchte, klickt auf "Advanced" und tippt Schlüssel und Wert
> ein. Dieses Konzept lässt sich auf beliebige Anwendungen übertragen.

Übersetzt in die Export-Perspektive bedeutet dies, man müsste ein kleines und 
erweiterbares Sammelsurium an Vorlagen (oder besser: Tag-Pakete) bereitstellen. 
Diese könnten dann z.B. lauten: 
"Ich möchte alle Gewässer!" - darin enthalten sind dann sowohl Flüsse, Bäche, 
Seen, Polter, etc.
"Ich möchte alle Flüsse!" - und er bekommt nur die Flüsse, nicht aber die Bäche 
und Seen, etc.

Letztlich ist also doch nur eine Kombinatorik von Tag-Elementen erforderlich 
(außer vllt. bei Relations, oder?).
Und alles, was die Vorlagen nicht erfassen (oder falsch erfassen), kann man mit 
einem "Advanced"-Button direkt selektieren oder eben de-selektieren.

Also? Peter dazu:

> Alles in Allem schreit das für mich nach 'ner Aufgabe für osmembrane: Die 
> Karte zur bbox-Auswahl sollte nicht so kompliziert sein, ein Polygon zu 
> zeichnen auch nicht, bleibt die Vereinfachung der Tag-Auswahl.


Dito. OSMembrane macht bereits vieles richtig, scheitert aber aus meiner 
Nicht-Informatiker-Sicht (noch) völlig an der Usability.
Der Mehrwert dieser Applikation ist somit gegenüber der manuellen Texteingabe 
eher gering. Aber das Potenzial ist riesig, da die Basis ja schon steht.

Soweit mein Senf. ;)

Grüße,
Rhinhold
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