Hallo,

On 12/13/11 08:55, Markus wrote:
Wir tun gut daran, eventuelle negative Entwicklungen im Keim zu
entdecken und rechtzeitig umzusteuern.

Wenn es also OSMer gbt, die für OSM "brennen", und das "plötzlich"
(meist schleichend oder mit bestimmten Ereignissen verbunden)
nicht mehr tun, dann sind das ernstzunehmende Zeichen.

Der Unmut, "sinnlos zu mappen" oder gar "für die Tonne" ist ein solches.

Jein, da muss man vorsichtig sein.

Als zum Beispiel die flaechendecken Yahoo-Luftbilder kamen und das noch was ganz neues war, gab es in einigen Teilen der Community da durchaus Widerstand und Unmut. Die Luftbild-Abmaler wurden als "unsportlich" gesehen, weil sie mit "unfairem Vorteil" zum Teil erstaunlich produktiv sein konnten - jemand, der in wochenlanger Kleinarbeit jeden Weg im Ort mit GPS gemappt hatte, musste ploetzlich sehen, wie andere ihren Ort ratz-fatz von einem Luftbild abzeichnen konnten.

Unmut bei den einen - Freude bei den anderen. Damals haette man auch sagen koennen: "Nee, Luftbilder wollen wir nicht, das zerstoert unsere Outdoor-Kultur."

Man muss also schon immer genau schauen, um was fuer einen Unmut es geht, und welche Kultur dieser Unmut viellicht bedroht; nicht jeder Unmut muss bekaemft und nicht jede - vermutete - Kultur erhalten werden.

Da reicht es nicht, darauf zu hoffen, dass schon genügend andere
nachrücken werden. Denn auch wenn sie das tun: die Kultur wäre zerstört.

Fuer mich ist bei importierten Hausumrissen eine Grenze ueberschritten - ich sehe da unsere "Selbermach-Kultur" in Gefahr. Ich glaube, dass viele unserer Erfolge darauf basieren, das wir selber machen und nicht warten, dass/bis uns gegeben wird. Ich wuerde mir auch wuenschen, dass wir, wenn wir Haeuser wollen, diese selbst von aktuellen Luftbildern abdigitalisieren - nicht zuletzt, weil ich den Wert von OSM auch darin sehe, eine "zweite Meinung" zu sein inmitten des Wusts von Geodaten, die alle aus der gleichen Quelle abgeschrieben sind.

Haueser zu importieren bringt auf jeden Fall kurzfristig einen Vorteil; die Karte sieht huebscher aus, und auch Martins Argument, dass man mit Bezug auf die Haeuser dann Zusatzinfos erfassen kann, ist korrekt. Mittel- und langfristig stuetzt man damit (mit dem Importieren - nicht notwendigerweise mit anderen Arten der Erfassung) aber den Gedanken, dass OSM mehr eine "Sammelstelle" fuer Geodaten Dritter ist als ein Projekt, in dem diese Geodaten selbst erhoben werden. Das finde ich nicht gut; ich denke, dass das Selber-Erheben ein wichtiger Teil unserer "Kultur" ist.

Bye
Frederik


_______________________________________________
Talk-de mailing list
[email protected]
http://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de

Antwort per Email an