Am 13.12.2011 09:43, schrieb Frederik Ramm:
Unmut bei den einen - Freude bei den anderen. Damals haette man auch
sagen koennen: "Nee, Luftbilder wollen wir nicht, das zerstoert unsere
Outdoor-Kultur."

Man muss also schon immer genau schauen, um was fuer einen Unmut es
geht, und welche Kultur dieser Unmut viellicht bedroht; nicht jeder
Unmut muss bekaemft und nicht jede - vermutete - Kultur erhalten werden.

Da reicht es nicht, darauf zu hoffen, dass schon genügend andere
nachrücken werden. Denn auch wenn sie das tun: die Kultur wäre zerstört.

Ich meine das die Qualität von OSM eben nur durch "outdoor-Kultur" aufrecht erhalten werden kann. Entsprechend hat jeder User seinen Aktionsradius den er hegt und pflegt und das funzt wenn ich mir meine "Nachbarn" so ansehe recht passabel. Auch wenn die Produktivität so zwangsweise ein wenig mit der Zeit nachlässt da die Wege die man zurückzulegen hat weiter werden. Man kann eben vieles nicht auf dem Sat.-Bildern erkennen. Den Nutzen der Sat.-Bilder sehe ich in erster Linie darin das man bequem und auch gut die Flächennutzung mappen kann (Wald, Acker, Wiese, etc.). Für Wege ist es mir eher eine zusätzliche Referenz um den GPS Log abzugleichen (Genauigkeit, Kurvenverlauf etc.) Beim neu mappen von Wegen über Sat.-Bilder entsteht immer der fade Beigeschmack das es nicht "optimal" ist (tracktype usw.) und ich früher oder später sowieso (immer mal wieder) vor Ort vorbei muss um mir anzuschauen was Sache ist. Wege in Wäldern per Satbilder mappen zu wollen kann man sowieso nahezu vergessen.

Jeder Import braucht einen Mapper mit Ortskenntnis.

Fuer mich ist bei importierten Hausumrissen eine Grenze ueberschritten -
ich sehe da unsere "Selbermach-Kultur" in Gefahr. Ich glaube, dass viele
unserer Erfolge darauf basieren, das wir selber machen und nicht warten,
dass/bis uns gegeben wird. Ich wuerde mir auch wuenschen, dass wir, wenn
wir Haeuser wollen, diese selbst von aktuellen Luftbildern
abdigitalisieren - nicht zuletzt, weil ich den Wert von OSM auch darin
sehe, eine "zweite Meinung" zu sein inmitten des Wusts von Geodaten, die
alle aus der gleichen Quelle abgeschrieben sind.

Bei dem Punkt Häuser bin ich der Meinung das es mit der bisher überwiegend vorliegenden Luftbildauflösung keinen Sinn macht da was "abzumalen". Es gibt immer anderes zu tun was man machen kann bevor ich mich aus absoluter Langeweile damit beschäftige und dann wenn eine höhere Auflösung oder gar die millimetergenauen Daten (eingemessene Gebäude) vom Katasteramt vorliegen ich feststellen muss es war sowieso im weitesten Sinn für die "Katz". Genausowenig habe ich Wälder gemappt bevor die Bilder von Bing verfügbar waren. Die yahoo Bilder vorher waren so grob da hat man mal 100m daneben gelegen. Waldgrenzen mit dem GPS Logger abzulaufen habe ich mal testweise gemacht und für nicht effizient (ziemlich ätzend) und auch nicht im Ergebnis gut befunden verglichen mit Satbildern. Dahabei ch mich erstmal mit anderem beschäftigt. Mit dem GPS Logger bei +5m Genauigkeit Gebäude in die OSM bringen zu wollen halte ich ebenso für eine "Verzweiflungstat aus Langeweile". ;)

Die "zweite Meinung" von OSM sehe ich in der Ortskenntnis/Qualitätssicherung eine Mappers vor Ort. Egal worin die Ursprungsquelle der Daten mal bestanden hat. Wenn es Hilfsmittel wie Sat.-Bilder oder Importe gibt die den reinen Erfassungsvorgang dem Mapper erleichtern und er sich mehr auf die Qualitätssicherung im weitesten Sinn beschränken kann ist das nur sinnvoll.

Gruß



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