Michael Bischof schrieb:
> Eine einfache Übertragung von der traditionellen Kombination Kamera/Film geht 
> wohl nicht: das Licht ,,schreibt" in den Film Beim Entwickeln wird daraus 
> eine logarithmische Dichtekurve. Die kann man interpretieren lernen; dann 
> kann man besser fotografieren.
>   

Man kann die Technik besser beherrschen. Bessere Fotos bedeutet das noch
lange nicht ;-)

> Bei der digitalen Kamera haben wir den Sensor. Er wandelt Licht in Spannung - 
> richtig? Aber was genau passiert dann damit? Offenbar ist die Übertragung ins 
> spätere ,,Bild" linear, nicht logarithmisch. Komischerweise aber gibt es 
> offenbar Grenzen: bei linearer Kennlinie müßte z.B. bei Überbelichtung die 
> Ausgabedatei einfach viel größer werden. So ist es aber nicht - es gibt 
> einen ,,Endpunkt": die zu hellen Bereiche des Bildes erscheinen 
> undifferenziert nur Maximalweiß.
>   

Genau das ist der Fall. Die Abbildung von Lichtenergie in
Helligkeitswerte erfolgt linear und diskret. Bei 8-bit Farbtiefe wäre
das für jede Farbe ein Wert zwischen 0 (dunkel) und 255 (hell).
Überbelichtung bedeutet nun nichts anderes, als dass für dieses Pixel
alle aufgezeichneten Farbwerte 255 sind. Alles was theoretisch über 255
liegen würde wird auf 255 abgebildet und damit nicht mehr differenziert
dargestellt.

> Und es ist offenbar nicht so dass der Output des Sensors direkt in einer 
> Datei 
> gespeichert wird, etwa der raw-Datei. 
>   

Doch. Im Fall von RAW-Dateien ist der Inhalt der Datei exakt das, was
der Sensor erfasst hat. Natürlich nach der A/D-Wandlung. Für JPEGs
funktioniert das natürlich nicht...

> Ist da noch eine Minicomputer dazwischen, der den Output des Sensors 
> vorverarbeitet, um ihn dann erst in der raw-Datei zu speichern? Dann wäre 
> wichtig zu wissen mit welchen Parametern dieser Computer arbeitet, was er da 
> eigentlich macht. Gibt es, falls es so ist, Unterschiede zwischen den 
> Kameraherstellern hierbei? 
>   

Es gibt den A/D-Wandler. Der dient dazu, die analogen Signale (analog
hat hier nicht allzuviel mit analoger Fotografie zu tun) in digitale
umzuwandeln. Der arbeitet natürlich mit den spezifischen Daten für den
Sensor, der in der Kamera verbaut ist. An diese Informationen wird man
aber meistens nicht rankommen und bringen würden sie einem dann auch
nicht viel ;-)

> Da werden doch noch zusätzlich das Datum, die Details der Belichtung usw.usf. 
> mitgespeichert?
>   

Das sind größtenteils EXIF-Daten sowie einige herstellerspezifische Daten.


Max
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