Michael Bischof schrieb:
> Meine Frage rührte daher, dass ich im Netz bei Beschreibungen/Texten zu 
> diesen 
> Kameras immer wieder den Begriff ,,Bildprozessor" fand, auch z.B. zur 
> werbenden Hervorhebung der Lumix Fz-50 gegenüber der Fz-30: diese habe einen 
> verbesserten Prozessor, weniger Rauschen usw. 
>   

Da geht es in erster Linie darum, den Murks den der Sensor fabriziert
(weil er nunmal deutlich weniger als hundert Euro kostet) in ein
einigermaßen ansprechendes Ergebnis umzurechnen. Diesen Werbemüll darfst
Du getrost da lassen, wo er ist... Im Prospekt ;-)

> Ok, wenn das so ist dass bei 8-bit eben bei 256 Schluss ist, das weißeste 
> Weiß 
> dann hieße das dass eine digitale Kamera 1:256 Kontrastumfang wiedergeben 
> kann: also 8 Blendenstufen, richtig? Das ist nicht sooo viel. 
>   

Tja, so einfach ist es nicht. Den Farbkontrast kann man schlecht in
Blendenwerten ausdrücken. Richtig ist allerdings, dass nur 256
(eigentlich 254) verschiedene Farbtöne für jeden Kanal ziemlich wenig
ist. Das liegt aber zum größten Teil daran, dass Otto-Normal-Knipser
eben nicht mehr braucht. Das ist mit einer der Gründe, warum viele große
Fotokünstler die Finger von Digitalkameras lassen.

> Übertragen auf den Film: könnte man den A/D-Wandler zu einer logarithmischen 
> Kennlinie bringen müßten technische größere Kontraste zu bewältigen sein. 
> Gibt es Kameras die so etwas können. Auf dem Papier erscheint das ja nicht so 
> schwierig - jeder Taschenrechner kann Logarithmen ausrechnen. 
>   

Das Problem liegt nicht beim A/D-Wandler, der könnte wahrscheinlich
alles mögliche in Digital umwandeln. Aber die Sensoren (dabei ist auch
egal, ob CCD, CMOS oder Foveon) können nur lineare Energieverteilungen
erfassen. Es gibt ein paar Ansätze, photoelektrische Sensoren zu
entwickeln, die äquivalent zu chemischem Filmmaterial arbeiten, die sind
aber bisher wegen der teuren Herstellung nur für Spezialkameras zu
haben. (Es gibt ein digitales Schwarz-Weiß-Backend für Mittel- und
Großformatkameras von PhaseOne, dass ein solches Verfahren einsetzt;
Bisher verkaufte Stückzahl: ~ 300 weltweit ;-( )

> Oder gibt es Kameras/Verfahren, bei denen man eben mehr als nur 8 Bit nehmen 
> kann? Speicherplatz ist ja da auf der Karte.
>   

Klar. Teurere... :-D

Die D80 von Nikon arbeitet mit 12 Bit pro Farbkanal, die D3 mit 16 Bit.
Mein Hasselblad-Rückteil bietet sogar 24 Bit pro Kanal mit einem
separaten Kanal für Helligkeitsabstufungen (das ist übrigens auch in der
aktuellen Fuji S3 realisiert, mit 12 Bit pro Kanal, dem Nikon-Wandler
und leider eher zweifelhaftem Erfolg ;-) )

An die Grenzen stößt man dann aber nahezu automatisch, wenn man diese
höhere Farbtiefe auch nutzen möchte. Von den üblichen Verdächtigen
können nur TIFF (mit im Prinzip unbegrenzter Farbtiefe, aber mangelnder
Anwendungsunterstützung) und PNG mit mehr als 8 Bit pro Farbkanal
umgehen... Und ein Labor finden, dass TIFFs mit 24 Bit Farbtiefe
entwickelt, ist auch alles andere als einfach :-(

> ,,Man kann die Technik besser beherrschen. Bessere Fotos bedeutet das noch
> lange nicht" - Max, natürlich nicht! Aber ich muß in meinem Kopf vor dem 
> Druck 
> auf den Auslöser ,,sehen" können wie das Bild hinterher aussieht. Darauf 
> wollte ich hinaus.
>   

Das ist ein wirklich löbliches Ziel... Und Du solltest nicht müde
werden, das den ambitionierten Handy-Fotografen von heute aufs Auge zu
drücken ;-)


Max
--
----------------------------------------------------------------------------
PUG - Penguin User Group Wiesbaden - http://www.pug.org

Antwort per Email an