Hallo Andreas,

On Tue, Jun 21, 2005 at 11:28:23PM +0200, Andreas Borutta wrote:
> Christian Lohmaier schrieb:
> [...] 
> Die großte Frage für mich lautet: "Wie kann OOo-Writer einer breiten
> Masse von Nutzern /elegantes/ (ich vermeide bewußt die Bezeichnung
> "professionell") Arbeiten mit einer Textverarbeitung schmackhaft
> machen?
> 
> Mit elegant meine ich vor allem das Arbeiten mit Formatvorlagen,
> genauer: das logische Auszeichnen von Text, das Strukturieren.
> 
> IMO ist der Stylist zwar schon sehr gut, aber eben noch lange nicht
> gut genug.

Wäre es dann nicht sinnvoller den Stylisten zu verbessern anstatt eine
neue Baustelle zu eröffnen?

> [...] 
> Ich bedauere manchmal, dass es nicht gleich bei der Installation eine
> Option gibt, sich für die eine oder andere Default-Konfiguration zu
> entscheiden:
> 1 Spiel-GUI mit allen Gimmicks zum Hart-Formatieren
> 2 Arbeits-GUI völlig frei von Befehlen zum Hart-Formatieren
> 
> Selbstverständlich jederzeit wechselbar.
> 
> Aber ich weiß auch, dass ich mit solchen Ideen praktisch allein
> dastehe.

Einen entsprechenden Issue gibt es schon - aber eine realisierung ist
unrealistisch. Was evtl. gehen würde wäre eine vordefinierte
Symbolleiste ohne die Formatierungselemente und die Wegnahme der
shortcuts für die Formatierungen..

> [...] 
> > Zwar getrennt nach
> > Absatz- und Zeichenvorlagen, aber das ist m.M. verschmerzbar, da die
> > Absatzvorlagen auch über das Dropdownfeld des Toolbars erreichbar sind.
> 
> Wir können nur festhalten, dass wir die Bedeutung der gleichzeitigen
> Sichtbarkeit unterschiedlich bewerten.

Genau. Absatzvorlagen gibt es in einem Dokument nur wenige. Da kann man
ruhig das Stylistenfenster auf Zeichenvorlagen stellen und die
Absatzvorlagen über das Dropdownfeld oder eben per Tastaturbefehl
zuweisen.

> Von dem Doppelgemoppel - Dropdownfeld plus Stylist - halte und hielt
> ich noch nie etwas. Das führt nur zu der eben erwähnten
> "Überladenheit".

Aber das was Du willst ist doch Doppelgemoppel³ 
 
> [...]
> Ob es wirklich zu keinerlei unerwünschten Nebenwirkungen führt, wenn
> man nicht die "Standard-Vorlagen" verwendet, habe ich noch nicht
> überprüft.

Welche sollten das denn sein? Einziges Problem könnte sein daß man beim
Erstellen der Vorlagen nicht die Hierarchie beachtet - das liegt aber
dann nicht am Prinzip, sondern am Nutzer...

> >> [...]
> >> Die Liste ist eine zusätzlich Option genau wie jede selbst
> >> zusammengestellte Symbolleiste oder Tastenkürzel es sind.
> > 
> > Eben. Und jetzt frag doch einfach mal in die Runde wer überhaupt eine
> > angepaßte Symbolleiste benutzt.
> 
> Glaubst Du die von Dir vermutete geringe Nutzung könnte auch an der
> umständlichen Konfiguration (kein Drag&Drop) liegen?

In der 1.1.4 war es drag und drop und auch da hat es so gut wie keiner
geschnallt.

Aber: Nein, ich denke nicht daß es daran liegt wie die Leisten
konfiguriert werden.
Von mir aus kannst Du die Fragestellung auch auf andere Programme (auch
MS-Office) erweitern. Der "Otto-Normal" Nutzer ändert die
Symbolleistenkonfiguration nicht.

> [...] 
> >> Was ist schlecht an Text.
> > 
> > Nicht Text an sich ist schlecht, sondern die Tatsache daß er deutlich
> > mehr Platz in Anspruch nimmt als ein Icon.
> 
> Da es keine Default-Toolbars mit Text-Schaltflächen gibt, liegen
> vermutlich kaum Erkenntnisse für konkrete Anwendungen vor, welche
> Variante Anwender wirklich bevorzugen (und welche sie nachweislich
> besser verstehen).

Das ist schon fast eine Glaubensfrage. Meine Meinung: Für eine Software
mit der gearbeitet werden soll ist wurst was sie besser verstehen.
Wichtiger ist was sie schneller auseinanderhalten können.
Und da sage ich: Es ist einfacher ein Icon herauszupicken als eine
Textschaltfläche.

Das mit dem besser verstehen ist nur wichtig wenn es Anwendungen sind
bei der der Nutzer nur einmal/unregelmäßig davorsteht. (Maut-Terminals,
öffentliche Internet-Terminals,...)

> Ob diese Frage schon in Usability-Untersuchungen mit OOo untersucht
> wurde kann ich nicht sagen.

Bzgl. der Symbolleistenfrage Text <-> Symbol?

Was sollte das bringen? Auch wenn Text tatsächlich vorteilhafter sein
sollte (was ich wiegesagt stark anzweifle) dann wären die Symbolleisten
immer noch viel zu klein um alle Elemente als Text darzustellen.

> Gibt es eigentlich systematische Usability-Tests für OOo? Wenn ja, wo
> werden die Ergebnisse dokumentiert?
> Aber vermutlich ist so etwas zu kostspielig

Usability Tests werden von einem durch Sun beauftragten Unternehmen
durchgeführt. Die Ergebnisse an sich werden nicht wirklich dokumentiert,
sie fließen aber in die Spezifikationen mit ein.

Aber was da an Resultaten rauskommt ist IMHO oft einfach nur Mist.
Das ist vermutlich das Problem zwischen den Nutzern die das Programm zum
ersten Mal nutzen (im schlimmsten Fall Umsteiger) und denen die schon
länger damit arbeiten, sich mit dem Bedienkonzept auseinandergesetzt
haben.
Effizienz kann man nicht dadurch erreichen indem man ein UI schafft das
von Grundschülern bedient werden kann.<punkt>

Nimm einfach nur ein x-beliebiges shell-utility. Nicht unbedingt leicht
zu bedienen (beim ersten mal), aber wahnsinnig effizient.

> Fakt ist: Displays sind größer geworden. Und: Sprache ist ein
> hervoragendes bewährtes Mittel um einen Inhalt zu transportieren.
> 
> Schön, wenn gute(tm) Icons existieren, aber gute Iconografie ist ein
> extrem anspruchsvolles grafisches Gebiet.

Wiegesagt halte ich das nicht für wichtig. Mit der Zeit schaut man
sowieso nicht auf das Icon selbst, sondern weiß /wo/ das Teil ist auf
das man klicken muß. Geht mir jetzt so mit dem Stylisten. Der war immer
rechts oben, jetzt ist er links. Trotzdem fahre ich immer noch nach
rechts oben.

Und wenn Du jetzt ein Usability-Testszenario entwickelst, dann solltest
Du unbeding einen "shuffle-modus" einbauen. Laß die Testpersonen eine
Zeitlang mit einer bestimmten Konfiguration arbeiten. Dann Mische die
Schaltflächen, ordne sie anders an. Ich bezweifle daß in diesem Fall die
Textschaltflächen besser abschneiden als Icons.

Man weiß bereits was die Schaltfläche tut, das muß man nicht jedesmal
wieder erklärt bekommen.

> >> Platz für eine horizontale angedockte Symbolleiste ist auf den
> >> 1024-1280er Displays satt.
>        ^
>        bis

übersehen.

> > Ich habe z.B. keinen so großen Bildschirm. 
> 
> Du nutzt 600x800?

Nee, jetzt nicht mehr (außerdem wäre es 800x600) - ist aber noch
garnicht so lange her.

> [...]
> Ich muss nicht erwähnen, dass man bei meiner Vision die Schaltflächen
> selbstverständlich mit einer frei wählbaren Hintergrundfarbe versehen
> kann um eine Gruppenzugehörigkeit leicht zu visualisieren.
> Auf Wunsch wird die Gruppenzugehörigkeit automatisch ermittelt.

Doch - denn das ist wieder eine Funktionalität die noch nicht
existiert...

> > (Titelleiste, Menüleiste, Standard-Toolbar, Fomat-Toolbar,
> > Lineal, Statusleiste sind schon Standard, die Zeichenobjektleiste ist
> > wenn man sie einblendet auch Horizontal angeordnet)
> 
> Sobald das freie Gestalten (und Verwalten!) von Toolbars weit
> einfacher ginge als zur Zeit, werden interessierte Anwender nach und
> nach die Standard Toolbars ausblenden und sich ihren Werkzeug-Cocktail
> selber mixen.
> Glaube ich.

Und das zweifle ich eben an. Damit die Nutzer das machen würden müßte
man schon mit einer leeren Toolbarleiste mit der Aufschrift "Konfigurier
mich!" starten.

(Wobei Du ja gleich einschränkst "interessierte Anwender" - und die sind
eben in der Anzahl klein)

> [...] 
> Mir geht es bei meiner Nachfrage auch zunächst darum, ob ihr
> Funktionen als wünschenswert und nützlich anseht.
> Ob ihre Realisierung wahrscheinlich ist, steht auf dem nächsten Blatt.

Ich sehe das anders. Du kannst dann auch gleich fragen ob es
wünschenswert wäre daß OOo den Kaffe kocht. Klar wäre es das. Trotzdem
nicht realisierbar. Eierlegende Wollmilchsau-Syndrom.

> [...]

ciao
Christian
-- 
NP: Limp Bizkit - Behind Blue Eyes

---------------------------------------------------------------------
To unsubscribe, e-mail: [EMAIL PROTECTED]
For additional commands, e-mail: [EMAIL PROTECTED]

Antwort per Email an