Moin,

ich gebe Dir teils recht, Marc-Andre, auf Dauer skaliert dies nicht wirklich. Aber aus imho anderen Gründen, s. u.

Aktuell ist das Problem wohl keins: Das Rheinländer Modell mit Routing und gre-Tunneln ist einfach einzusetzen, bringt aber das Problem des gehäuften Traffics mit sich. Pro Gateway fallen bei uns im Peak rd. 10 MBit/sec Traffic derzeit an. Rechne ich mal grob diese 20 MBit/sec durch 1000 MBit/sec einer GBit-Anbindung, sind 50 Communities wie Gütersloh über 1x GBit versorgbar. (Andere als unsere Verbrauchswerte habe ich leider nicht.) Andererseits, wenn 50 Communities ihre 10-20 EUR/Monat statt an einen ausländischen VPN-Anbieter an Freifunk Rheinland spenden, kommen auch Summen zusammen, die ggf. mehr als 1 GBit/sec dort ermöglichen.

Beim Förderverein besteht AFAIK derzeit nur die Möglichkeit, IPv6 (per IC-VPN-Tunnel) geroutet zu bekommen, für IPv4 werden eigene/lokale Ausgänge benötigt, wobei der Förderverein diese Netzbereiche 'administrativ' übernimmt. Dies reduziert die Abhängigkeit von einem Standort und einer technischen Infrastruktur, skaliert lokal und damit in die Breite und ist somit eigentlich aus meiner Sicht die zu bevorzugende Lösung -- leider auch die technisch-organisatorisch kompliziertere.

Beide Wege bedingen lokale Ansprechpartner (echte, keine juristischen Personen), die auch in der RIPE-DB eingetragen werden -- anonym geht's auch dort nicht.

Bei beiden Lösungen stellt sich mir aber die Frage nach § 3 (2) 5. Alternative TKÜV [1], nämlich den 10.000 "Teilnehmern oder sonstigen Nutzungsberechtigten". IANAL, aber ich denke doch, daß ein Freifunk-Netz "dem unmittelbaren teilnehmerbezogenen Zugang zum Internet" dient (nicht primär von der Idee eines Bürgernetzes vielleicht, grade am Anfang aber praktisch eher schon)? An der Stelle lauern mir die aktuellen Gefahren, die technischen Hürden sind imho zu meistern ...

MfG,
-kai

On 13/10/14 17:09, Marc-Andre Alpers wrote:
Moin!

Soviel Kapazität haben doch die als Provider registrierten Freifunker Vereine gar nicht um alle Communities gut anbinden zu können. Und nicht jede hat das Glück lokale Exits nutzen zu können geschweige denn die Expertise so was aufzusetzen. Nicht jede Community hat Nerds die das mal eben so einfach können. Einige sind einfach nur entstanden um WLAN in Ihre Stadt zu bekommen, weil die Lokal Politik daran scheitert.

Monic selbst hat mal geschrieben das sie den Weg, das jede Community ein Verein werden muss nicht für richtig hält, wenn ich mich recht erinnere. Finde gerade die Quelle nicht.

Andererseits ist ein VPN Anbieter auch ein Provider in meinen Augen. Ich bin gerne bereit einen Deutschen VPN Provider zu benutzen. Aber ich muss bei allen persönliche Daten hinterlassen. Anonyme Anbieter habe ich noch nicht gefunden.

In sofern sehe ich keine wirkliche Alternative. Ansonsten bitte ein OVPN File senden, welches mich mit dem Freifunk VPN verbindet.


Am 13. Oktober 2014 16:48:55 MESZ, schrieb Juergen Neumann <[email protected]>:

    Hallo Marc-Andre,

        Ich glaube es geht darum ob eine lokale Gruppe die sich
        Freifunk nennt automatisch auch davon befreit ist. Oder wie
        wird eine Lokale Gruppe Mitglied beim Freie Netze e.V. oder
Freifunk Rheinland.

    Nein. Darum geht es nicht. Es geht darum, ob die IP-Adresse, die am
    Tunnel-Ende das Gateway ins Internet darstellt, einem Provider gehört
    oder nicht.

    Wenn also der VPN-Tunnel bei Freifunk Rheinland e.V. oder beim
    Förderverein Freie Netzwerke e.V. terminiert, die beide als ISP
    registriert sind, dann gibt es keine Störerhaftung, weil diese als ISP
    unter das Providerprivileg fallen. So ist das.

    Eine lokale Freifunk Gruppe kann alternativ dazu die VPN Gateways dieser
    Verein zu nutzen, einen eigenen Verein gründen oder einen andere!
      n
    vorhanden Verein nutzen, der sich ebenfalls bei der BNetzA als Provider
    registriert und über die RIPE einen eigenen AS bezieht über den das VPN
    läuft. Entscheidend ist am Ende die Frage, ob der Traffic aus dem
    offenen WLAN über die IP Adresse eines Providers ins Netz purzelt oder
    nicht.

    LG

    JuergeN

    Am Montag, den 13.10.2014, 15:04 +0200 schrieb Marc-Andre Alpers:

        Moin! Ich glaube es geht darum ob eine lokale Gruppe die sich
        Freifunk nennt automatisch auch davon befreit ist. Oder wie
        wird eine Lokale Gruppe Mitglied beim Freie Netze e.V. oder
        Freifunk Rheinland. Gruß Marc-Andre Alpers

            Am 13.10.2014 um 12:55 schrieb Juergen Neumann
            <[email protected]>: Hallo Kai, Reto hat dazu bereits ein
            Buch geschrieben, in dem alles zum Thema ausführlich
            abgehandelt wird: http://www.esv.info/978-3-503-15660-3
            Die Rechtslage ist eindeutig: Der Verein ist als Provider
            angemeldet und fällt wegen des Providerprivilegs (wie auch
            jeder andere ISP) nicht unter die Störerhaftung. LG
            JuergeN Am Sonntag, den 12.10.2014, 18:32 +0200 schrieb
            Kai 'wusel' Siering:

                Moin, wir haben in Gütersloh ja zum Monatwechsel auch
                auf lokalen Exit umgestellt [1], die Vergangenheit
                holt uns aber ein; die Geschichte ist etwas komplexer,
                Quitessenz: Ein williger Sponsor stößt sich an der
                bisherigen Praxis (mullvad-VPN als Exit) als! etwas
                illegalem. Es hat sich zum Glück überschnitten, sodaß
                die Argumentation hoffentlich nicht zu schwierig wird.
                Im Zuge dessen suchten wir nun aber nach einem
                Statement, daß der aktuelle Ansatz (Förderverein freie
                Netzwerke e. V. fungiert als Provider) nicht nur
                »gefühlt« der Richtige Weg[tm] sein sollte, sondern
                auch wenigstens eine Juristenmeinung existiert, die
                dies so sieht. Auf [2] und [3] wurden wir nicht
                fündig, aber vielleicht suchen wir ja auch an der
                falschen Stelle ;) Daher die Frage einerseits an den
                Förderverein, anderseits auch an Freifunk Rheinland e.
                V. wg. [4]: gibt es ein (öffentlich zugängliches)
                Papier (lies: PDF, Artikel, Blogeintrag, ...), in
                welchem ein Volljurist äußert, daß die Nutzung Eurer
                Dienste (auch wenn sie technisch etwas anders
                realisiert werden) durch eine lokale
                Freifunk-Initiative die Privilegierung als Provider
                (insbe! sondere bzgl. Störerhaftung) wirksam triggert?
                Ähnliche Frage an alle, insbesondere aber gen Hamburg
                und Bremen: kenn Ihr ein entsprechendes öffentliches
                Dokument, was die Konstellation »Freifunk
                Kleinkleckersdorf nutzt Förderverein/Freifunk
                Rheinland e. V. als Internet-Zugangs-Provider«
                beleuchtet und für rechtlich haltbar ansieht? MfG,
                -kai [1] http://blog.guetersloh.freifunk.net/?p=2392
                [2] http://wiki.freifunk.net/FAQ_Rechtliches [3]
                http://freifunkstattangst.de/tag/storerhaftung/ [4]
                
http://www.blickpunkt-arnsberg-sundern.de/freies-wlan-wie-schafft-arnsberg-was-394-kommunen-noch-nicht-haben
                -- insbesondere der letzte Absatz: »Freifunk jetzt
                auch von der Störerhaftung befreit Und auch das große
                juristische Problem der Freifunk-Netze ist inzwischen
                gelöst. Die Störerhaftung, also die Haftung des
                Netzbetreibers für das, was seine Nutzer eventuell im
                Internet anrichten, eine so nur in Deutschland
                geltende Regelung, die nach Ansicht der Freifunker die
                großen Internet-Provider unangemessen bevorzugt, gilt
                für den Freifunkverein nicht mehr. Als erster
                nicht-kommerzieller Anbieter ist er als Provider
                anerkannt und damit von der Störerhaftung befreit. Die
                Hilfskonstruktion der Anfangszeit, das Freifunknetz
                über Server in den Niederlanden laufen zu lassen! ,
kann deshalb jetzt zurück gebaut werden.«
            
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