Liebe Diskussionsteilnehmer,
 
vielen Dank für die zahlreichen Beiträge, die ich mir auch zu anderen Punkte
wünschte. Sehr gerne nehme ich offiziell Stellung als Geschäftsführer des DFV
und erlaube mir nachfolgende Anmerkungen zu drei Stichpunkten:
 
1. Prozedere
Alle, die das Thema interessiert, haben sicherlich den Beitrag vom 24.10. unter
http://www.frisbeesportverband.de/news/index.php?nid=1168939962 "Erste Deutsche
Masters-DM wahrscheinlich" gelesen. Darin steht im vorletzten Absatz, "dass es
hierzu keinen Präzedenzfall gibt und daher der Verband eine Entscheidung zu
treffen hat. Diese wird spätestens bei der JHV am 5. Dezember im Club Voltaire
in Frankfurt fallen."
 
Das Thema ist danach jedoch nicht weiter im Forum diskutiert worden und stand
daher auch nicht auf der vorläufigen TOP-Liste in der Einladung zur JHV. Beim
Vortrag der finalen TOP-Liste auf der JHV wurde das Thema jedoch unter
"Terminplanung", TOP 11 eingeordnet und von der JHV genehmigt.
 
Die JHV ist das oberste Organ des DFV und daher der best geeignete Ort, eine
möglichst breit abgesicherte Entscheidung herbeizuführen. Die Diskussion zum
Thema war kontrovers - es gab Argumente für und gegen den Antrag - die
Zustimmung zum Antrag war groß, was nicht nur mich überraschte. Im Übrigen hatte
der Antragsteller selber als Vertreter einer Einzelspielervereinigung hierbei
kein Stimmrecht. Das genaue Abstimmungsergebnis habe ich nicht im Kopf, es wird
im Protokoll demnächst veröffentlicht werden.
 
Die Unterstellungen eines miesen Tricks, eines nicht spiritgemäßen Vorgehens
oder einer Mauschelei weise ich daher strikt zurück.
 
2. Bedeutung
Selbstverständlich hat die Entscheidung der Frisbee Family" einen Startplatz für
die WUCC 2010 in Parg zuzuweisen nichts mit dem Ausgang der 1. Deutschen Masters
Ultimate-DM zu tun. Aua. Entsprechende Aussagen tun schon sehr weh. Im Gegenteil
wird der Gewinn dieser 1. Masters-DM dadurch nochmals aufgewertet.
 
Es handelt sich bei der Entscheidung um eine Anerkennung des bisher geleisteten
Engagements und der Erfolge der Frisbee Family im internationalen Bereich
(sowohl auf Club- als auch auf Nationalmannschaftsebene, s. den o.g. Beitrag) -
in Ermangelung einer großen nationalen Konkurrenz. Hätte es andere noch
erfolgreichere Teilnehmer gegeben, hätten diese sich ebenso argumentativ um
einen Startplatz bemühen können.
 
Und noch einmal: Es handelt sich um die Zuweisung eines Startplatzes durch das
höchste Gremium des DFV, der JHV, aufgrund der sportlichen Erfolge des Teams in
der Vergangenheit. Diese Erfolge sind nicht von der Hand zu weisen - ebensowenig
wie die Entscheidung selbst.
 
3.Argumente
Hauptargument innerhalb der ausführlichen Diskussion unter den 23 Teilnehmern
war der Punkt, dass wir kein Strohfeuer entfachen möchten, sonden die
nachhaltige Etablierung einer Masters-DM anstreben. Dass in Hinblick auf eine
Ultimate-Club-WM vor der eigenen Haustür plötzlich viele Interessenten
auftauchen, ist verständlich, bringt der Masters-Spielklasse aber auf Dauer
nichts, so lange sich nicht die Spielklasse auch national etabliert.
 
Die Frisbee Family war der einzige Club, der sich in den vegrangenen Jahren
konsequent für diese Spielklasse stark gemacht hat, und dies wie gesagt nicht
nur Club-Ebene, sondern auch für die Nationalmannschaft, die andernfalls
teilweise - nach zuvor uneingelösten Versprechungen - gar nicht stattgefunden
hätte.
 
Gegen die Zuweisung des Startplatzes sprach in der Diskussion u.a. der Punkt,
dass die Family vielleicht gar nicht das stärkste Masters-Team ist.
Antragsteller und Family-Kapitän Mattes Brucklacher hat nach der Entscheidung
durch Abstimmung zugesagt, an der Masters-DM teilzunehmen, und auf der Basis des
eigenen sportlichen Erfolges dabei die Inanspruchnahme des zugesicherten
Startplatzes zu überdenken. Darüber hinaus hat er angeregt, am Rande dieser DM
die Diskussion über die Zukunft der Masters-Division, aber v.a. auch der
Masters-Nationalmannschaft weiterzuführen. 
 
Dagegen sprach auch, dass die DM dann an Attraktivität verlieren würde. Dies ist
ein Punkt, der dem Strohfeuer-Gedanken Nahrung liefert. Sollten sich nun
aufgrund der Sachlage keine acht Teams mehr melden, die als "alte Säcke" bei der
ersten Masters-DM gemeinsam Spaß haben möchten, dann würden wir ja sehen, wie
ernsthaft es ihnen um die Masters-Division geht, bzw. nur darum, vielleicht doch
noch "billig" einen Startplatz für die Club-WM in Prag zu ergattern.
 
Zudem wird es für die Deutschen Ultimate-Meisterschaften in diesem Jahr
(hoffentlich also auch bereits für die Masters-DM bis Ende April)
"Spielberechtigungsregeln" geben (eligibility rules), die die Bildung von All
Star-Teams einschränken werden.
 
Letztlich ist auch möglich, dass dem DFV für die Masters-DM ggf. noch
zusätzliche Startplätze zugewiesen werden. Die Deutsche Ultimate
Masters-Division jedenfalls wird sicherlich nur von einer DM profitieren, die
nachhaltig betrieben und die in Zukunft dann auch als klares Kriterium dafür
gelten wird, welche Teams Startplätze bei internationalen Club-Meisterschaften
erhalten werden.
 
Ich würde mich jedenfalls auch unter den gegebenen Bedingungen über eine starke
Beteiligung an der 1. Ultimate Masters-DM 2010 in München und an denen in den
folgenden Jahren sehr freuen!
 
Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Mit sportlichen Grüßen
 
Jörg Benner
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Jörg Benner
Geschäftsführer
Deutscher Frisbeesport-Verband e.V.
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