Bravo Jan!

Wir sind auch gerne mal nicht einer Meinung (!), aber was Du hier schreibst ist 
stichhaltig und objektiv - und damit
meiner Meinung nach nicht nur eine Aufforderung für die mittelfristige Zukunft 
eine verbindliche Regelung zu
schaffen, sondern auch die korrekte Messlatte für den aktuell diskutierten 
Fall. Das wurde so auf der JHV
wahrscheinlich nicht beleuchtet.

Faire Gleichbehandlung geht vor Einzelfallentscheidung. Quali statt 
Freifahrtschein. Spielfeld statt grüner Tisch.

Viele Grüße aus Augsburg,
Tom


PS: Mattes Gedanken kann ich schon auch nachvollziehen. Ist ja auch blöd, wenn 
man sich plötzlich, nur weil
Prag nicht in Kanada liegt (ist doch so), einer nationalen Konkurrenz gegenüber 
sieht, die um die leider limitierten
Startplätze fighten wollen (auch wenn es so klingen mag: kein Sarkasmus!). 
Gewohnheitsrecht oder Verdienste in
der Vergangenheit taugen im Sport aber nur zur bevorzugten Behandlung bei der 
Vergabe von Trainingszeiten
oder für die Ernennung von Ehrenpräsidenten. Aber sicher nicht zur Vergabe 
eines Startplatzes bei einem
internationalen Wettkampf! Stellt euch der Quali - und straft alle Lügen die es 
euch sportlich nicht zutrauen.
Geht den Weg, den auch die Mixed Teams gehen mussten, damit die schlechter 
entwickelten Ligen, wie
Mixed und Masters, gleich behandelt werden.


-----Original Message-----
From: [email protected] [mailto:[email protected]] On Behalf Of Jan 
Fuhse
Sent: Tuesday, December 15, 2009 10:19 AM
To: 'Wurfpost'
Subject: Re: [Wurfpost] Entscheidung über die Vergabe eines 
Masters-Startplatzes zur WUCC 2010 in Prag

Hallo miteinander!

Ich will jetzt (fast) gar nichts zu dem konkreten Fall sagen und weder
Mattes noch JB oder Volker oder sonst irgendjemand Verschwoerung oder
sonst was vorwerfen (und ich goenne den Duesseldorfern den Startplatz).
Allerdings gibt es doch einen Punkt, der fuer mich in der Diskussion
bisher nicht auftauchte und den wir insbesondere in der Zukunft bei
solchen Entscheidungen beachten muessen:

In letzter Zeit kam es wegen des Qualifikationsmodus fuer internationale
Turniere aus meiner Sicht an zwei Stellen zu Gedraengel und deswegen zu
laengeren Diskussionen: Der Mixed-Qualifikation fuer die XEUCF 2009 und
der Masters-Quali fuer Prag 2010. In beiden Faellen wurden dann
Einzelfallentscheidungen getroffen, die aus meiner Sicht ueberhaupt
nicht zusammen passen (und weder einheitliche Regeln noch eine
einigermassen stimmige Praxis erkennen lassen). Insofern sollten wir
baldmoeglichst so etwas wie verbindliche (v.a. fuer die Zukunft) Regeln
aufstellen oder zumindest feststehende Prinzipien formulieren, an denen
wir uns orientieren koennen.

Im Einzelnen:
Fuer die Mixed-Qualifikation fuer die XEUCF 2009 wurde geltend gemacht
(moeglicherweise von einzelnen Interessen getrieben), dass die Mixed-DM
2008 nicht als Qualifikationsturnier geeignet waere, weil es einigen
Interessierten nicht klar gewesen waere (und die dann womoeglich ein
besseres Team geschickt haetten). Deswegen wurde kurzfristig ein eigenes
Quali-Turnier (Halle 2009) bestimmt. Ich gehe davon aus: Wenn von uns
(Stuttgart) damals ein Antrag auf bevorzugte Behandlung gestellt worden
waere wegen guter Leistungen 2008 oder von Rostock oder den Woodies
wegen unbestreitbarer Verdienste um die Mixed-Division, dann waere der
abgelehnt worden (aus meiner Sicht zurecht). Aber wenn ein solcher
Antrag gestellt worden waere, haette m.E. auch der Antrag der Frisbee
Family wegen des Praezedenzfalls nicht positiv beschieden werden
koennen. Niemand hat damals das Quali-Turnier in Halle so richtig
schlimm gefunden, insbesondere auch, weil 1. unter den interessierten
Teams die gleiche Reihenfolge rauskam und 2. alle interessierten Teams
auch einen Startplatz bekamen. Lustig ist dann, dass die Veranstalter in
London sich mangels Kenntnisse und Vergleichbarkeit nicht wirklich um
die entstandene Setzliste gekuemmert haben ...

Was ist jetzt anders? Im Gegensatz zur Mixed-Quali gab es in der
Masters-Division kein nationales Turnier im Vorjahr, das fuer die
Vergabe der Startplaetze massgeblich sein koennte. Warum wird jetzt
gesagt, dass nicht nur der Leistungsstand 2010, sondern auch der vom
Vorjahr wichtig sein sollte? Inwiefern muessen wir im einen Fall ein
Extra-Quali-Turnier fuer alle Teams einrichten, im anderen aber nicht?
Warum gilt nun, dass auch Ergebnisse aus der Zeit wichtig sein sollen,
in der nicht allen Beteiligten der Qualifikationsmodus klar war?

M.E. kann man die Entscheidung fuer Duesseldorf durchaus begruenden.
Fragwuerdig wird dann aber die Entscheidung im Mixed-Verfahren ein Jahr
vorher. Deswegen ist es jetzt aus meiner Sicht dringend noetig, mal so
etwas wie verbindliche Regeln oder Verfahren fuer die Qualifikation
festzulegen. Diese sind sowohl wichtig fuer die Orientierung als
Interessierte an internationalen Turnieren als auch fuer die
Entscheidungen auf JHVs oder von den Funktionstraegern im DFV. Dann
gaebe es auch nicht solche langwierigen Diskussionen und
ad-hoc-Entscheidungen, die mehr vom Einzelfall und individuellen
Interessen getrieben sind und die offensichtlich nicht alle gluecklich
machen. Das koennen wir uns als Verband ab einer gewissen Groesse bei
der Verteilung von knappen Guetern einfach nicht mehr leisten ...

Sorry, viel zu lang. Beste Gruesse aus Berlin,
Jan

P.S.: In den Sozialwissenschaften nennt man das 'Legitimation durch
Verfahren' ;-)

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