On Wed, Aug 20, 2003 at 12:42:23PM +0200, Andreas Jellinghaus wrote:
> On Mi, 2003-08-20 at 11:56, Kristian Koehntopp wrote:
> > Meine Frage nach den Hintert�ren in der TCPA-Architektur f�r die
> > einschl�gigen Bedarfstr�ger ist noch immer offen.
> 
> Ich halte die Hintert�r in TCPA f�r vollkommen unn�tig,
> da a) man das in der Anwendung viel besser verstecken kann
> und b) TCPA ja mechanismen hat, die man misbrauchen kann.

Es ist eigentlich egal, wo die Hintert�r ist. Punkt ist, da� die
Sicherheitsdiensleistung eines konzerngesteuerten
Rechtemanagements mit den Zielen von staatlichen Ermittlern
gleich welcher Hutfarbe mehr oder weniger frontal kollidiert.

> Backup der TPM durchf�hren, beim Hersteller anrufen,
> und um ein Zertifikat bitten, mit dem das TPM backup
> in einem eigenen Rechner eingespielt werden darf?
> Reicht das nicht aus?

Bei korrekter Implementierung der Zertifikatsauthority nicht,
denn die wird dann nicht beim Hardware-Hersteller liegen,
sondern bei der IT des betroffenen Konzerns. Du glaubst doch
nicht im Ernst, da� sich ein Konzern mit allen seinen Daten hier
von einem Hersteller abh�ngig machen wird bzw. eine Technik
einsetzen wird, mit der das von Dir ausgemalte Szenario
�berhaupt technisch m�glich ist?

> TCPA hat aber noch ein weiteres Problem:
> Software braucht updates, die Daten sollen bei sowas aber
> nicht verloren gehen. Wie dieser Punkt gehandhabt wird ist
> mir nicht bekannt, habe dazu bisher keine Fakten gelesen,
> und hier vermute ich mal Schwachstellen.

Wo ist hier genau das Problem, das Du siehst? Es geht bei der
ganzen Sache nicht um eine bestimmte Software oder
Softwareversion, sondern darum, da� alle laufende Software in
einem der sicheren Compartments sich
unter einer Menge durch den Systemeigner festlegbaren
Zertifikaten validieren kann.

> Ich sehe daher nicht, warum eine typische Anwendung
> �berall Dokumente mit TCPA speichern sollte.

http://www.microsoft.com/office/preview/editions/topten.asp

Help protect company information.
 Information rights management (IRM) functionality is a new
policy enforcement technology in Office 2003 Editions that can
help protect sensitive files and e-mail messages from
unauthorized access and use. With IRM, employees can even set
expiration dates on files. Learn more about IRM in Office
Professional Edition 2003
(http://www.microsoft.com/technet/treeview/default.asp?url=/technet/prodtechnol/office/office2003/plan/of03irm.asp)

Siehe dazu auch
http://www.microsoft.com/windowsserver2003/technologies/rightsmgmt/default.mspx

> Ross Anderson unterteilt in seinem exzelenten Buch "Security
> Engineering" die Angreifer in mehrere Klassen. Wenn der Staat
> wirklich will, so kann er in der Klasse mit Zeit, Geld und
> f�higen Leuten mitspielen.

Wir reden hier nicht von internationaler Spionage, sondern von
einer verbl�deten Hausdurchsuchung im Falle etwa eines kleineren
Deliktes. Und wenn das System korrekt konstruiert ist (wovon ich
bei Microsoft inzwischen erst einmal ausgehen w�rde), dann ist
der n-te Angriff immer noch fast genauso teuer wie der erste. Es
ist also nix mit einmal Knacken, n mal nutzen.

Wenn es eine Hintert�r gibt, dann ist nat�rlich auch die Frage
(wenn man jetzt DOCH an internationale Spionage denkt), welcher
Nation diese zur Verf�gung steht (besonderes im Zusammenhang mit
individualisiert angepa�ten Zwangsupdates durch ein
automatisches Windows Update).

Kristian

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