Hallo,

man verzeihe mir, wenn ich noch einen Vorschlag zu den toten Tasten zum
Besten gebe. Ich habe länger überlegt, ob ich das überhaupt schreibe,
weil er wahrscheinlich nicht mehrheitsfähig ist und ich die Diskussion
nicht noch mehr in die Länge ziehen will. Aber er passt zu Pascals
Kommentaren (gleiche Sprachen auf gleiche Ebenen), deshalb wollte ich
wenigstens der Vollständigkeit halber noch was dazu sagen.
Wenn jetzt die Liste plötzlich in Begeisterungsstürme ausbricht, kann
man das mal ausprobieren, ansonsten würde ich lieber Alex Recht geben
und einfach die Variante II aus dem Wiki implementieren – schon aus
Zeitgründen.

Pascal schrieb:
> Ein Versuch, Sprachen nach ihrer Relevanz für deutsche Schreiber 
> einzuschätzen, kann hilfreich sein – das Französische liegt nicht zu unrecht 
> auf Ebene 1. Mit abnehmender Relevanz wird hingenommen, dass zwischen Ebenen 
> gesprungen werden muss.
Das habe ich mal versucht, und mir die Diakritika aller halbwegs
wichtigen Sprachen notiert. Erstmal gilt, was ich schon sagte: Es gibt
zu viele verschiedene Kombinationen von Diakritika, als dass man das
Ziel erreichen könnte, in den meisten Sprachen mit Zeichen aus zwei
Ebenen auszukommen.
Aber mir fiel auf, dass der Hatschek meist zusammen mit / (sorbisch ł,
kroatisch/bosnisch/montenegrinisch đ) oder ° (tschechisch ů) auftritt.
Man käme also besser, wenn man den Hatschek ˇ auf die 3. Ebene legte.
Außerdem passt er sogar zum Nordeuropa-Thema, denn Finnisch, Estnisch,
Lettisch und Litauisch benutzen ihn.

Das würde dann allerdings den Dreher ↻ auf die 6. Ebene verdrängen. Das
stört mich selbst gar nicht (im Gegenteil), aber viele hier anscheinend.
Deshalb habe ich auch gezögert, den Vorschlag zu bringen.

Dadurch ergibt sich aber der Vorteil, auf der vierten Ebene Platz für
Makron (Litauisch, Lettisch, Längenzeichen¹) und Breve (Rumänisch,
Türkisch) zu haben und damit alle europäischen Diakritika mit den ersten
vier Ebenen schreiben zu können.
Naja, fast. Den ungarischen Umlaut ˝ würde ich durch ¨ü, ¨ö erzeugen²
und zusätzlich auf Ebene 6 packen, für Leute, die diese Abkürzung nicht
kennen.

Das ergibt folgende Belegung, die ich seit einigen Wochen bei mir so
implementiert hab und sehr zufrieden bin:
Ebene 1: ˆ ` ´ wie bisher
Ebene 2: ˜ ¨ ¸ wie bisher
Ebene 3: ˇ ° / Ring nun auf T2, Hatschek auf T1.
Ebene 4: ˘ ˙ ¯ Längenzeichen
Ebene 5: ˞ ῾ ᾿ wie bei den anderen Vorschlägen
Ebene 6: ↻ ↡ ˝ der Rest

Ebene 3 wäre nicht nur eine Nord- sondern auch eine Osteuropa-Ebene.

Zu ↡:
Dieser Vorschlag ist unabhängig von jenen oben. Die Idee ist, eine
„Kleiner“-Taste als Pendant zur Zweitfunktion von ^ zu haben. Momentan
erzeugt ˆ4 → ⁴, aber für den Index ₄ gibt es keine entsprechende Taste.
Dem kann man abhelfen: ↡4 → ₄.
Die Taste könnte den Unterpunkt ersetzen, der würde dann mit ↡˙ erzeugt.
Analog ↡¯, ↡°, ↡˜ für ˍ, ˳, ˷  &c. (momentan: ↻¯, ↻°, ↻˜) Damit könnte
man auch Breve und umgekehrte Breve oben und unten erzeugen: ↻˘˘x→x̑,
↡˘˘x→x̮, ↡↻˘˘→x̯ (die gibt’s nur als kombinierende Zeichen). Das ginge
nicht allein mt einer Taste. Obwohl ich nicht weiß, wer diese Diakritika
braucht. Wohl irgendwelche Sprachwissenschaftler…

Weiterhin könnte man ↡ für IPA benutzen. Modifikatoren wie ʰ, ʷ werden
momentan umständlich als ♫^_h oder ˆ♫_h eingegeben, weil einfach ˆh ja
schon ĥ ergibt. Mit ↡ ist es einfach ↡h→ʰ. Außerdem könnte man
Kapitälchen so erzeugen: ↡E→ᴇ, momentan werden die mit ♫GG→ɢ eingegeben,
♫EE erzeugt aber schon Ə.
Das alles ist natürlich noch ein Stück komplexer als die coole ↻-Taste,
und die erzeugbaren Zeichen sind alle nicht so wichtig, deshalb kann man
es vielleicht auch lieber beim Unterpunkt lassen.

Gruß, Peter


¹ wie ich gestern lernte, heißt die Mehrzahl von Sinus Sinūs, mit langem
uuuu.
² Besser wäre ´ü, ´ö, weil das genau die Bedeutung des ungarischen
Umlauts ist: Der Akut verlängert einen Vokal, und aus den Umlauten ü, ö
wird eben nicht ǘ, ́ö, sondern ű, ő. Leider gibt es ǘ aber schon in
Pinyin, der chinesischen Transkription, und Leute, die das benutzen,
würden sich wundern, dass ´ü → ű und nicht ǘ erzeugt.


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