> Du könntest das Programm noch erweitern, indem du ein Testprogramm schreibst 
> (oder z.B. mit den Programmieren von KTouch[1] zusammenarbeitest) und dann 
> direkt statistische Analysen des Zeitaufwandes für die verschiedenen Tasten 
> erstellst.  
> 
> Dann lässt du verschiedene Leute daran schreiben und kannst daraus die 
> richtigen Kosten für den Schmerzfaktor bestimmen.  

…

> Alles, bei dem keine echte Timinganalyse als Grundlage genutzt wird, ist 
> erstmal eine interessante Spielerei, auf der ich meine Entscheidung aber 
> nicht aufbauen würde, weil die Eingabedaten der Kostenverteilung bereits zu 
> unsicher sind und von den Daten alle Ergebnisse abhängen. 

Timinganalysen sind Unsinn.

Wenn du gewohnt bist, mit einer bestimmten Tastatur zu schreiben, dann
merkt sich dein Gehirn sowohl häufig vorkommende Tasten als auch häufig
vorkommende Kombinationen. Bei Profimusikern richtet das Gehirn nicht
nur eine einzelne Nervenzelle für einen Ton, sondern Einzelzellen
kodieren für ganze Tonskalen. Selten benutzte Tasten werden dadurch
langsamer. Schult man sich auf eine andere Tastatur um, werden andere
Tasten schneller.

Schlussfolgerung: Alles, was eine echte Timinganalyse enthält, ist für
den Müll.

Ich spiele mehrere Musikinstrumente, und habe mich mit sowohl den
theoretischen als auch den praktischen Aspekten von motorischem Lernen
sehr viel befasst. Wer immer Volksmusik in C- und G-Dur spielt, hat ein
unnatürliches Verhältnis zum Ton As. Er wird es aber damit begründen,
dass dieser Ton unergonomischer ist als beispielsweise G. Und dass es –
anhand von seinen eigenen Timinganalysen „länger“ dauert, diese Taste zu
betätigen. Man könnte regelrecht sagen, dass das Instrument gar nicht
für die übertriebene Nutzung des Tons As ausgelegt ist. Die anderen
Volksmusiker werden nickend zustimmen. Diese Beobachtung deckt sich mit
der praktischen Erfahrung, sagen sie. Ja, und jetzt? Jetzt kommt einer,
der Jazz auf dem Instrument studiert hat. Hat 5000 Stunden auf dem
Puckel. Er spielt alles in allen Tonarten gleich gut. Ihm ist es sowas
von egal, ob es in C oder in Cis gespielt wird. Bei ihm zeigt die
Timinganalyse, dass die As-Klappe genau so schnell geht wie die anderen.

Die schnellsten Tipper der Welt schreiben mit Qwerty! Ohne dass ihre
Wahl einer Tastatur auf Timinganalysen beruht hat.

Nee, nee, vergiss das…

Ulf


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