> Da ich jetzt mal wieder etwas mehr Zeit habe, hab’ ich mich daran
> gemacht, ein gemischt-ganzzahliges lineares Optimierungsmodell für die
> automatische Optimierung zu entwerfen. Ein solches Modell hat den
> Vorteil, dass leistungsfähige Standardoptimierungssoftware existiert,
> mit der oft eine optimale (oder zumindest sehr gute) Lösung hinsichtlich
> der Bewertungskriterien gefunden werden kann.

Unglaublich! Ich verstehe keinen Seufzer, aber es hört sich gut an.

> Abweichung von der vorgesehenen Belastung zu evaluieren.¹ Auch Bigramme
> in der momentanen Form stellen kein Problem dar, gleiches gilt
> voraussichtlich für Trigramme (die wurden in den bisherigen Ansätzen,
> soweit ich das gesehen habe, noch gar nicht berücksichtigt). Einzig
> quadratisch eingehende Bewertungskriterien sind bei linearen Modellen
> naturgemäß nicht möglich und die Shift-Taste ist noch nicht integriert.

Ich würde die Trigramme zunächst ignorieren. Wenn du einige (oder nur
eine) gute Tastaturbelegungen entworfen hast, ist es interessanter, sich
anhand dieser Belegung die „tatsächliche Schreibtätigkeit“ anzuschauen.
Ich habe meine Homepage 

http://bro.homepage.t-online.de/

noch nicht geupdatet, und das, was darauf steht, ist noch mit den alten
fehlerhaften Bigrammtabellen ausgerechnet. Blättere aber herunter bis
„Analyse der tatsächlichen Schreibtätigkeit“. Da siehst du, was der
Schreiber letztendlich mit der Tastatur macht. Im vorliegenden Fall
stimmen die Zahlen. Da kannst du die Listen durchgehen und dann selber
entscheiden, ob die Fingerbewegungen, von denen dort die Rede ist,
annehmbar sind oder nicht.

Diese Analyse ist eine Art Postprocessing und stellt aber auch so etwas
wie eine „Fazitliste“ dar. Das kann man machen, nachdem man fertig ist.
Da kommen tatsächlich getippte Trigramme und all sowas vor.

Im Sinne der Optimierung selber gewinnt man (glaube ich…) nichts durch
Anwendung von Tri-, Tetra-, oder anderen Polygrammen außer Bigrammen.
Ist meine Meinung.

> Das Modell ist weitestgehend fertiggestellt, allerdings bräuchte ich
> jetzt die genauen Bewertungskriterien (also Kosten) für die einzelnen
> Punkte. Ich schreibe mal kurz zusammen, was mir so fehlt:
> 
> • Kosten für die einzelnen Tasten

Pascal behauptet, dass er eine demokratisch gewählte Liste hat. Meine
war bisher:

      5 3 3 3 4         4 3 3 3 5 7
      1 0 0 0 2         2 0 0 0 1 7
      6 5 5 5 7         7 5 5 5 6
     

> • Kosten für Fingerwiederholung bei Bigramm in Abhängigkeit der Art der
> Wiederholung (gibt es andere Kosten bei Sprung von Grundlinie nach oben
> als von unterer Linie nach oben usw.)
> • gleiches für Einwärts- und Auswärtsbewegung
> 

Ich bin so vorgegangen:

1. Lagepunkte:

Mache eine Liste aller Buchstabenhäufigkeiten (auf meiner Homepage ist
eine) in __Prozent__ (summiert sich zu 100.00 bei Addition). Bei jedem
Anschlag wird diese Zahl mit der Platzzahl von oben multipliziert. Das
ganze wird summiert und mit der Gesamtzahl der Buchstaben geteilt. Hätte
jede Taste „1“ Lagepunkt, wäre das Endergebnis 100. Mit der obigen
Punkteverteilung hat eine gute Tastatur 145-155 LagePunkte.

2. Bigramme:

Ein Bigramm kann 4 Richtungen einschlagen: Finger wiederholen, Finger
einwärts, Finger auswärts, Andere Hand. Die Summe dieser Prozente sollte
100.00 sein. Ich vergebe beispielsweise: 

(200 * Fingerwiederholung) + (2 * Auswärts)

als Auswertung der Bigramme. Macht bei einer guten Tastatur 120 + 8 =
128 Bigrammpunkte oder so.

> • Kosten für Shift (ist das gleichwertig zu untere Reihe kleiner Finger
> oder wird es etwas niedriger bewertet)

Ich würde wie der Kollege eine Optimierung mit Shift-Bewertung machen
(keine Ahnung, wie das geht) und eine ohne.

> • Kosten für Über- oder Unterschreitung der vorgesehenen
> Anschlagshäufigkeit der Finger

Ja. Das ist ein Problem. Da haben wir ein bisschen gebastelt. Da bin ich
mir nicht sicher, wie das sein soll. Ich glaube, dass man eine
Häufigkeit haben soll, die wie die Länge der Finger ist (zufällig?),
also Mittelfinger viel, Zeige- und Ringfinger weniger, Kleinfinger noch
weniger. Ist meine Meinung.

> • Kosten für maximale Abweichung von vorgesehener Anschlagshäufigkeit
> der Finger

Kein Vorschlag meinerseits. Ich habe viel nachgedacht, aber weiß es
nicht.

> • Kosten für Abweichung von 50 Prozent der Aufteilung der Hände

Nicht sehr wichtig. Wenige Punkte. Wenn du viele Tastaturen machst,
können wir die schiefsten nachher wegschmeißen. (?)

> Das bis hierher entwickelte gemischt-ganzzahlige lineare
> Optimierungsmodell habe ich mal an die Mail angehängt, falls sich jemand
> mit solchen Modellen auskennt, kann er ja mal einen Blick darauf
> werfen.
> 
> Ich bin jetzt beim Zusammenstellen der Parameter, und dann werde ich das
> mal umsetzen und schauen, ob es noch mit Standardoptimierungssoftware
> lösbar ist. Ansonsten ist auch denkbar, sequenziell vorzugehen, also
> beispielsweise zuerst die wichtigsten zwölf Tasten zu fixieren und dann
> die weiteren.

Ja. Das hast du ja schon mal gesagt. Auch das habe ich viel nachgedacht.
Ich weiß, dass das Folgende einige Einschränkungen gibt, aber man könnte
es versuchen. Ich würde demnach:

• Das E auf den linken Mittelfinger legen
• Das N auf den rechten
• A, I, U NICHT auf einen Mittelfinger legen
• A, I, U auf Grundlinie und obere Linie links verteilen
• Versuchen, T, D, N, S, R auf die Grundlinie zu bekommen, sonst oben
MITTE (Mitte der Hand)
• G, H, L, M auf „recht gute Plätze“ zu legen: Grundlinie, Obere Linie,
bevorzugt mittig (der Hand)
• Das wären wohl 12 Tasten. Oder 13. Über M kann man sich streiten, aber
die Häufigkeit ist einfach da, ist nicht zu übersehen.

Es ist schön für Deutsche, das Komma in der oberen Reihe zu haben. Ich
schreibe dieses hier mit der Tastatur von meiner Homepage, die benutze
ich auch auf der Arbeit. Kommazahlen, da muss man immer in die obere
Reihe (Zahlenreihe) und dann runter zum Komma. Ja, ich habe mich daran
gewöhnt, aber das Komma oben, wie ich früher hatte, war schöner. Muss
aber nicht. Legt man Komma drüben auf den Zahlenblock geht das ja auch.

Das ist alles, was ich weiß, das gebe ich gerne weiter.

Ulf


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