On 09.03.2010 12:33, Karl Köckemann wrote: > Man stelle sich folgenden Fall vor: > > Ein Tastaturhersteller übernimmt das Ebenenkonzept von Neo. Da sich > Qwertz gut verkauft, implementiert er in eine Qwertz-Tastatur große > Teile der Ebenen 3 und 4 (Cursorsteuerung und Zahlen) und evtl. die > Ebenen 5 und 6 komplett. > > Die Qwertz-Tastatur des Herstellers wird im Laufe der Zeit zu einem > Verkaufsschlager.
Na das wäre dann doch ein Grund zum Feiern! > Soll Neo vom Hersteller als seine "Erfindung" vermarkten können? Nichts bin verstandet! > Soll auf Hardware, die wesentliche Teile von Neo übernimmt oder > nachahmt, eine Pflicht für den gut lesbaren Aufdruck von etwas wie "Neo > (E3/E4)" an deutlich sichtbarer Stelle der Hardware (z. B. > Tastaturoberseite) bestehen? > > Der Hintergrund: > Eine Tastatur mit Qwertz-Belegung, die die weiteren Ebenen enthält, > kann - wen wunderts - im Laufe einiger Jahre sehr erfolgreich werden. > Hat eine solche Tastatur einen dauerhaften Aufdruck, der auf Neo > hinweist, dann wird bei deren Benutzern bald das Interesse an Neo > erweckt, was bei manchen Benutzern zu einem Übergang von Qwertz nach > Neo auf allen Ebenen führen wird. > > Eine Tastatur, welche die übliche Qwertz-Belegung mitsamt der > Neo-Ebenen 3 bis 6 aufweist, ist nicht nur für einen Tastaturhersteller > hoch interessant. Just durch eine solche Tastatur kann auch Neo > allgemein bekannt werden, da sie eine Brücke zwischen Qwertz und Neo > schlägt. > Diese Brücke kann ein wichtiger Übergang von Qwertz zu Neo werden, d. > h. die Bekanntheit und Verbreitung von Neo steigern - aber wohl kaum, > wenn alle Welt die Belegung mit einem Hersteller verbindet, statt mit > Neo. Mir gehen diese Überlegungen in die vollkommen falsche Richtung, aber ich gehöre auch nicht zum Haupt-Belegungsentwicklungsteam. Erstens halte ich Gebrauchsmusteranmeldung zum Sichern irgendwelcher Ansprüche an einer Tastaturbelegung, wie sie bei Ristome erfolgt ist, für vollkommenen Quatsch. Ich habe nur den Kopf geschüttelt, als ich davon gelesen habe. Zu viel Monopoly gespielt, die drei Jungs. Zweitens setzt sich das Mittelmäßige immer gegen das Gute durch. Ich würde es schon als Erfolg für Neo werten, wenn das Ebenenkonzept ohne Nennung der eigentlichen Ideenlieferanten in Qwertz-Tastaturen umgesetzt würde. Qwertz um die Ebenen 3+4 zu erweitern, bringt in Wahrheit nichts außer Arbeit mit dem Treiber, dem Umlernen und ein paar Effekten, die vorher dann doch besser waren. Drittens werden immer den Falschen Denkmäler gesetzt (wie beispielsweise hier: [http://de.wikipedia.org/wiki/Siegfried_Marcus] vs. [http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Resselpark_Denkmal.jpg]). Wenn man das einmal akzeptiert hat, lebt sich’s viel unbeschwerter. Viertens wüsste ich nicht, was wir ohne konkrete geschäftsmäßige Umsetzungsambitionen von diesem Brimborium haben sollten. Werbung kann man auch anders machen. Und wer von sich ein Stück für die Ewigkeit hergeben mag, sollte sich um seinen Nachwuchs kümmern. Fünftens mache ich mir keine Sorgen, dass jemand Anderer die Neo-Belegung oder deren Ebenenkonzept für sich beanspruchen und „uns“ den Platz in den Geschichtsbüchern streitig machen könnte. Neo steht ja immerhin schon im Lexikon! Sechstens stellt sich bei solchen Ideen, die man nicht hochtechnisch ausarbeitet und als Patent anmeldet, eine Grauzone ein: Wie viel haben sich die Entwickler des Projektes »X« von Neo abgeschaut, was eine Referenz oder gar Namensnennung notwendig macht? Ich könnte noch weitere Aspekte wie technische Schwächen von Neo erwähnen, die Neueinsteiger frustrieren, Kritik beflügeln und Forks provozieren können. Mein Fazit: Jeder sollte – privat wie kommerziell – aus der Belegung und dem Ebenenkonzept machen können, was er möchte, auch ohne Namensnennung am Produkt. In der Wikipedia kann später jeder einen Verweis auf die zugrundeliegende Neo-Belegung setzen, wenn er das für sein Ego oder auch nur für eine historisch korrekte Sicht braucht. – Mœsi
