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Hallo Jürgen,

Am 15.03.2015 um 14:00 schrieb Juergen Engeland:
> Hallo Steffen,
> 
> noch sind dies die feuchten Träume der Lobby, ihr aktuell 
> datenschutzrechtlich fragwürdiges Treiben legalisieren möchte, die
> sie mit einigen PolitkerInnen teilen ...
> 
> Noch gilt bei uns das Prinzip der Datensparsamkeit.

du sagst es: noch!!

Ich kann mich aber in jüngster Zeit an keinen politischen Vorstoß,
Gesetzesentwurf, Gesetzgebung oder interstaatliche Verhandlung
erinnern, die - egal ob jetzt von privatwirtschaftlichem Lobbyiusmus
getrieben oder nicht - bei denen es einem nicht die Haar zu Berge
stellt. TTIP, Abkommen und Maßnahmen zur "Zusammenarbeit der
Terrorabwehr" oder was auch immer. Da lassen sich noch dutzende
weitere Bsp finden, bei denen der kleine Mann (das Volk) erst nicht
mitreden und mitentscheiden darf, Petitionen ins leere laufen lassen
oder unter den Tisch gekehrt werden, hinter verschlossenen Türen am
Volk vorbei verhandelt, (politische) Verträge geschlossen und
Tatsachen geschaffen werden, denen eigentlich kein mündiger und
halbwegs mitdenkender Bürger zustimmen kann und würde.

Genau in dieselbe Sparte fallen auch alle europäischen Entscheidungen,
gleich ob Rettungsmillaren, vorsätzliche Schwächung des Euros durch
Anleihenkäufe und Gelder in den Markt pumpen, oder eben die geplanten
"Datenschutzreformen".

Vielleicht wird tatsächlich nicht alles, was geplant und verhandelt
wird auch beschlossen und von Verhandlungspartnern unterschrieben (was
zu hoffen bleibt), aber in der Regel folgt das inzwischen
parteiübergreifend genau 1 Grundsatz: Wie kann ich meine eigenen
Taschen und Machtansprüche am besten füllen und den größten
persönlichen Profit herausschlagen?

Ich würde mir in D und Europa das schweizer Modell wünschen, wo die
Bürger *echtes* Mitspracherecht haben und somit *echte* Demokratie
besteht.

Um die Weitergabe meiner Daten durch das Einwohnermeldeamt zu
unterbinden, muss ich *aktiv* widersprechen. Damit das akzeptiert
wird, muss ich "berechtigte Gründe" nachweisen (z.B. Verfolgung)
Was hat denn so eine Politik mit Datenschutz und Vertretung von
Bürgerinteressen zu tun?!?

> Was an Schutz allein durch Netztrennung geht, solltest Du auf jeden
> Fall machen. Auch sollten personenbezogene Daten lokal
> verschlüsselt sein. Ein TrueCrypt-Container sollte hierfür
> reichen. Den kann man zur Not auch relativ gefahrlos versenden.

klar mache ich das, aber ich fühle mich dabei salopp gesagt verarscht,
wenn das so eine Einbahnstraße ist.

> Die Erziehung zur Datensparsamkeit wird durch das wirtschaftliche
> und politische Treiben immer wichtiger. Und das gelingt Dir am
> besten, wenn Du sehr bewusst bei der Verarbeitung Deiner Daten
> vorgehst.

Leider sind Schüler wie Eltern hier sehr freizügig bis fahrlässig
(Facebook & Co, immer Online mit GPS an etc. pp) ohne sich Gedanken zu
machen, was man alles über sie erfährt)
Ok, manchem kann man nicht entgehen, wenn man nicht Dingen wie Tablets
etc. völlig den Rücken kehren will, weil man die Datensendung gar
nicht weiß bzw. kontrollieren kann.
Wer sagt mir denn, dass mein Adressbuch, Termine etc. trotz lokalem
Datensync von PC zu Android (also ohne Benutzung des Googlekontos)
nicht aus dem PIM des Tablets trotzdem an Google gehen, sobald ich mal
das WLAN einschalte? Eher ja als nein würde ich sagen.
Dasselbe bei Apple & MS

Aber die meisten schreien *alle* ihre Daten freiwillig förmlich ins
Netz hinaus. So bekommt man z.B: auch trotz Hinweis auf die Lesbarkeit
von Mails durch *alle* ähnlich einer Postkarte von Eltern Mails mit
datenschutzrelevanten Inhalten über das eigene Kind etc.

> Diese Entwicklungen könnten es bestenfalls zu unseren Gunsten
> schwerer machen, uns anzugreifen, wenn wir eine wirklichkeitsfremde
> Vorschrift einmal nicht zu 100% umgesetzt haben.

Dein Wort in Gottes Ohr. Ich vermute aber, an der Basis würdest du
wegen 1% Abweichung verknackt, während 100% Nichtberücksichtigung bei
den "hohen Tieren" als Kavaliersdelikt durchgehen.

Viele Grüße
Steffen

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