Hallo Jürgen,
hier mal ein paar prinzipielle Dinge:

Erstens ist Time for Kids wohl ein Internet-Filter für Schulen. Dann verstehe ich aber nicht, warum Du den verwendest, wenn Du gleichzeitig IPFire laufen hast. Dafür gibt's doch recht aktuelle Blacklists, die wahrscheinlich TimeForKids nicht nachstehen?!?

Zweitens ersetzt kein Filtersystem dieser Welt so etwas wie Begleitung und Aufsicht. Normalerweise gehen Schüler ja nur in Unterrichtsstunden online, wo auch Lehrer anwesend sind.

Drittens gibt es wahrscheinlich doch eine Möglichkeit zur Lösung des Problems, die aber sehr einschränkt, nämlich Whitelists! Hier müssen alle Internetseiten rein, auf die man zugreifen können darf, und da werde dann halt sicher keine Proxys drinstehen... Ich hatte das mal vor für unbeaufsichtigte PCs, die dann halt nur auf Wikipedia und ein paar Zeitungen zugreifen können sollten. Falls Du den Weg gehst, berichte doch bitte mal, ob's funktioniert hat und ob man dieses Verhalten auch nur auf einige PCs anwenden kann.

Und viertens sollte man also Informatiklehrer, der seine Schüler auf die Zukunft vorbereiten will, vielleicht doch nochmal über Tor und ähnliche Netzwerke, die Grundidee und die Probleme des Internets nachdenken... :)

Gruß
Christoph






Am 08.04.2015 19:13, schrieb Juergen Engeland:
Hallo liebe Mitstreiter,

die Ihr filtern wollt oder denkt es tun zu müssen.

Inzwischen konnte ich das befürchtete Szenario nachstellen.

Es ist erschreckend einfach!

Man lade sich das Paket von https://www.torproject.org für sein
Betriebssystem herunter, entpacke es irgendwo (anders als auf seinem
USB-Stick - genau das geht nämlich in Linux im allgemeinen nicht wegen
fehlender execute-Rechte auf FAT32!), (doppel)klicke auf
start-tor-browser, warte ein paar Minuten auf den Verbindungsaufbau und
voilà - nichts hält einen mehr auf!
In der Schule habe ich gerade nicht genug Zeit gehabt, um den
Verbindungsaufbau abzuwarten, gehe jedoch davon aus, dass ein Schüler
Erfolg hatte, wenn er es mir berichtet.
Zu Hause konnte ich mit ipfire als Stellvertreter für den Schulrouter
weitere Experimente machen. Dabei ist folgendes heraus gekommen:
Es geht auch wenn die Kategorie proxy im URL-Filter angehakt ist. Fehlt
noch eine andere Kategorie?
Es ist egal, ob der Proxy transparent ist oder nicht. Die
Authentifizierung am Proxy greift nicht! Weshalb nicht?
Eine Browserprüfung kann zwar Firefox sperren, nicht jedoch Tor. Als
Firefox tarnt er sich also nicht. Werden unbekannte Browser etwa
durchgelassen?

Ohne zu übertreiben glaube ich, dass es existenziell für Time for Kids
ist, schnell eine Lösung für dieses Problem zu finden! Sonst braucht sie
bald niemand mehr.

Leider ist diese Aufgabe wohl alles andere als trivial. Vielleicht kann
oder muss man (auch) auf dem Client etwas tun?

Gruß Jürgen



Am 08.04.2015 um 13:07 schrieb Hans-Dietrich Kirmse:
Hallo Holger,

Am 08.04.2015 um 10:44 schrieb Holger Baumhof:
Hallo Hand-Dietrich,

aber durch technische Maßnahmen die Nutzung erschweren.

welches Schlupfloch soll es da noch geben?

er kann Zuhause ein auf Port 80 lauschenden Tor Proxy laufen lassen, auf
den er verbindet und von dort geht es ins Tor Netz: schwups: weg ist er.

ja natürlich. Aber dazu gehört schon sehr viel Aufwand und kriminelle
Energie. (Und bei uns ist Anmeldezwang am Proxy. Im Falle eines
Vorkommnisses / Problem wäre das nachvollziehbar bzw. man hätte schon
einen Anhaltspunkt)


hm. wenn jemand tor nutzt, will er etwas verstecken, verschleiern,
nicht
nachvollziehbar machen etc. Wenn man hier nichts macht ist das wie
"wegschauen".

das sehe ich nicht so.

Ich wollte hier nur Jürgen die Frage beantworten, was es denn für
einen Grund gibt bzw. was für eine Sichtweise, dass man TOR nicht
haben will. Um mehr ging es mir nicht. Allerdings hat die
Fragestellung von Jürgen mir selbst weiter geholfen, denn ich wäre auf
dieses Problem nicht gekommen bzw. hätte es nicht weiter durchdacht.

Man muss sich nicht bei allem beobachten lassen, und nur weil man mal
was unbeobachtet machen will, heißt das nicht, dass es was unmoralisches
oder verbotenes ist.

das mag sein, aber in der Schule sehe ich es für die Schüler nicht so.
Da haben letztlich die Lehrer die Verantwortung und wenn die da etwas
geheimes machen wollen, dann sollen die das zu Hause machen oder sich
einen Lehrer des Vertrauens suchen, der die Verantwortung dafür
übernimmt. Dann ist doch alles gut. Dann kann man auch TOR nutzen.

Viele Grüße
Hans-Dietrich
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