Am 09.11.2007 um 23:56 schrieb FER:
deine mails zeigen vor allem ein uebermass an
selbstwertunsicherheit, indem du krampfhaft bemueht bist, hier
einen fight zwischen jung und alt zu suggerieren. ein versuch der
nur klaeglich scheitern kann, zumal du mit untauglichen ´waffen´
(wie schon gehabt) aufkreuzt:
es ist im Grunde unmöglich mit jemandem über linke politische
Theoriekonzepte zu diskutieren, der die aktuellen politischen
Diskurse der Linken - Toni Negri/Michael Hardt, John Holloway,
Giorgio Agamben - nicht intus hat.
es waere ueberzogen, alles so einfach runter zu machen, aber gerade
diese referenzen bzw. ihre elaborate stehen bei mir schon ganz nah
am altpapiercontainer. mit philosophen-quatsch laesst sich laengst
keine gesellschaftliche analyse mehr machen - sowas beeindruckt nur
naive menschen, wie die vermachteten netznetler.
Wie gesagt,
du bist zu keinem politischen Diskurs mündig.
Der "Philosophen-Quatsch" (besser: aktuelle linke Theorien der
gesellschaftlichen Umgestaltung), den du hier mit der pathetischen
Geste eines Stammgasts kurz vor der Sperrstunde wegzuwischen
versuchst, bildet einfach die Grundlage der zeitgenössischen linken
Diskurse und Praxen - siehe zB John Holloway und die Zapatistas *)
Holloways "Die Welt verändern ohne die Macht zu übernehmen" (2002)
bspw. IST "Guerilla Warfare" von heute, und der antiimperialistische
Kampf im Kuba der 50er findet - um beim Beispiel zu bleiben - etwa in
Chiapas, Oaxaca und Mexico City statt, ungeachtet dessen, ob und
wieviele polternde Mails du an die NetzNetz-Liste schickst, in denen
du Gegenteiliges behauptest.
Der "Fight" läuft also mitnichten zwischen jung und alt, sondern
vielmehr zwischen Vergangenheit und Gegenwart ab - und deine
Positionen haben mangels Realitätsbezug keine Zukunft, soviel ist
sicher.
Ciao,
Stefan
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*)
John Holloway (* 1947 in Dublin) ist Politikwissenschaftler. Er lehrt
seit 1993 an der Benemérita Universidad Autónoma de Puebla (BUAP) in
Puebla/Mexiko. In seinen Veröffentlichungen greift er zurück auf
verschiedene unorthodoxe neomarxistische Theorietraditionen, wie den
italienischen Operaismus oder die Kritischen Theorie, und
interpretiert diese zum Teil neu bzw. entwickelt sie weiter. Seine
Interpretationen dieser Theorien zeigen auch einen starken Einfluss
der Bewegung der Zapatistas in Mexiko. Ihre Ablehnung der staatlichen
Macht und ihr Verständnis von Theorie, welches sich in dem Satz
"preguntando caminamos" (fragend gehen wir voran) zusammenfassen
lässt, und den Holloway immer wieder zitiert, gab seiner Arbeit den
entscheidenden Schliff und daher rührt auch seine breite Rezeption.
http://de.wikipedia.org/wiki/John_Holloway
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