> Helga Köcher schrieb:
>
>> Klarheit im Denken wäre angesagt.
>>
>> Ich orte da immer wieder mehrere miteinander nicht kompatible  
>> Haltungen:
>>
>> - die Leute wollen (vor allem) Geld vom hierarchisch organisierten  
>> und Institutionen wie dem Rechnungshof verantwortlichen  
>> Fördergeber bekommen
>>
>> - die Leute wollen gleichzeitig Basisdemokratie ausprobieren und  
>> darunter verstehen sie, dass alle zufällig Anwesenden alle Rechte  
>> haben, aber niemand konkrete Verantwortung zu übernehmen braucht.
>>
>> Das geht nicht zusammen. Und wenn es dann Probleme gibt, hat es  
>> keinen Sinn, mit Kraftausdrücken und pararevolutionärem  
>> „Hausbesetzer-Impetus“ zu reagieren – weil die Geschichte lehrt,  
>> dass das nicht funktioniert und heute nur lächerlich wirkt.


Dem kann ich nur vollinhaltlich zustimmen, eine Anmerkung zum letzten  
Satz:

Das Bild, das du von "Hausbesetzer/innen" zeichnest, möchte ich gerne  
ergänzen, denn diese Menschen haben aus der Vergangenheit (Arena,  
WUK, Amerlinghaus, Gassergasse, Ägidigasse, Spalo, Rotstilzchen &&c.)  
ihre Lehren gezogen.

Gerade die derzeit aktivste Gruppierung in Wien operiert um vieles  
professioneller als NetzNetz, sei es im Bereich der politischen  
Verhandlungen mit der Stadt, der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit  
(lfd. Berichterstattung), der Bündnispolitik und auch in konkreten  
Fragen der Selbstverwaltung, zB der Validierung ("Who is in, who is  
out"):

Seite 6, Ausschlusskriterien:

Ausschlussgründe sind sexistische, rassistische, homophobe,  
rechtsextremistische, autoritäre oder durch Drogenkonsum verursachte  
Verhaltensweisen, die zu unbewältigbaren Problemen oder zur  
Gefährdung des Projekts (...) führen. (...) Finanzielle, rechtliche  
und andere Probleme einzelner Personen oder Bereiche sollen aber  
nicht zwangsläufig zum Ausschluss aus dem Projekt führen."

Hausprojekt Pankahyttn, KONZEPT, Mediumfassung 10/06, zitiert nach  
Pressemappe Initiative Pankahyttn, Alles für alle, 12. 12. 06

...............

Leider trifft deine Analyse in Bezug auf die "NetzNetz- Kondition"  
zu, diese Erkenntnis könnte aber - erst einmal schmerzlich akzeptiert  
- auch zu einem Umdenken und einer Neuorientierung führen.

NEUPOSITIONIERUNG KOMMT!
SELBSTVERWALTUNG WIRD WIEDER!
NETZNETZ BLEIBT!

Stefan

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