Hi Liste,
hier wurde verschiedentlich, geradezu polemisch, argumentiert, dass
den (immer automatisch als "unkundig" gedachten...) Kunden vieles
'Technische' garnicht interessiere und man es deshalb garnicht
erw�hnen solle.
Der Ansicht bin ich nicht, sondern ich versuche, im Rahmen eines
Auftrags den Kunden ganz unauff�llig in Sachen Net-KnowHow zu bilden
(ich kann das leicht machen, da ich z.B. ein Netzlexikon geschrieben
habe, das f�r seine gute Verst�ndlichkeit bekannt ist). Nur so wird er
n�mlich auf Dauer in die Lage versetzt, sinnvoll Preise vergleichen zu
k�nnen. Es ist nun mal ein verdammter Unterschied, ob ein Java-Applet
oder CGI-Script erst neu programmiert werden muss oder man ein
vorhandenes anpasst. Es ist auch gut zu wissen, was ein animiertes Gif
ist - ich h�rte von Leuten, die das den Kunden als eine Art
"Fernsehspot" verkaufen, analog Fernsehen dann auch stinketeuer...
Auch vermittle ich nat�rlich, da� "je mehr Hightech, desto weniger
Kompatibilitaet" - wer das verschweigt, erlebt u.U, ein b�ses
Erwachen, wenn der Kunde dann mal in anderer Konfiguration testet...
Vom naheliegenden Gedanken "sichtbar mit *allen* Browsern" muss man
den Kunden halt erstmal runterbringen, wenn man nicht nur Uralt-Design
anbietet, was der Kunde in der Regel ja NICHT will!
Dass Dinge wie "getestet mit..." oder sonstige Validierungsangaben f�r
den Kunden unn�tz seien, seh ich auch nicht ein. Er bekommt immerhin
dadurch ein Gef�hl, dass die Sache nach "irgendwelchen"
Qualit�tskriterien gecheckt ist und kann selbst entscheiden, ob er das
genauer wissen will. Wenn ich z.B. einen Monitor kaufe, ist es auch
nicht schlecht, zu lesen, dass er der TCO-Norm entspricht und wenn ich
auch noch weiss, ab wieviel Herz mit einer flimmerfreien Darstellung
zu rechnen ist, bin ich weniger in Gefahr, einen unergonomischen
Billigscheiss zu kaufen - gibts da wirklich Zweifel dran?
Zum Vergleich: Auftraggeber im Printbereich haben �ber die Jahre auch
gelernt, da� es eine Druckvorstufe gibt, dass es Vierfarb. Dreifarb
und Schmuckfarben-Druck gibt, dass man mit Offset, Litho und
neuerdings digital drucken kann und dass das alles unterschiedlich
viel kostet.
Die Frage: bekommt er seine Umsatzkurve hoch? ist ja sehr
"kundenfreundlich" - aber den will ich sehen, der als
Webdienstleister bereit w�re, sein Angebot DARAN auszurichten! Gerade
hier wurde und wird das Netz ja von vielen Hype-Propheten gnadenlos
�bersch�tzt. Kunden, die ihre erste Website wollen, ist oft nicht mal
klar, dass es mit dem "reinstellen" bei weitem nicht getan
ist....egal, wie super die Site ist.
Alles in allem: �ber die Bedingungen und Produktionsweisen im Netz
kann man unkundige Kunden m.E. nicht voellig im Unklaren lassen, darf
sie andrerseits auch nicht mit unerl�utertem Fachjargon vollquatschen.
Wir hatten diese Diskussion sehr ausf�hrlich in der Liste
WebSchriftTalk. Sie hat dazu gef�hrt, dass viele gemeinsam einen
"Standard" guten Webdesigns entwickelt haben, der im Rahmen einer
Mailingliste fortentwickelt wird. "W3-Quality-Charter" soll dem
"unkundigen Kunden" eine Checkliste an die Hand geben, f�r die er sich
interessieren kann oder auch einfach dem Label vertrauen. Anbieter
k�nnen das Label "W3Q" nutzen, wenn sie sich selbst zur Einhaltung der
enthaltenen Voraussetzungen verpflichten.
Zum ansehen: http://www.w3q.org/
Auch "Dr.Web" verfolgt eine �hnliche Initiative in der Aktion "Q -
mehr Qualit�t f�rs Web".
http://www.ideenreich.com/dr-qua.shtml
Wir k�nnen m.E. hier nur unsere duraus unterschiedlichen Sichtweisen
austauschen, wir m�ssen ja nicht "auf einen Nenner" kommen, das w�re
sogar eher �d. Welche Art, seine Leistungen anzubieten, sich
durchsetzt, entscheidet sowieso der Markt.
Besten Gru�
Claudia Klinger