Hallo!
> Schoen waers dann nur noch, wenn man es den Entwicklern etwas
> einfacher machen wuerde, kreativ zu werden. Der Wildwuchs bei
> Attributen und Relationen, deren Bedeutung sich immer wieder
> aendert, wirkt hier einschraenkend. Mal schnell eine
> OSM-Anwendung schreiben, die die Mehrzahl der Attribute so
> unterstuetzt, wie das vom Eintragenden mal gedacht war, ist
> extrem komplex geworden.
>
> Hier sind die kommerziellen Anbieter noch deutlich im Vorteil.
> Daten, die ich von denen kaufe, sind mit viel weniger Aufwand
> und viel sicherer zu interpretieren. Solange diese Problematik
> nicht verstanden wird, wird OSM ein Aussenseiter bleiben.
+1
Dem kann ich nur zustimmen. OSM ist durch den anarchistischen Ansatz einfach
keine belastbar zuverlässige Datenquelle. Während wir uns noch halbwegs einig
sind, was eine Autobahn ist, geht bei primary und secondary die Diskussion
schon los und spätestens bei der gefürchteten Rad/Fußweg Diskussion mit
mittlerweile 6 verschiedenen herausgearbeiten Ansichten was die Tags bedeuten
ist dann keine vernünftige Auswertung mehr möglich. Da ist eine kommerzielle
Quelle mit einem vorgegebenen Schema klar im Vorteil. Für einen professionellen
Einsatz wünsche ich mir eine Basis, die nicht ständig Struktur und Bedeutung
ändert und mich zu permanentem Nachziehen zwingt.
> > Je mehr OSMer den Wert der "Usability" erkennen,
> > desto erfolgreicher wird OSM sein.
>
> Auch eine stabile und durchdachte Schnittstelle gegenueber
> potentiellen Anwendungsentwicklern, die ueber Punkt-Strich
> hinausgeht, kann der Usability zugute kommen.
Das sehe ich genauso. Es gibt viele tolle Tools bei OSM - aber einen enormen
Mangel an Dokumentation, stabilen Versionen oder kompatiblen Updates. Solange
man manche Tools oder Funktionalitäten erst gar nicht findet, die Funktion
durch try&error ermittelt werden muß, man sich routinemäßig den Code selber
portieren oder zurechtpatchen muß oder sich plötzlich alles unangekündigt
ändert wie z.B. die OSM OpenLayers-Klassen neulich, ist eine Google API für
einen professionellen Einsatz die deutlich sinnvollere Alternative. Während das
dem Geek alles Spaß machen mag, kostet es für einen beruflichen Einsatz zuviel
Zeit, verursacht damit laufende und vor allem schlecht planbare Kosten und kann
immer wieder für spontane Ausfälle sorgen. Und ein Gelegenheitsanwender ist
ganz außen vor.
Neben diesen Aspekten fehlt bei OSM meiner Ansicht nach auch eine richtige
Straßenkarte als Anwendungsfall und "Lockmittel". Das Projekt heißt zwar Open
Street Map, aber es gibt keine dedizierte Street Map. Die
Mapnik/Osmarenderkarten sind - wie ich neulich gelernt habe - auch gar nicht
dafür gedacht und dienen eher als ein Schaufenster, in dem möglichst viele
verschiedene Elemente gezeigt werden, die aber für keinen Zweck richtig optimal
geeignet sind. Die Straßenkarten bei Google Maps, falk.de etc. sind wesentlich
übersichtlicher und für die Straßenorientierung besser geeignet als die mit
Details aller Art überfrachteten OSM-Karten. Vielleicht wäre eine dedizierte
Straßenkarte plus ein stabiles API für eigene Anwendungen ein gutes Beispiel um
Leuten die Verwendung von OSM nahezubringen.
bye
Nop
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