Hallo Ulf, > Ich gehe davon aus, daß mit der zunehmenden Verwendung von OSM auch > zunehmend "die Deppen kommen werden, die nur kaputt machen wollen" :-(
> Egal welche Einschränkungen wir auch immer machen wollen um Vandalen in > Zukunft zu bremsen, das wird mit ziemlicher Sicherheit auch legitime > Anwender betreffen. > Ich hatte auf dem letzten NFE-Treffen die etwa 10 Anwesenden gefragt, > wer denn "seine" gemappten Bereiche auf Vandalismus überwacht. Die > Antwort war: keiner ... Zu diesen drei wesentlichen Statements ein paar Ergänzungen: *Destruktivität* ist immer eine Folge von persönlich erlebter Verletzung. Wenn eine solche Verletzung bei der Arbeit in OSM erfolgte, wäre es hilfreich, den zugrunde liegenden Vorgang zu analysieren und den Konflikt zu lösen. Wenn eine solche Verletzung woanders erfolgte (Chef, Vermieter, Partner, etc), dann hilft es manchmal, dem Betroffenen zu helfen, die zwei Bereiche zu trennen, damit er seinen Frust nicht auf OSM überträgt. Dann gelingt es vielleicht auch, ihn wieder zu produktiver Arbeit zu animieren. *Destruktion* hingegen kann auch einfach die Folge von mangelndem Wissen/Können/Erfahrung, oder von mangelnder Aufmerksamkeit sein. Oder manchmal auch von noch nicht ausgereiften Programmen. Kontrolle und Sanktionen verschärfen das Problem meistens. Der "Destruktive" erfährt subjektiv dadurch eine weitere "Verletzung" und rüstet auf, indem er seine Methoden verfeinert oder grössere Geschütze auffährt. Daraus entwickelt sich eine Eskalations-Spirale, die Feindbilder zementiert und Lösungen verhindert. Politische Beispiele gibt es zuhauf. Unter Kontrolle leiden auch alle friedlichen und konstruktiven Menschen. Sie vergiftet auch das soziale Klima. Politische Beispiele gibt es auch dafür zuhauf. *Selbsterfüllende Prophezeiung* kann dazu führen, dass vermehrtes (aufgeregtes) Sprechen über etwas dazu führt, dass das was man eigentlich vermeiden will mit grösserer Wahrscheinlichkeit auftritt. Beispielsweise weil die Aufmerksamkeit selektiv geschärft wird, und assoziativ mit dem Thema dann simple Fehler als "Vandalismus" fehlinterpretiert werden. Frederik's sorgfältige Fragen und Dein "anscheinend zumindest" sind da sehr wertvoll. Ja, auch ich kennen keinen Fall von "Vandalismus". Mit zunehmender Datendichte und beteiligten Datensammlern werden hingegen zunehmend "ideologische" Auseinandersetzungen auftreten: - was nun "wichtig" ist und unbedingt erfasst werden muss - wann etwas so und wann anders erfasst werden muss - ob etwas in einer bestimmten Weise erfasst werden darf, damit der Renderer das dann auch anzeigt (oder eben gerade nicht anzeigt) - welche Lagegenauigkeit "richtig" ist - wann (geschachtelte) Relationen "sinnvolle" Modellierungen sind - etc. Dafür werden wir mittelfristig Entscheidungsstrukturen festlegen müssen. Aktuell ist es ja so, dass die Renderer (bzw. deren Macher) dies implizit bestimmen. Und im Vorfeld auch die Editoren. Und auf Datenebene bestimmen die Datensammler mit der meisten Zeit (bzw mit dem mächtigsten Bot) und davon lassen sich die Editoren wiederum teilweise leiten. So überzeugend ich das "jeder darf alles"-Prinzip inzwischen finde, ich fürchte, bei zunehmender Daten- und Mapper-Dichte und grenzüberschreitenden Karten wird das an Grenzen ;-) stossen. Persönlich wünsche ich mir: - dass ich in JOSM nicht aus Versehen eine Grenze anfassen kann (also beispielsweise einen dezidierten "Grenze bearbeiten"-Mode) - dass ich /immer/ wenn ich eine Linie oder Fläche verschiebe automatisch ein <Strg-z> angeboten bekomme - vielleicht kann man zwischen "verschieben eines Punktes" und "verschieben der Karte" noch genauer unterscheiden? (wenn ich von einem anderen Programm komme, dann passiert es mir immer wieder, dass ich mit gedrückter linker Maustaste versuche die Karte zu verschieben und erwische dann ein Kartenelement) Gruss, Markus _______________________________________________ Talk-de mailing list [email protected] http://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de

