Hallo Markus.
Sicher: Wünschenswert wäre vieles; und natürlich kann man sich auch für OSM wünschen, dass alle möglichen Verwendbarkeiten von Daten vorberechnet werden. Aber das ist meiner Meinung nach weder das Ziel des Projekts OSM selbst, noch ist es machbar.

Ziel von OSM ist der erste Schritt: die Geo-Datenbank zusammenzusammeln.
Selbst die OSM-Standardkarten (Mapnik, Osmarender) sind eigentlich nur Mittel zum Zweck.

Etliche Unternehmen, Privatpersonen und Projekte berechnen daraus eigene Karten, Statistiken, 3D-Modelle und was auch immer. Wenn man alle möglichen Zwischenprodukte vorberechnen wollte, könnte man die Cloud-Infrastruktur von Google vermutlich komplett auslasten - und hinterher würde es doch niemand verwenden.

Du forderst die Berechnung der Landmasse durch OSM. Der nächste fordert die Berechnung des Routing-Graphen, und der dritte will aber den Routing-Graphen noch etwas anders haben. Ich kann das beliebig weit fortsetzen - aber vielleicht reicht dir das hier schon, um zu verstehen, dass das nicht funktioniert.

Alles, was bereitgestellt wird, muss irgendwo und irgendwie auch berechnet werden - und Server kosten Geld. Für die Basisdienste scheint das Geld da zu sein momentan - und ich muss zugeben: ich habe mir bisher kaum Gedanken darüber gemacht, woher es kommt. Zahlst Du dafür?

Die Software-Infrastruktur rund um OSM ist fast komplett frei; es gibt nur wenig grundlegende Programme zum Verarbeiten der Daten, die du nicht einfach selbst installieren und losrechnen lassen kannst.

Niemand hindert dich, die Daten dann auch anderen zur Verfügung zu stellen, zum Beispiel in Form einer anderen "DB-Schicht", wie du sie nennst - und wenn Du eine universelle Schnittstelle haben willst, hindert dich nichtmal jemand daran, die Standard-API zu duplizieren und auf deinem Server selbst anzubieten (jedenfalls, was den Read-Only-Part angeht).

Mein Vorschlag, ein Skript für die Landmasse (oder eben auch andere wiederkehrende Aufgaben) zu entwickeln und zur Verfügung zu stellen, schont die Server des Projekts, erlaubt dir auch, das als Dienst für andere anzubieten, erlaubt aber vor allem auch einem Konsumenten, diese Features einfach zu berechnen.

Gruß
Peter


Am 25.03.2011 08:35, schrieb Markus:
Hallo Bernd,

Wichtig ist, das Ergebnis der Berechnung weder direkt in den Daten zu
haben noch "live" im Rahmen der OSM-API anzubieten.

Für den Benutzer ist es unerheblich, woher er die Daten bekommt:

Geofabrik mit den OSM-Datenauszügen
direkt auf der Kern-Infrastruktur (API)

Ich stelle mir vor, dass es mehrere DB-Schichten gibt, mit unterschidlichen Funktionalitäten.
Basis sind die Rohdaten.
Darum herum gibt es Indexe, Relationen, berechnete Daten und Views.
Für häufige wiederkehrende Anfragen werden die Ergebnisse periodisch vorberechnet. Für sehr häufig wiederkehrende Anfragen könnten auch die Kacheln periodisch vorberechnet werden. Der Benutzer wird dann entsprechend seiner Anfrage automatisch zur richtigen Schicht (View) geleitet.

Das kann zentral rund um den "Core" organisiert sein,
oder dezentral per "Cloud Computing",
oder wie bisher durch die Geofabrik und andere engagierte Unterstützer.
Aber alles sollte m.E. über eine möglichst universelle Schnittstelle zugänglich sein.

Gruss, Markus

_______________________________________________
Talk-de mailing list
[email protected]
http://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de


_______________________________________________
Talk-de mailing list
[email protected]
http://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de

Antwort per Email an