Am 15.08.2011 00:53, schrieb Garry: > Am 14.08.2011 16:40, schrieb Christian Müller: >> Geographisch evtl. nicht, topologisch hingegen schon. Der Wegesrand >> beginnt, topologisch gesehen, links und rechts des Weges, welcher in OSM >> durch eine Linie repräsentiert wird. Ein Standard ist nicht etabliert, > Was verstehst Du unter Wegrand? Zwischen der Verkehrsfläche und dem > Wald, Wiese etc. > liegt fast immer noch was anderes - Entwässerungsgraben, Schutzfläche, > Lärmschutzwand, > Gebüsch,...
Solange das nicht gemappt ist, interessiert es in OSM nicht. Wenn Entwässerungsgraben, Schutzfläche, etc. gemappt werden, wird die Topologie geändert. Der Wegesrand ist dann detailierter erfasst, die Aussage "Gebiet beginnt am Wegesrand" wird dann zu "Gebiet beginnt an Schutzfläche" oder, noch genauer "Gebiet beginnt an Schutzfläche, welche an Wegesrand grenzt". In diesem Moment zieht man in OSM die Grenzen neu, weil man mit der Aufnahme neuer Daten den Detailgrad erhöht. Ich verstehe die Arbeit an OSM also als inkrementelle Arbeit. Details die in OSM nicht erfasst sind, sollte man nicht berücksichtigen (bis sie erfasst werden), weil sich über sie (noch) keine Aussage treffen lässt. Vgl. das Erfassen eines großen Waldes. Erst wird grob der Umriß gezeichnet, später packt ein anderer Löcher rein. Solange ich nur zwei Datenobjekte in OSM habe, spreche ich davon, dass das Gebiet an die Straße grenzt. Die Aussage ist solange genau genug, bis jemanden stört, dass da noch etwas dazwischen ist. Aber bis dahin ist sie eben genau genug, das ist entscheidend. Wenn das dazwischen interessiert, sollte es gemappt werden. Interessiert der Entwässerungsgraben, mappe ihn, interessieret der Grünstreifen zwischen Graben und Straße, mappe auch ihn. Egal bei welchem Detail Du ankommst, die Aussage "ein Gebiet grenzt an ein nächstes" wird immer korrekt sein, solange Du nicht über noch konretere Dinge sprichst. Solange der Graben also nicht interessiert, er also nicht gemappt ist, wir also nicht wissen dass er da ist, geht er als (noch nicht gemapptes) Detail im gröberen Gebiet/landuse unter. Du könntest nun argumentieren, ein Stück "Niemandsland" als Platzhalter mache Sinn, weil da noch etwas "sein könnte". Das ist aber genau so falsch oder richtig, wie es wäre, wenn Du das Gebiet anklebst. Denn zum einen könnte da tatsächlich nichts mehr sein, das uns noch interessiert und zum anderen, wenn da noch ein Graben ist, müsstest Du bei allen neu erfassten Waldflächen überall vorsorglich Löcher zeichnen, denn in denen könnte ja auch immer noch etwas sein. Ich will damit nur aufzeigen, dass es keinen Sinn macht, über Dinge zu sprechen, die noch nicht gemappt sind, wenn man sich über Topologie unterhält. Die werden erst relevant, wenn man sie einträgt, bzw. zur DB hinzufügt. Auf dem Detailgrad, den man hat, ist es IMHO besser und hübscher, wenn die Flächen verklebt sind. Auch wenn wir nicht für sie mappen, gibt es z.B. für Renderer Vorteile, denn die Übersichtlichkeit kommt auch dort, gerade bei hohen Zoomstufen, an. Für mich bleibt als einzig wesentliches Argument gegen das Verkleben nur, dass es für Einsteiger auf den ersten Blick einfacher ist, zu sehen, was wo hingehört und wie etwas zu ändern ist. IMHO begründet sich das auf einem bessern visuellen Feedback des Editors. Denn man sieht die Grenze auch ohne das Gebiet markiert zu haben. Grüße Christian ps: noch ein prakt. Beispiel Interessant wird die Geschichte, wenn wir z.B. folgendes betrachten: Eine Straße, welche an ein Gebiet grenzt, das von einem Zaun umschlossen wird. Uns interessieren nur diese Features, nicht, ob dort noch etwas dazwischen ist. Zaun und Straße werden in OSM als Linienfeature erfasst, sie liegen in der Realität aber nicht aufeinander, also müssen sie getrennt voneinander gezeichnet werden, um dann das Gebiet mit dem Zaun zu verkleben - je nachdem, ob das Gebiet am Zaun endet, oder doch am (hier nicht näher spezifizierten) Straßenrand. Zaun und Straße werden aber nicht verklebt, zwischen ihnen ist aber kein Niemandsland, sondern der Abstand Straßenrand-Straßenmitte. Würden wir die Straße als Fläche erfassen, was sie eigentlich ist, würden wir sie mit dem Zaun verkleben, denn letzerer trennt Gebiet von Straße fast mit einer Breite von null (bzgl. OSM-Verhältnissen). Die Straße /mit ihren Rändern/ wird aber in OSM als Linie abstrahiert. Solange ihre Grenze (hier: der Zaun) nicht näher gemappt ist, können wir also davon sprechen, dass die Linie nicht nur Mitte, sondern auch den Rand repräsentiert (linker oder rechter ist egal, denn durch die Abstraktion werden diese Details ja "weggeworfen"). Wir können also auf jedem bel. Detailgrad davon sprechen, dass etwas an etwas anderes grenzt und das kann man doch topologisch dann auch so darstellen und mappen, oder nicht? Es geht ja in OSM um ein Abbild der Realität, das einen begrenzten Detailgrad hat. Für diesen (aktuellen) Detailgrad, sollte IMHO die Topologie so gut sein, wie es geht. Um nochmal auf den Zaun zurückzukommen. Einfach gesprochen, wenn der eine Fläche einsäumt, lassen Mapper m.W. auch keinen Platz zur Fläche - hier ist das Verkleben ein Automatismus. Wir taggen den way mit barrier=fance und die Fläche, die er umschließt, auf demselben way mit landuse=* - da gibt es auch kein Niemandsland dazwischen. _______________________________________________ Talk-de mailing list [email protected] http://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de

