Am 14.09.2011 03:14, schrieb Christian Müller:
Am 13.09.2011 17:14, schrieb Martin Koppenhoefer:
ich würde das Gebiet zweier dauerhaft bewohnter Häuser im Wald als
landuse=residential kennzeichnen. In Deutschland kommt so was aufgrund
des Verbots, im Aussenbereich zu bauen, allerdings extrem selten vor.

welchen Sinn soll das haben?  so kommen wir nicht weiter..
Es ist ein Alleinstellungsmerkmal und erhöht die Auffindbarkeit solcher Besonderheiten. Wenn Du z.B, eine OSM-Garminkarte verwendest in der aus Platzgründen keine Häuser dargestellt werden siehst Du an der Stelle des Hauses nur Wald, ohne eigenem landuse ist so ein Haus dann auf der Karte unauffindbar. Und nein, ich sehe dass nicht als Mappen für den Renderer an sondern ein Mappen der Realität zur besseren Nutzubarkeit der Daten.

Die Granularität von landuse=* ist in OSM einfach nicht die von building=* und wenn sie das wäre, wäre landuse=* für die meisten Datennutzer useless=*
Ich versteh Martin mit "das Gebiet zweier dauerhaft bewohnter Häuser"so dass er die Summe der beiden Grundstücke als eine landuse=residential Fläche mappen und nicht die Gebäude selbst als einzelne landuse-Flächen mappen will.

Das Liegenschaftsamt sieht das anders: die mappen sogar Teilflächen
wenn sie unterschiedliche Nutzungen haben auch getrennt. Ich würde das
weder fordern noch pauschal ausschließen wollen.

Ja, können sie ja machen - haben wir die Ressourcen? Macht das in OSM Sinn?
In Bezug auf Einzelhäuser im Wald ist das nicht wirklich ein Argument
Ich denke nicht, wir sollten bei dem 'vorrangig' in der Definition zur Bodennutzung bleiben.
Bei so einer gravierende Nutzungsänderung wie hier die kleine bewohnte Fläche in einem riesigen unbesiedelten Gebiet sollte man schon differenzieren...


Beim Taggen von landuse=* über seine Grenzen, macht aber auch ein amtlicher Datenimport keine Probleme. Man legt das einfach über das, was in OSM da ist, taggt die ways des Imports als

    border=administrative
    source=official

und erstellt Multipolygone mit

    type=multipolygon
    landuse=xyz
    official_key1=*
    official_key2=*
    official_key3=*
    source=official


Ich denke nicht, dass diese Granularitätsebene, auf der die Ämter mappen für eine OSM-Definition von landuse=* geeignet ist. Natürlich gibt's kein Verbot, diese Granularität in OSM zu benutzen, aber uns geht es hier um eine brauchbare Wiki-Definition, die würde ich nicht "strikt" gestalten.

    "'vorrangige', reale Flächennutzung"

Du musst auch mal überlegen, welche Konsquenzen das hätte: landuse=* würde evtl. nur noch auf dem letzten Zoomlevel renderbar sein, auf allen anderen gibt's ein verrauschtes "noise" bitmap. Weiterhin hatte sich jemand über die Fülle der Daten in Frankreich durch den Import aufgeregt. Wenn die Flächennutzung auf der Granularitätsebene von Baufenstern (oder nahe diesen) arbeitet, hätten wir zum Schluss 25*Anzahl der building Polygone an Daten in der Stadt (für jedes Gebäude finde ich unter Garantie 25 verschiedene Bodennutzungsarten ringsum). Das ist für landuse=*, useless=*..

Wenn landuse=* auf Dauer nicht über Flächengrenzen mittels multipolygon gemappt wird, womit sich 'genaue' und 'vorranige' Flächennutzungsgebiete vereinen ließen, sollte man ein anderes Tag aufmachen, um landuse micromapping zu betreiben..


Denn landuse micromapping erhöht Eintrittsbarrieren, anstatt sie zu senken..




Je kleiner man
diese Einheiten macht (bis zu Flächen, die keine Straßen mehr
beinhalten, einzelne Blumenbeete meine ich damit nicht), um so
einfacher wird es für die folgenden Mapper, dort weiterzuarbeiten.

Irrglaube, denn Du hast dann statt Struktur, "rohe" Komplexität abgebildet. brute-force, statt elegance. Es gibt keinen Bezug deiner Mini-Flächen untereinander. Man sieht sprichwörtlich den "Wald vor lauter Bäumen" nicht mehr. Wenn deine Mini-Einheit was bringen soll, dann nur über die Multipolygon-Methode, mittels derer diese Mini-Flächen wieder zu groben, fassbaren Flächen gruppiert werden können, bis zu dem Punkt, wo man wieder von 'vorrangiger', realer Flächennutzung sprechen kann, was landuse=* jetzt ist.


woher kommt eigentlich dieser Wunsch, die Realität in diesem Punkt nicht (in unserem Rahmen) möglichst genau abzubilden, sondern grobe unfragmentierte Gebiete haben zu wollen? Kann man das nicht durch Datenverarbeitung hinterher machen, wenn man gerne vereinfachte Geometrien haben will?

Nein, aus dem gleichen Grund, aus dem Du die Erfassung der Siedlungsfläche (nach deiner Definition) "explizit" wünschst.

Um es mal auf dein Beispiel mit der dt. Staatsgrenze zu übertragen:

Die ist auch explizit erfasst, obwohl man sie aus der Summe aller nächsttieferen Grenzen berechnen kann. Und die nächsttieferen Grenzen wiederum aus den nächsttieferen.. ad absurdum


Der Grund weshalb man das nicht berechnet, ist, neben dem Rechenaufwand, dass wir in OSM selbst die Information der Realität haben wollen, in der DB. Würden wir rechnen, hätten wir das Wissen um die Struktur der Daten (die Definitionen /was/ ist eine Staatsgrenze, usw.), nicht /in den Daten/, sondern -off-site- /in den Algorithmen/.

(Außerdem müßte dann eben jeder rechnen, selbst wenn die gleiche Information benötigt wird. Auf die Weise lassen sich abh. Strukturdaten in OSM vll als "gecachte, vorberechnete Daten" verstehen.)

Zwischen den administrativen Grenzen und landuse Grenzen gibt es einen kleinen Unterschied: Administrative Grenzen stammen häufig aus Importen und es kümmern sich relative wenige um deren Pflege. Sie haben langfristig bestand und es besteht für den Durchschnittsmapper keine Notwendigkeit sie anzufassen. Landuse-Flächen werden dagegen ständig angefasst, modifiziert, korrigiert, ergänzt - nicht zuletzt auch wegen der vielen unterschiedlichen Meinungen dazu. Die Verwendung von Multipolygonen führt dabei regelmässig zu Problemen. Entweder es geht was beim editieren kaputt oder Anpassungen werden aus Angst etwas kaputt zu machen gar nicht erst vorgenommen.

Garry



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