Moin!
Am 24.04.2012 20:41, schrieb Frederik Ramm:
On 04/24/2012 07:25 PM, Stephan Wolff wrote:
Aber wie findet man heraus, ob eine Änderung von einer breiten Mehrheit
unterstützt wird? Ohne Widerspruch verlaufen die Diskussionen nur selten
und am Ende steht kaum einmal ein allgemeiner Konsens.
Dafuer gibt es keine harten Regeln. Sicher ist, dass 55% nicht
ausreichen. Insbesondere legen wir auch Wert auf eine gewisse
Selbstbestimmung der Mapper. Wenn also 95% der Leute auf talk-de dafuer
sind, eine bestimmte automatische Aenderung durchzufuehren, aber alle
Frankfurter sind dagegen (und machen halt gerade mal 5% aus), dann wird
die Aenderung halt ueberall gemacht bis auf in Frankfurt.
Für einen Anteil von 5% müssten schon 20 Teilnehmer eine klare Meinung
äußern. Auch wenn 95% der Mapper einer Änderung positiv gegenüberstehen
werden sich nur wenige aktiv beteiligen. Es wird vielleicht ein
Kritiker mit zwei Befürwortern diskutieren. Möglicherweise gibt es noch
wenige "+1" Äußerungen. Was machen wir, wenn fünf Teilnehmer aus
Berlin, Karlsruhe, Kiel, Rostock und Italien dafür sind und einer aus
Frankfurt dagegen? Nehmen wir von der Änderung nur Frankfurt, Südhessen
oder ganz Westdeutschland aus?
Die Argumente,
die hier genannt werden, haben sehr unterschiedliche Qualität. Man
möchte einem Einzelnen nicht ermöglichen, eine Umstellung zu
blockieren, aber andererseits tauschen oft nur wenige Teilnehmer ihre
Meinungen aus. Zählbare Ergebnisse sind in Mailinglisten nicht sinnvoll
zu ermitteln ("+1", "-1000!!!" die sich auch noch auf unterschiedliche
Zitate beziehen).
Ja, das ist ein Problem. In bezug auf das Tagging sehe ich das nicht so
wild, das renkt sich schon irgendwie ein, und das muss auch nicht
weltweit einheitlich sein.
Manche Fragen zum Tagging, die vor drei Jahren lebhaft diskutiert
wurden, sind immer noch nicht entschieden.
(Und dass eine Mehrheit von
Nichtprogrammierern einem Editorprogrammierer vorschreibt, was er zu tun
hat, ist auch illusorisch - die koennen sich weigern, den Editor zu
benutzen, wenn er ihnen nicht gefaellt, oder eine alternative Version
herstellen.)
Ich sehe den Editorprogrammierer nicht als Bösewicht, der seine
Meinung anderen aufzwingen will. Irgendjemand muss entscheiden, was
in die Presets aufgenommen wird. Vom Programmierer kann man nicht
verlangen, dass der alle Foren und Mailinglisten liest, um die
Mehrheitsmeinung zu erforschen.
Eventuell
probieren wir ja irgendwann mal "liquid democracy" oder "liquid
feedback" im Projekt aus ;)
Das Verfahren der Piratenpartei wäre für OSM zu komplex. Wir brauchen
weder anonyme Stimmabgabe durch starke Kryptographie noch mehrstufige
Delegation.
Einfache Fragen zu OSM-Themen, die man mit einem Mausklick auf einer
fünfstufigen Skala (volle Zustimmung bis volle Ablehnung) beantworten
kann, würden genügen. Am Ende hätte man ein halbwegs verlässliches
Meinungsbild (statt 40 Beiträgen mit insgesamt 5000 Zeilen Text in denen
sich die Meinungen von nur 10 Teilnehmern verbirgt).
Viele Grüße
Stephan
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