Am Mittwoch, 30. August 2006 08:38 schrieb Carsten Senger:
 
> Du hast Deinen Unix-Versuch wahrscheinlich auch mit KDE 1.1 (oder eher noch
> 1.0) durchgeführt oder vielleicht der damaligen Version von nedit. Und dann
> bitte auch eine passende Distribution, deren eigene utf-8-Unterstützung
> irgendwo zwischen äußerst mangelhaft bis nicht vorhanden liegen dürfte.

Dafür braucht man gar kein utf-8. Man muss nur den charset auswählen können.

> Ich verstehe diese Arten von Diskussion einfach nicht.

Ach ja, wir sind vom Anfangsansatz ein wenig weg. Ich dachte, man nimmt für 
das Seminar ein einfaches, an unserer Schule häufiges Anfängerproblem:
einen Texteditor öffnen und damit seinen eigenen Namen, der Sonderzeichen 
enthält, richtig schreiben. - Geht das, wie geht das - unter Windows, unter 
Linux?

Wir wissen jetzt dass es mit Beiden geht. Und die Mehrzahl der Rückkoppelungen 
hier sagt: es sei kein (!) gutes Beispiel für solch ein Seminar. Damit ist 
das Beispiel "draußen". 

Meine eigene Bewertung bleibt, erst recht nach dieser Diskussion, freilich 
eine ganz andere: 
Windows wirbt (und die Leute, die Windows benutzen, weil es angeblich so, out 
of the box, "fertig", ohne weitere Kenntnisse, zu gebrauchen sei, im 
Gegensatz zu Linux, bei dem man ja "Programmierer" sein müsse) damit, dass es 
anfängerfreundlich und "intuitiv" sei.

Dieses Beispiel zeigt Folgendes:
- die einem Anfänger mögliche Lösung (mit charmap) geht nur, wenn man charmap 
einführt. Damit ist Windows aber nicht mehr Windows - Konzeptbruch: es geht 
eben nicht automatisch, einfach so. Bei Linux ist das Grundkonzept eh "zu 
wissen was man tut". Also ist der Hinweis auf kcharset hier legitim und kein 
Konzeptbruch. 
Mit kwrite werde ich beim Öffnen einer Textdatei gefragt, welchen charset ich 
benutzen möchte. XP macht das oft (automatisch) richtig, wie ich einräume. 
Das ist aber praxisfremd. Immer dann wenn ich es nicht brauche und keine Zeit 
habe klappt das nicht: und was dann... dann sehe ich damit alt aus. Mit dem 
Notepad unter Windows kann ich eben nicht eine utf-8 - Datei als solche 
öffnen. 
- die Lösung von Markus ist für einen Anfänger nicht möglich. Als User 
irgendwo, der z.B. Zugang zu einem Windows-PC des Gastgebers hat, kann ich 
nicht einfach in die Systemsteuerung oder gar Software installieren. - Dieses 
Problem, das für wohl Alle hier ein Klacks ist, bleibt so für einen Anfänger 
unlösbar. 

Ich räume ein, dass das für die Meisten hier ein randständiges Problem ist.
An unserer Schule, einem Gymnasium mit einen nicht unbeträchtlichen Anteil von 
Leuten ausländischer Abstimmung, ist es das nicht. Wenn man denn verlangt, 
dass Jemand, wenn er sich schon am/mit dem PC zu schaffen macht, damit 
mindestens mal seinen Namen richtig schreiben sollte.
Bei uns haben die SchülerInnen ein halbes Jahr IT-Unterricht in der 6.  
Klasse. Dann es gibt es noch für einen Teil (Wahlpflichtkurs) in der 10. 
Klasse solchen Unterricht. Da geht es aber um Programmiersprachen.
So lernen die SchülerInnen ein paar Windows-Programme anwenden. Das war es 
dann. Das Problem mit dem Namen wird übrigens "hingenommen": ja, so ist das 
eben... für ein Gymnasium in einem fortgeschrittenen Land ein Armutszeugnis, 
wie ich meine.

Gruß,

Michael Bischof 


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