Christian Lohmaier schrieb:
>>>> Mich interessiert (stets, wenn ich hier öffentlich etwas zu
>>>> Bedienkonzepten frage) Eure Bewertung solcher "Schaltflächen für
>>>> Vorlagen" hinsichtlich ihrer Usability.
>>>
>>> Sehr schlecht.
>>> 1. Verwendet sowieso der Großzahl der Nutzer keine Styles
>>
>> Ist dies wirklich als Gegenargument geeignet?
>
> Wie mans nimmt. Wenn man den Vorschlag alleine betrachtet, dann
> sicherlich nicht. Aber wenn man bedenkt daß noch "größere Fische im
> Teich schwimmen", dann (leider) doch.
Die großte Frage für mich lautet: "Wie kann OOo-Writer einer breiten
Masse von Nutzern /elegantes/ (ich vermeide bewußt die Bezeichnung
"professionell") Arbeiten mit einer Textverarbeitung schmackhaft
machen?
Mit elegant meine ich vor allem das Arbeiten mit Formatvorlagen,
genauer: das logische Auszeichnen von Text, das Strukturieren.
IMO ist der Stylist zwar schon sehr gut, aber eben noch lange nicht
gut genug.
Ich denke selbstverständlich auch an Möglichkeiten für menschliche
Vermittler, für Konfigurierer, für Dokumentvorlagen-Ersteller, die
ganze Gruppen von "einfachen" Nutzern "zuarbeiten".
> Lieber baut man ein Feature ein daß von fast allen Nutzern benutzt wird
> als eines das nur von einem Bruchteil gebraucht wird. Oder laß mal das
> Feature weg: Du hast die Wahl zwischen den Vorlagen-Schaltfächen oder
> dem Copy'n'Paste Problem. Da sich muß Dein Issue ganz klar "hinten
> anstellen".
Deine Einschätzung ist wohl realistisch.
Ich bedauere manchmal, dass es nicht gleich bei der Installation eine
Option gibt, sich für die eine oder andere Default-Konfiguration zu
entscheiden:
1 Spiel-GUI mit allen Gimmicks zum Hart-Formatieren
2 Arbeits-GUI völlig frei von Befehlen zum Hart-Formatieren
Selbstverständlich jederzeit wechselbar.
Aber ich weiß auch, dass ich mit solchen Ideen praktisch allein
dastehe.
Es ist dennoch meine Überzeugung, dass Anwender, die OOo in einem
beruflichen Umfeld anwenden, mit der zweiten Variante erheblich
schneller zu einem effizienten Arbeitsstil finden.
Viele der komplexen Anwendungen sind IMO hoffnungslos überladen.
Auch OOo.
> Und noch ein Grund: Mit dem Hinzufügen ist es ja nicht getan, das
> Feature muß auch gepflegt werden. Nimm einfach den HTML-Editor -> das
> war einfach zu viel des Guten
ACK
> Auch dagegen spricht daß es bereits (fast) äquivalente Lösungen für Dein
> Problem gibt.
> Du kannst z.B. auch eine Vorlage erstellen die eine Seitenvorlage mit
> Fußzeile enthält und dort alle benötigten Vorlagen zuweisen (aber der
> Seite dann eine andere Seitenvorlage zuweisen), dann hast Du in der
> Ansicht "Verwendete Vorlagen" alle Vorlagen drin, auch wenn Du sie noch
> nicht für den eigentlichen Text verwendet hast.
Eine kreative Idee.
Aber für meinen Geschmack zu "schmutzig" um sie für breite
Anwenderschichten zu propagieren.
> Zwar getrennt nach
> Absatz- und Zeichenvorlagen, aber das ist m.M. verschmerzbar, da die
> Absatzvorlagen auch über das Dropdownfeld des Toolbars erreichbar sind.
Wir können nur festhalten, dass wir die Bedeutung der gleichzeitigen
Sichtbarkeit unterschiedlich bewerten.
Von dem Doppelgemoppel - Dropdownfeld plus Stylist - halte und hielt
ich noch nie etwas. Das führt nur zu der eben erwähnten
"Überladenheit".
> Die andere Alternative (die bereits von Andre genannt wurde) ist es die
> benötigten Vorlagen selbst zu erstellen und dann die Ansicht
> "Benutzervorlagen" zu wählen. Dann mußt Du halt in
> Extras|Kapitelnumerierung die Zuordnung zu den Überschriften anpassen
> aber im Prinzip funktioniert auch das.
Letzteres bewerte ich als "schmutzige" Variante.
Ob es wirklich zu keinerlei unerwünschten Nebenwirkungen führt, wenn
man nicht die "Standard-Vorlagen" verwendet, habe ich noch nicht
überprüft.
> Letzten Endes ist Deine Möglichkeit ein "nice to have" - von diesen
> "nice to have" existieren aber jede Menge. Es gibt aber leider auch noch
> genügend "should have" oder "must have"...
>
>>> 2. Müßte man diese Liste immer von Hand erstellen, der Computer kann
>>> schließlich nicht wissen welche Volagen beim Benutzer "beliebt" sind
>>
>> Die Liste ist eine zusätzlich Option genau wie jede selbst
>> zusammengestellte Symbolleiste oder Tastenkürzel es sind.
>
> Eben. Und jetzt frag doch einfach mal in die Runde wer überhaupt eine
> angepaßte Symbolleiste benutzt.
Glaubst Du die von Dir vermutete geringe Nutzung könnte auch an der
umständlichen Konfiguration (kein Drag&Drop) liegen?
Ich gestehe offen, dass ich das Konfigurieren der Toolbars als Warnung
verstehe "Konfigurier mich besser nicht!"
Kürzlich erwähnte ich hier den Bug, dass man die (längeren)
Bezeichnungen der Befehle in dem Konfigurationsdialog nicht lesen
kann. Maximierbar ist der Dialog nicht.
>> Hintergrund meiner Frage BTW: Ich habe sehr positives Feedback von
>> zwei Lehrern und einer Tante zu "Vorlagen-Schaltflächen" erhalten.
>> Alle drei haben vorher nie Vorlagen genutzt und fanden den Gebrauch
>> per Schaltfläche sehr einfach und angenehm.
>
> So für sich alleinstehend ist das nicht aussagekräftig. Haben die
> "Testpersonen" vorher den Stylisten erklärt bekommen
Ja.
> bzw. mit ihm
> gearbeitet?
Nein.
> kennen sie das Dropdownfeld für die Absatzvorlagen in der
> Formatleiste?
Ja.
> kennen sie die Möglichkeit von Tastaturkombinationen?
Ja, aber sie hatten kein Interesse, nähere Erfahrungen zu sammeln.
>>> 3. Lassen sich Vorlagen schlecht als Icons darstellen
>>
>> Die meisten aller Icons werden nicht verstanden.
>> Für Vorlagen plädiere ich ganz besonders explizit für
>> Text-Schaltflächen.
>>
>>> als Folge hätte
>>> man wie in Deinem Screenshot lange Textfelder. Das will im Grunde
>>> auch keiner.
>>
>> Was ist schlecht an Text.
>
> Nicht Text an sich ist schlecht, sondern die Tatsache daß er deutlich
> mehr Platz in Anspruch nimmt als ein Icon.
Da es keine Default-Toolbars mit Text-Schaltflächen gibt, liegen
vermutlich kaum Erkenntnisse für konkrete Anwendungen vor, welche
Variante Anwender wirklich bevorzugen (und welche sie nachweislich
besser verstehen).
Ob diese Frage schon in Usability-Untersuchungen mit OOo untersucht
wurde kann ich nicht sagen.
Gibt es eigentlich systematische Usability-Tests für OOo? Wenn ja, wo
werden die Ergebnisse dokumentiert?
Aber vermutlich ist so etwas zu kostspielig.
Fakt ist: Displays sind größer geworden. Und: Sprache ist ein
hervoragendes bewährtes Mittel um einen Inhalt zu transportieren.
Schön, wenn gute(tm) Icons existieren, aber gute Iconografie ist ein
extrem anspruchsvolles grafisches Gebiet.
>> Platz für eine horizontale angedockte Symbolleiste ist auf den
>> 1024-1280er Displays satt.
^
bis
>
> Ich habe z.B. keinen so großen Bildschirm.
Du nutzt 600x800?
Ich meinte mit der Zahl die Breite.
> Und bei einem Hochkantformat
> lediglich einen Briefschlitz für das Dokument zu lassen finde ich nicht
> so toll.
ACK. Wer Hochformat mit 768 Breite nutzt, wird die vertikale Leiste
eben horizontal andocken. Mehr Fläche wird das wohl kaum verschlingen.
Ich muss nicht erwähnen, dass man bei meiner Vision die Schaltflächen
selbstverständlich mit einer frei wählbaren Hintergrundfarbe versehen
kann um eine Gruppenzugehörigkeit leicht zu visualisieren.
Auf Wunsch wird die Gruppenzugehörigkeit automatisch ermittelt.
> (Titelleiste, Menüleiste, Standard-Toolbar, Fomat-Toolbar,
> Lineal, Statusleiste sind schon Standard, die Zeichenobjektleiste ist
> wenn man sie einblendet auch Horizontal angeordnet)
Sobald das freie Gestalten (und Verwalten!) von Toolbars weit
einfacher ginge als zur Zeit, werden interessierte Anwender nach und
nach die Standard Toolbars ausblenden und sich ihren Werkzeug-Cocktail
selber mixen.
Glaube ich.
>> Langer Text in Text-Schaltflächen soll natürlich (in meiner Idee)
>> umbrochen werden können. Also mehrzeilige Schaltflächen.
>> Mehr als zwei Zeilen dürften für Beschriftungen kaum je nötig werden.
>
> Und auch daß ist eine neue Funktionalität die AFAIK noch nicht existiert
> und den Aufwand noch erhöht (habs noch nicht ausprobiert).
Du wirst Recht haben.
Mir geht es bei meiner Nachfrage auch zunächst darum, ob ihr
Funktionen als wünschenswert und nützlich anseht.
Ob ihre Realisierung wahrscheinlich ist, steht auf dem nächsten Blatt.
>>> 4. Wenn schon eine "beliebte-Vorlagen-Liste", dann da wo man sie
>>> erwarten würde, nämlich im Stylisten.
>>
>> Gerne auch dort. Ich möchte ja den Stylist keinesfalls ersetzen,
>> sondern nur dessen Funktionen ergänzt wissen.
>> Die Option eine Symbolleiste mit "Vorlagen-Textschaltflächen"
>> auszustatten bietet eben noch mehr Flexibilität als eine bloße
>> Erweiterung des Stylisten.
>
> Welche /zusätzliche/ Funktionalität denn?
Dein Argument des Platzbedarfes greift.
Wenn der Anwender in /einer einzigen/ Leiste, ob horizontal oder
vertikal, /alle/ für ihn nützlichen Funktionen sammeln kann, egal ob
seine Vorliebe Text-Schaltflächen oder Icons sind, dann, erst dann
kann er auf minimalem Raum seine effektive, nicht überladene, auf
einen Blick erfassbare grafische Arbeitsumgebung verwirklichen.
Wenn er doch Lust auf Tastenkürzel bekommt wird diese grafische
Toolbar nach und nach schlanker werden.
Andreas
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