Hallo Andreas, *,

Andreas Borutta schrieb:
> Bisher nahm ich an, dass Inhalten, entsprechend ihrer Bedeutung und
> Rolle innerhalb des gesamten Dokumentes, Formatvorlagen zugewiesen
> werden und danach der Nutzer für jede Formatvorlage festlegt, auf
> welche Weise die Inhalte angeordnet werden.

Formatvorlagen haben da ein gewisses 'Mitspracherecht', aber das
wesentliche Grundprinzip der Unterscheidung ist ein Anderes:
Fließtext fließt quasi, deshalb ist die Bezeichnung garnicht dumm,
stelle Dir mal Folgendes vor:
Stelle Deinen Monitor auf den Kopf das Text den du eingibst praktisch
'oben' ergänzt wird und nun stelle Dir Vor der Satzspiegel sei ein
Wasserglas und der Text und die Objekte des Dokuments seien verschiedene
Murmeln. Stelle das Wasserglas normal auf den Tisch und fülle die
Murmeln in der Reihenfolge und Anordnung ein wie es Deinem Ziel
entspricht. Und stelle Dir vor es ist eine Murmel die erste die Du ins
Glas legst. Klebe diese erste am Boden fest und die zweite die Du
reinlegst klebe (elastisch! i.S. frei bewegbar und doch verbunden) an
der ersten fest, verfahre mit allen weiteren Murmeln in Reihenfolge so.
Ist das geschehen denke Dir virtuell die Verbindung der ersten Murmel
mit dem Boden des Glases existiere nicht mehr, alle anderen Verbindungen
wären jedoch noch da. Drehe das Glas auf den Kopf und alle (verbundenen)
Murmeln fallen raus. Das ist das Prinzip von Fließtext. Die erste am
Boden verklebte Murmel entspricht entweder einem manuellen Seitenumbruch
oder den Dokumentenanfang. Es kann also im dem Glas mehrere Einzelketten
geben.
Alle Einzelketten füllen jedoch das Glas ohne Hohlräume aus (das
zwischen den Murmeln Hohlräume sind ist nur die Unzulänglichkeit meiner
Modellvorstellung).

Layoutorientiert heißt jedoch das Du _jede einzelne_ Murmel mit dem Glas
verklebst, wobei Du mir nun sagen kannst auch eine einzelne Murmel sei
eine (sehr kleine) Kette. Aber die zulässigen Verklebungen für Fließtext
sind ebend _nur am Glasboden_ möglich und wenn Du jede einzelne
verklebst mußt Du auch welche an die Wände des Glases kleben. Da Du aber
jede einzelne verklebst können beliebig große Hohlräume zwischen dn
Murmeln sein.

Irgendwie das Prinzip verstanden?
Dann sollte auch klar sein das ein Textdokument mit überwiegend
Fließtext auch an der Seite verankerte Elemente haben kann, also
eigentlich schon eine Mischung von Fließtext und Layoutorientierung ist.
Und wieder ist mein Modell hier ganz passend, weil ich jetzt sagen kann:
Der Teil des Dokuments der Fließtext ist will alle 'Hohlräume' füllen,
der layoutorientierte Teil will das aber nicht. Es werden also
gewissermaßen im layoutorientierten Teil als Hohlräume vorgesehene
Stellen trotzdem mit Fließtext gefüllt, obwohl das nicht beabsichtigt
ist. Den Fließtext das zu verbieten hieße ihm zum layoutorientierten
Text zu machen.
In der Praxis äußert sich nun dieser Kompromiss darin das Elemente
anfangen unkontrolliert sich zu verschieben wenn Du etwas änderst.
Dieser Effekt ist natürlich nicht immer gravierend weil ja das Programm
möglichst versucht das zu vermeiden bloß wo es das nicht mehr schafft
merkt man dann das die Vereinigung von Fließtext und Layoutorientierung
in einem Dokument doch ein irgendwie etwas fauler Kompromiss ist dessen
Auswirkungen man immer durch gewisse Tricks (im Code selbst oder durch
den Programmnutzer) und manuelles Eingreifen 'zähmen' muß.

Naja, so ganz grob.

> In welche Kategorie fällt eigentlich HTML plus CSS?
> "Fließtextorientiert" oder "anordnungsorientiert"?

Das HTML keine Seiten kennt müßte man wohl annehmen das Browserfenster
wäre sowas wie ein Satzspiegel, dann würde ich sagen das relativ
positionierte Elemente eher als Fließtext anzusprechen wären und absolut
positionierte Elemente als layoutorientiert. Gleiche würde für
absolute/relative Größenangaben gelten.
Beides ist sowohl in normalen HTML als auch mit CSS möglich.
Bloß Fließtext/Layoutorientierung ist eigentlich IMHO für HTML keine so
besonders passende Kategorisierung.


Gruß
Jörg

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