Lieber Jörg,
ich vermute, wenn ich die Sache aus Deiner Sicht betrachten würde, dann würde ich vermutlich zu ähnlichen Schlüssen kommen. Aber schreibst Du nicht immer, das man nicht vor Kenntnis aller Fakten ein Urteil fällen soll?

Ich weiss, dass der Informationsfluss in den letzten Monaten spärlich war, aber das hat auch Gründe. So war es nicht möglich über verschiedene Themen zu sprechen oder diese öffentlich zu machen, ohne die am Ende Betroffenen - die von Ora bezahlten Entwickler - in eine unangenehme Lagen zu bringen. Wer jemals angestellt war, kennt das vielleicht. Wir haben hier auf die Leute, deren Reputation und was noch nicht alles Rücksicht genommen. Wie Mattias schrieb, wir sind 4 (na ja, mittlerweile schon ein paar mehr ;) ) - das sind die 4 die sich offen hinstellen. TeamOpenOffice hat sich hingesetzt und überlegt - die Majorität sind halt die "alten" Oracle/Sun Angestellten - was kann in welcher Reihenfolge geschehen. Hier lag sicher das Hauptaugenmerk auf den Menschen nicht auf dem Produkt. Wenn Du meinst das Produkt OOo sei wichtiger als die Menschen dahinter .... (nicht falsch verstehn, hast Du so nicht geschrieben!). Es wurde immer abgewägt, ob es jemanden schaden kann bzw. wie können wir etwas tun, ohne jemanden der (noch) Angestellten in eine unangenehme Lage zu bringen. Zugegeben eine sehr zögerliche Vorgehensweise, aber damit haben sich alle "wohl" gefühlt. Wie haben uns dazu entschieden, anfänglich nicht die Last auf viele Schultern zu verteilen, da hier auch die Gefahr bestanden hat, dass Informationen in den einen oder anderen Kanal rutschen und eventuell das Projekt oder noch schlimmer die Leute dahinter beschädigt werden. Ob die Strategie gut ist sei dahin gestellt, wir haben uns dazu halt entschlossen. Nachdem alles soweit fixiert war - Oracle hat bis Sept. gebraucht seine MA schriftl. zu kündigen - konnten wir erst anfangen. Das Timing mit der PM :( .... Jetzt werden die verschiedenen Aufgaben identifiziert und wir arbeiten sie ab und das auf unterschiedliche Gruppen zugehen gehört dazu.

1. Wir haben schon mit gr. "Installationen" direkt und persönlich gesprochen - keine Sorge. Die Reaktionen waren hier deutlich mehr als nur positiv! 2. Wir stehen für ein KOSTENFREIES OOo - wir denken, dass Entwickler auch anders finanziert werden können, als über plumpe Lizenzgebühren. 3. Wir werden alles daran setzten, das Know-How im Projekt zu halten und (fast viel wichtiger) neues heran zu holen und mit dem vorhandenen zu vernetzen. 4. Wir wollen für eine feste und verläßliche Releasepolitik stehen, halt mehr businesstauglich.
5. Wir wollen zu AOO kontributen
6. Wir wollen mit LO zusammenarbeiten und einen gemeinsamen Weg finden
7. Wir wollen die "Community" - da zählen wir uns auch zu ;) - einbinden und fördern Ich will niewieder, dass man sich wochenlang den Ar... abrennt, um Freiwillige und Gelder für z.B. einen Cebit-Stand zusammenbetteln/suchen muss (Roland weiss was ich meine). TeamOO hat schon immer (!!) die Gelder für OOo verwaltet, aber auch nur das. Wir wollen jetzt agieren und nicht mehr passiv auf "Anträge zu Unterstützung" warten. Wenn ich schon an die vielen (vergeblichen) Posts der Vergangenheit denke, die sich um Hilfe/Personal und Unterstützung bei Linuxtagen, Veranstaltungen, etc. vergeblich bemühten. Das möchte ich in Zukunft in die Hände einer Gruppe legen, die sich aktiv darum kümmert und die auch die Mittel bekommt es zu machen.
Das ist in meinen persönlichen Augen z.B. professionelles Arbeiten.

Die Liste kann beliebig länger werden, aber wir haben Sonntag und meine Fam. schaut mich schon schräg an ;)

Viele Grüße

Thomas



Am 23.10.2011 10:46, schrieb Jörg Schmidt:
Hallo,

Thomas Mitzka schrieb:
Ich weiss jetzt noch nicht genau, was nicht "koscher" ist,
wenn sich Menschen zusammentun und die Ärmel hochkrempeln,
sich mit Anwendern (hier Schwerpunkt "Business") unterhalten
und sie einfach mal fragen, was sie sich für die Zukunft
wünschen.
Allein wenn ich das aktuelle Trauerspiel auf XING sehe (dort gibt es Team OOo
praktisch nicht) und hier den Begriff "Business" lese wird mir ganz komisch.

Weiterhin sehen wir den Know-How Verlust durch die
Entlassung zum September und dem wollen wir mit aller Macht
entgegen wirken.
Dann arbeitet ENDLICH mit der OOo-Community zusammen!

Ich bin davon überzeugt und mehr als 10 Jahre Arbeit im
Business-Umfeld von OOo haben dazu beigetragen, dass dieses
Projekt eine verlässliche (aus Sicht einer Firma) Supportform
benötigt (das haben Sun und Oracle auch nur bedingt getan,
hat mich auch einige grau Haare gekostet).
Nein, denn gestern ist gestern und heute ist heute. Wenn ihr heute, nach MONATEN
des Abwartens, noch glaubt man muß nur etwas lauter "OOo" sagen und alles wäre
wieder auf Linie irrst Du Dich.

In Wahrheit steht es um OOo eigentlich viel schlechter als es der Markt
wiederspiegelt und die entsprechenden Korrekturen des Marktes werden wohl
demnächst noch kommen.

Bitte nicht falsch
verstehen, aber der Support der Community ist hier gut und
wichtig, aber aus Sicht einer eines CTO nicht genug (habe ich
mir nicht ausgedacht, wurde mir einfach gesagt).
Mein Gott, wir sind hier zu allererst in DE, und hier schaut sehr Vieles z.B. 
auf
die Münchner Migration, als wichtiges Referenzprojekt.
Schon vor Monaten habe ich öffentlich thematisiert wie geschickt sich dazu LO
verhalten hat (Chapeau!), obwohl das dortige Engagement überwiegend von der
Community getragen ist.
Wo ist dort eigentlich Team OOo präsent?

Eine ASF wird sicherlich niemals einer Firma eine Anpassung
z.B. des PDF-Export erstellen, oder würde die ASF z.B.
OpenOffice.org für Behörden und deren Anforderungen anpassen
und es dann auch noch Supporten?? Nein, sicher nicht. Alle
denken wohl immer, dass viele "Entwickler" gleichbedeutend
mit einem erfolgreichen Produkt sind und auf diese Weise
alles gerettet ist. Bitte, bitte so ist es eben nicht.
Absolut richtig, nur muß sich Team OOo dann endlich einmal entscheiden und nicht
künstlich versuchen everybodys darling zu spielen.

Exakt niemand hat etwas dagegen wenn Team OOo für sich die 'kommerzielle 
Schiene'
vorantreibt, aber genauso wie man das nur durch Tun machen kann und nicht durch
Reden (und da bin ich mir sicher das Team OOo das tut) ist auch Zusammenarbeit 
mit
der Community, kein nur Zuckerguss und kein Lippenbekenntnis, wenn sie
funktionieren soll.

Team OOo sollte sich an dieser Stelle ENDLICH klar durch entsprechendes Handeln
positionieren und entweder wirklich mit der Community zusammenarbeiten oder 
nicht.

Ich erachte dabei eine 'Nichtzusammenarbeit' in jedem Fall weniger schlecht als
durch nur Versprechungen über Monate die Situation eher zu verschlechtern, indem
man Hoffnungen setzt die die Community veranlassen selbst nicht aktiv zu werden.


Was übrigens auch nicht so ist, ist das Sponsoren Gelder geben ohne zu wissen
wofür, das gilt für LO, wie OOo, wie ASF, aber eben auch für Team OOo.
Nur mit einer werbenden Webseite ist es da nicht getan, sondern Sponsoren, 
gerade
die die darüber nachdenken etwas größere Summen spenden zu wollen, wollen dann
auch zunächst z.B. die Akteure persönlich kennenlernen um sich ein Bild zu 
machen.

Ich ärgere mich jedesmal, wenn ich in eine Buchhandlung gehe
und nach OOo-Literatur suche, da ich erst einmal an einem
großen Regal MS-Literatur vorbei muss. Das Verhältnis von MS
zu OOo Nutzern ist ca.
9:1, das Verhältnis im Umfeld (Bücher, Firmen, Support, ++++)
ist eher 100:1.
Und wie Du weist bin ich OOo-Autor und wenn mein Verlag sich bezüglich OOo (aber
auch LO) inzwischen 'ziert', dann natürlich auch weil die die Ungewissheit, zur
der auch Team OOO seit Monaten beiträgt, ja garnicht mehr ignorieren können.

Hier wollen wir ansetzen, denn das hilft dem Projekt viel,
viel mehr als
3 oder 10 oder 20 weitere freiwillige Entwickler.
Ein erster Schritt dazu wäre vielleicht erst einmal Kontaktversuche von
potentiellen Unterstützern *erstzunehmen*, was ja Team OOo seit Monaten nicht 
für
nötig hält.



Gruß
Jörg


P.S.
Und wenn Dich die Deutlichkeit obiger Worte schmerzt, dann suche nicht die
Diskussion auf einer Community-Liste, denn hier erlaube ich mir Klartext zu
antworten.

Mit einer inhaltlich schwachen Campagne zu starten und dann offensichtlich auf
einer Community-Liste das Ganze dadurch retten zu wollen indem man andeutet es
wäre eigentlich alles in Ordnung jedoch ginge es hier größtenteils es um
kommerzielle Fragen die die Community nur nicht richtig verstünde, ist nur zum
Kopfschütteln ... Entschuldigung.

*Ihr solltet das beherzigen was ich in dem anderen post schrieb, nämlich auf die
OOo-Community zugehen, dann wird sie euch sicher auch die Ungeschicklichkeit der
jetzigen Kampagne nachsehen und ohne Vorbehalte mit Euch zusammenarbeiten.*


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