Hallo Thomas,

Am 22.10.2011 16:35, schrieb Thomas Mitzka:

Ich bin davon überzeugt und mehr als 10 Jahre Arbeit im Business-Umfeld von OOo haben dazu beigetragen, dass dieses Projekt eine verlässliche (aus Sicht einer Firma) Supportform benötigt (das haben Sun und Oracle auch nur bedingt getan, hat mich auch einige grau Haare gekostet). Bitte nicht falsch verstehen, aber der Support der Community ist hier gut und wichtig, aber aus Sicht einer eines CTO nicht genug (habe ich mir nicht ausgedacht, wurde mir einfach gesagt). Zusätzlich wünschen sich Firmen eine Stelle an der sie z.B. Entwicklungen für sich beauftragen können. Diese Liste kann noch reichlich weitergeführt werden.

Faszinierend :) Besonders deshalb, weil genau diese Thmen auch letzte Woche in Paris zur LibreOffice Konferenz besprochen wurden. Da lag der Fokus natürlich zunächst auf LibreOffice, es waren aber auch IBM-Angestellte vor Ort, die das durchaus aus Sicht Apache hätten besprechen können ... genauso waren einige unabhängige Entwickler, ehemalige Entwickler aus Hamburg und Businessanwender und -Partner vor Ort. Vielen davon dürfte es egal sein, ob man nun ein Geschäft rund um LibO oder OOo aufbaut oder beides verheiratet.

Dass dann plötzlich die Nachricht "Rettet OpenOffice.org" verbreitet wurde und sich Apache sogar genötigt sah, eine entsprechende Mitteilung herauszugeben "AOOo geht es gut", entbehrte nicht einer gewissen Komik. Insofern gebührt Team OOo natürlich Dank - selten zuvor haben Helfer von LibreOffice und von Apache OpenOffice so intensiv und konstruktiv über ein Thema den Kopf zerbochen: "Was wollen die eigentlich?".

Vielleicht wäre es schlicht besser gewesen, statt 3(?) Agenturen mit einer Kampagne zu beauftragen, das Geld in eine Reise nach Paris zu investieren und gemeinsam abzuklären, was man tun kann? Dann hätte man auch gleich einigen der Entwickler, von denen tatsächlich mehr als 90% des OOo-Quellcodes stammen zu ihrer neuen Arbeitsstelle gratulieren können. Der Großteil davon arbeitet auch weiterhin beruflich an Apache OpenOffice oder an LibreOffice.


Eine ASF wird sicherlich niemals einer Firma eine Anpassung z.B. des PDF-Export erstellen, oder würde die ASF z.B. OpenOffice.org für Behörden und deren Anforderungen anpassen und es dann auch noch Supporten?? Nein, sicher nicht. Alle denken wohl immer, dass viele "Entwickler" gleichbedeutend mit einem erfolgreichen Produkt sind und auf diese Weise alles gerettet ist. Bitte, bitte so ist es eben nicht. Entwicklung und Innovation sind ein Teil vom Ganzen, eine große Nutzergemeinde ein weiter Teil und die Nutzer, die es kommerziell einsetzen und mit ihren Anfragen/Anforderungen/Wünschen für ein gesundes Ökosystem um das Produkt sorgen sind ein weiterer Teil.

Nein, das ist auch nicht das Ziel der Apache Foundation. Aber wie Mathias schon so richtig geschrieben hat, ist es Ziel von Apache, Software *für jeden* bereitzustellen, so dass man auch Geschäftsfelder im Umfeld aufbauen kann. Genauso gilt das übrigens für die TDF - einige Ideen wurden in Paris diskutiert, komischerweise waren da aber keine Softwareretter vor Ort, der seine Ideen hätte einbringen wollen.


Ich weiss nicht, ob es mir an dieser Stelle gelungen ist etwas "Licht" in die Sache zu bringen

Ehrlich gesagt - nein. Außer, dass TeamOOo solche Strukturen wichtig findet und um Spenden bittet sind eigentlich kaum Informationen verfügbar.

Gruß,

André


PS.:
Jemandem, der schon seit Jahren im IT-Umfeld tätig ist, würde ich schon zutrauen, den Unterschied zwischen Copyright und Trademark zu kennen. Besonders, wenn er Spenden sammelt, um die Software, um die es dabei geht, zu retten.
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