* Thomas BOHN wrote: > Am 08.07.2005 um 16:43 schrieb Thomas Stadler: >> Das ist das Problem und deshalb muss man anders differenzieren oder >> ganz offen sagen, dass man Patentschutz per se - und zwar unabhaengig >> von der Softwarediskussion - fuer falsch haelt. > > Halten wir doch einmal fest, das eine softwarebetriebene ABS-Anlage > patentierbar ist. Doch wieso soll zum Beispiel ein Algorythmus für > Erstellung von Blocksatz in einer Textverarbeitung patentierbar sein?
Patente haben einen klaren Existenzzweck: Sie sollen es einem forschenden Wirtschaftsunternehmen ermöglichen, die Forschungskosten wieder hereinzubekommen. Deswegen gewährt das Patentsystem dem Erfinder einen bestimmten Zeitraum, in dem er allein seine Idee zu Geld machen kann. Sei es durch Produktverkauf oder Ideenverkauf. Die für die Amortisation notwendigen Zeiten wurden zur Einrichtung des Patentwesens an den damaligen Aufwänden und Entwicklungszyklen bemessen. Was an Software- oder Algorithmenpatenten so gefährlich ist - und deshalb eine entsprechende Protestbewegung hervorbringt -, ist der unangemessene Zeitraum in der Branche. Man hätte vermutlich deutlich weniger (gar keine) Probleme, wenn die Patentlaufzeit auf z.B. zwei Jahre (sic!) beschränkt wäre. Aufgrund der viel zu langen Laufzeit von Patenten im Verhältnis zu typischen Produktzyklen wird die Branche durch das Patentwesen kanibalisiert. Man stelle sich einfach mal vor, welche Auswirkungen auf die industrielle Revolution Patentlaufzeiten von minimal 200 Jahren gehabt hätte. -- To unsubscribe, e-mail: [EMAIL PROTECTED] For additional commands, e-mail: [EMAIL PROTECTED]
