Hallo André, erst mal danke für deine qualifizierte Antwort!
Ein paar Bemerkungen: On Sunday 25 July 2010 16:56, André Schnabel wrote: > Am 24.07.2010 01:30, schrieb Nino Novak: > > > Bin gerade zufällig dem Link zu BackInTime (in der users-Liste) > > gefolgt und habe dort [1] - ganz spontan - mal eben 19 > > Übersetzungen getätigt. Empfand das Ganze recht anregend gestaltet > > und sehr einfach und völlig ohne Technik-Kenntnisse per Webformular > > bedienbar. > > Das ist weitestgehend auch mit Pootle machbar (zumindest, wenn man > eine aktuelle Version auf dem Server installiert). Im reinen > Übersetzungsbereich ist Pootle wahrscheinlich sogar besser, Launchpad > hat aber dafür integrationen in andere Projektwerkzeuge. ok, danke für die Zusatzinfo. > > Wollte das nur mal als kleine Anregung für eine > > "community-freundliche Übersetzungsschnittstelle" kund tun, > > vielleicht mag sich das der eine oder andere ja mal anschauen. > > Jepp - wird angeschaut, bzw. wurde hauptsächlich von den Franzosen). > Als technische Plattform wurde es zum Teil sogar als besser > empfunden, als Pootle - allerdings war Launchpad lange Zeit keine > Freie Software und wir haben aus diesem Grund mit Pootle angefangen. auch klar. > > Natürlich gab es dort kein Translation Memory und es war nur eine > > primitive Webschnitte - aber trotzdem, für solche "sporadischen > > Gelegenheits-Aktivisten" eben mal attraktiv genug. > > Jepp, aber - bitte nicht missverstehen - die Fehlerquote von > "sporadischen Gelegenheits-Aktivisten" ist viel zu hoch. Kann ich nicht uneingeschränkt stehen lassen. Bin selber ein Gelegenheits-Aktivist und stehe immer wieder mal vor der Entscheidung, zum Beispiel einen reinen Tippfehler zu korrigieren oder nicht. Bevor ich dann (für einen einzigen Tippfehler) einen issue oder gar eine Mail schreibe, lasse ich es einfach sein, dazu ist mir meine Zeit oft zu schade. Wenn ich es aber selber korrigieren kann/könnte, dann mach ich das auch in der Regel, weil ich dann wegen einem Tippfehler nicht den zigfachen Kommunkationsaufwand habe. Dann kommt noch so was wie eine individuelle Motivationskomponente dazu, wenn die 2 Minuten Einsatz nicht im Ungewissen enden, sondern in einem direkten Vorschlag. Siehe Wikipedia, dort gibt es die Regulars, die sich um einen oder mehrere Beiträge regelmäßig kümmern, aber dennoch werden 20% aller Beiträge durch 1x-Aktivisten "mal eben" nebenher geleistet. Diese 20% verursachen den Regulars keine Zusatzarbeit, denn da werden im Wesentlichen Tippfehler und offensichtliche Wortfehler korrigiert. (Hab ich in einer ihrer Statistiken gelesen, find ich gerade nicht.) > Gerade, wenn > kein Translation Memory bereitsteht oder eine Terminologie (beides > bietet Pootle). Ohne diese Werkzeuge enden Geglegenhaitsübersetzungen > schnell im Chaos. Auch, wenn die Gelegenheitsübersetzer z.B. nur die Vorschläge machen, und das Core-Team da noch drübergehen muss und absegnen? Oder meinetwegen nur Korrekturen vorschlagen? > Und bei einem Gesamtvolumen von 90.000 Wörtern ist > es auch be performanten Tools für die (wenigen) Verantwortlichen > nichtmehr machbar, Übersetzungsvorschläge, die von sporadischen > Helfern hereinkommen zu bewerten und prüfen. > Back in time hat insgesamt nicht einmal 164 Segmente und trotz des > leicht zugänglichen Webfrontends keine 100% Übersetzung. Das ist ein > Umfang, den schütteln wir mit unseren Werkzeugen und Prozess in max. > 2 Tagen aus dem linken Ärmel (wenn wir wissen, wann das gemacht > werden soll). Und da ist Übersetzung und Review inbegriffen. Ich sag wirklich nichts gegen die Aktiven, die das im Moment durchziehen, die haben meine volle Hochachtung, keine Frage :) > Beim drüberschauen, fallen bei BackInTime sofort mehrere typische > Fehler auf, die eben duch "mal nebenher übersetzen" entstehen. > Z.B. wird Snapshot inkonsistent übersetzt: meistens Snapshot, in > Segment 53 und 106 aber plötzlich Schnappschuss - der korrekte > Vorschlag in Segment 53 "Snapshots" wurde auch nach knapp einem Jahr > noch nicht angenommen. Das liegt aber wohl kaum daran, dass die Mitmachschwelle so niedrig ist, sondern dass kein Review- und QA-Workflow etabliert ist! Stell dir nur mal vor, die hätten dort überhaupt niemanden, der sich "hauptamtlich" mit Übersetzungsreview und QA und L10N befasst, sondern das liefert sozusagen eine En-Passant-Community frei Haus. (Keine Ahnung ob das wirklich so ist, aber es wirkt halt so.) _Dafür_ ist es doch recht gut. > Bei einem "Außschluß Muster" hätte ich hier ziemlich schnell einen > Issue werden falscher Schreibweise. Nicht unbedingt. Den könnte ja dann jeder direkt selber korrigieren bevor er einen issue schreibt :) (ok, das ist natürlich übertrieben, das seh ich ein, es würde sicherlich noch genug zu tun übrig bleiben). > Segment 115 "Wo die Snapshots gespeichert werden sollen" würde hier > als Beispiel für leichte aprachliche Entgleisung dienen ;) > > Das ist alles nicht schlimm. Ich benutze zwar Back in Time nicht, > aber ich gehe mal davon aus, dass die Anwedner trotz dieser kleineren > Übersetzungsmängel gut damit zurecht kommen. Aber - für eine > Office-Suite mit ca. 100 Mio anwendern, davon vielleicht 1 Mio in > beruflichem Umfeld geht sowas nicht. Das sind alles Argumente für einen etablierten L10N-/Review- und QA-Workflow, den gibt es aber schon und den will ich auch nicht antasten. (Höchstens entlasten). > Im Moment bin ich mit der Rate an neuen Übersetzern "gerade noch > zufrieden" (und jeder, der in Hof war, wird dir bestätigen, dass ich > mich als extermer Pessimist geoutet habe :D ). Mit einer etwas > positiveren Grundeinstellung würde ich vormulieren, dass es einfach > geil ist, dass wir in den letzten beiden Übersetzungsrunden jeweils > einen Helfer dazubekommen haben - beide leisten gute Arbeit und > scheinen auch in den nächsten Runden dabei sein zu wollen. Das will ich auch nicht in Frage stellen! Im Gegenteil, ich bin froh, dass sich - immer wieder - genug Leute mit genügend Energie und Knowhow finden, denen diese Schwelle nicht zu hoch ist, die für Hunderttausende Anderer die Kastanien aus dem Feuer holen! Hut ab, Leute :-) > Ansonsten - bin ich auch dafür, möglichst leicht zugägliche Werkzeuge > zu verwenden, die schnelles Arbeiten ohne großen Lernaufwand > ermöglichen. Nur müssen diese Tools auch dazu geeignet sein, unser > Ziel (100% Übersetzung in UI und Hilfe mit einem gewissen > Qualitätsanspruch). Yepp. Danke für die konstruktive Aufnahme meiner Anregung! (Und jetzt wieder an die Arbeit...) Gruß Nino --------------------------------------------------------------------- To unsubscribe, e-mail: [email protected] For additional commands, e-mail: [email protected]
