Sinnvolle Ergebnisse können wohl aus Diskussionen hervorgehen, sind 
aber bei Abstimmungen kaum zu erwarten.

Der vorgeschlagene Abstimmungsmodus mit schrittweiser Reduktion der 
Zahl der Alternativen erscheint zwar auf den ersten Blick plausibel, 
muss aber nicht zwangsläufig die beste/akzeptierteste Alternative 
hervorbringen.  Betrachten wir dazu einen Fall mit n Abstimmenden, 
T_1, ..., T_n, die für jede Alternative Punkte zwischen 0 (vollkommen 
unakzeptabel) und 10 (sehr zufrieden) vergeben.

        T_1 T_2 T_3 ... T_n-1 T_n     Summe

A_1      10   0   0 ...   0   0         10
A_2       0  10   0 ...   0   0         10
A_3       0   0  10 ...   0   0         10
...                                    ...
A_n       0   0   0 ...   0  10         10

B_1      10   0   4 ...   4   4       4n+2
B_2       4  10   0 ...   4   4       4n+2
B_3       4   4  10 ...   4   4       4n+2
...                                    ...
B_n-1     4   4   4 ...  10   0       4n+2
B_n       0   4   4 ...   4  10       4n+2

C         4   4   4 ...   4   4         4n

Die Alternativen A_i werden jeweils von einer Person favorisiert und 
von allen anderen abgelehnt.  Die B_i werden von einer favorisiert, 
von einer abgelehnt und von allen anderen toleriert.  Die C wird von 
allen toleriert.  

Man würde erwarten, dass Lösung C gewinnen sollte, da sie für fast alle 
Nutzer den gleichen Wert wie B hat und keinen absoluten Gegner hat.  
Ein Wahlverfahren, welches in jeder Runde die schlechteste Alternative 
ausscheiden lässt, wird jedoch für alle Werte von n niemals die Lösung 
C liefern.

Andere werden vorschlagen, dass die Nutzer nach jeder Wahlrunde ihre 
Punkte neu vergeben und man sie z.B. zwingen könnte, jeweils eine 
Mindestpunktsumme zu vergeben, damit ausgeschlossen wird, dass jemand 
die Wahl z.B. durch Ablehnung aller Alternativen boykottiert.  Wenn 
der Nutzer aber schon zu Beginn praktisch alle B- und die C-Lösung als 
gleichwertig einschätzt, muss man bei unserem Beispiel in späteren 
Runden davon ausgehen, dass die geforderten Zwangszusatzpunkte 
zufällig unter B und C verteilt werden.  Es ergibt sich für C eine 
positive Gewinnwahrscheinlichkeit, die aber umso kleiner ist, je 
größer die Anzahl der B-Alternativen ist: der Wahlausgang könnte a 
priori durch die Anzahl der zugelassenen B-Alternativen manipuliert 
werden.

Ähnliche „paradoxe Ergebnisse“ lassen sich auch für jedes andere 
Wahlverfahren konstruieren.

Antwort per Email an