Hallo Florian,
In den Standard-Settings von Darius Optimizer steht:
# If no handswitch occurs after hitting an "unbalancing" key (as
defined in the keyboard's layout
# config), a cost is counted depending on how far the unbalancing
takes place.
no_handswitch_after_unbalancing_key:
enabled: true
weight: 36.0
Das QWERTZ-Z bzw. NOTED-P ist so ein unbalancing_key, weil die Hand von
ihrer Homeposition wegbewegt werden muss, um die Taste zu drücken.
Hier mal ein paar Beispiele (Order best to worst)
FLYBY = xzua,wflbyßqcsieodtrnhv.üäömgjpk 290.48
FLYBY 5.35 No Handswitch After Unbalancing Key ... Worst non-fixed: nd
( 6.03%), ou ( 1.79%), io ( 1.74%)
MINE 5.48 No Handswitch After Unbalancing Key ... Worst non-fixed: or (
3.54%), ro ( 2.07%), ou ( 1.75%)
NOTED 5.87 No Handswitch After Unbalancing Key ... Worst non-fixed: nd (
5.44%), pr ( 3.40%), pl ( 1.64%)
BONE 6.15 No Handswitch After Unbalancing Key ... Worst non-fixed: pr (
3.21%), ve ( 2.50%), sp ( 2.49%)
QWERTZ 10.55 No Handswitch After Unbalancing Key ... Worst non-fixed: te (
8.09%), st ( 5.99%), be ( 5.81%)
Das weight 36.0 dieser Regel ist sehr niedrig, daher hat sie wenig Einfluss auf die
finale Summe. Ich würde auch nicht daran herumdrehen, denn Shift ist auch ein
"Unbalancing Key".
Wenn man sich die schlimmsten Klopper "Worst non-fixed" bei MINE oder FLYBY ansieht,
meckert der Optimizer über das "O" in der Mitte der Tastatur.
Bei NOTED und BONE (selbe O Position) meckert er nun aber über pr, pl, ...
P liebt es eben von weiteren Konsonanten begleitet zu werden. Während
Buchstaben wie z.B. W (MINE), V (KOY) oder J viel öfter vor einem Vokal stehen.
Es geht also nicht darum, das P etwas besonderes ist, sondern die Tastenpositon
ist besonders (besonders mies) und für die Mehrzahl aller Konsonanten
ungeeignet.
Meine Layout Philosophie
Was bedeutet die Zahl die bei einem Optimizer rauskommt? Ein Maß für den Aufwand zum
Tippen des "Beispieltextes"?
Das wäre toll. Das kann aber nicht sein, weil wir gar nicht wissen wie man
Aufwand misst oder definiert.
Es kommt also nur eine Kennzahl raus, von der man hofft, das sie Rückschlüsse
auf den Aufwand zulässt (Bei Intelligenztest funktioniert das ja auch nicht
anders)
Das heißt dann aber doch auch, das externes Zusatzwissen, das der Optimizer
nicht hat, bei der Auswahl neuer Layouts mitbenutzt werden sollte.
bye
Gerhard
------ Originalnachricht ------
Von "Florian Thaler" <[email protected]>
An [email protected]
Datum 11.06.2026 07:41:16
Betreff [Neo] Re: Neue Layout-Optimierung: Standard vs. Ergonomisch
Liebe Leute,
Mir ist aufgefallen, dass die Mehrheit der Vorschläge das 'bad-P' von
noted geerbt haben. "Bad" meint "No Handswitch After Unbalancing Key"
d.h. der Optimizer findet das Problem, aber bestraft es nicht
sonderlich.
Davon habe ich ehrlichgesagt noch nie gehört, könntest du ausführen,
wieso das p für dich heraussticht? Auf den ersten Blick macht es für
mich halbwegs Sinn, so wie es derzeit ist.
P ist ähnlich wie B, nur seltener (ca. 10 zu 13).
Sprachlich kommen die beiden selten hintereinander vor und werden mit
halbwegs ähnlichen Buchstaben gepaart.
Deshalb macht es für mich Sinn, dass sie vom selben Finger in einer
ähnlichen Position getippt werden (in unserem Fall rechter Zeigefinger
oben).
Da B häufiger ist als P bekommt es den besseren Platz.
Zu deiner Frage wegen dem Layoutvergleich (schreib mir gerne direkt,
dann schicke ich dir mehr Details ohne die Mailingliste damit
zuzuspammen):
xzua,pblmyßqcsieodtnrhv.üäöwgjkf 289.05 (ursprüngliches Layout in
meiner Liste)
xzua,wflbyßqcsieodtrnhv.üäömgjpk 290.48
xzua,wblfyßqcsieodtrnhv.üäömgjpk 291.25
xzua,wplmyßqcsieodtnrhv.üäöbgjfk 290.63
- jfk statt jkf: jfk reduziert die Last für den kleinen Finger um ca. 0,5 Punkte
- qß oder ßq macht glaub ich kaum einen Unterschied in den Zahlen, aber ich bin
klar im qß Lager.
- Dürfen Komma und Punkt auf verschiedene Seiten der Tastatur sein?
Ich persönlich bin in allen drei Punkten (und allgemein in der
Layoutentwicklung) ein Fan davon, sinnvolle allgemeine Grundregeln zu
beschließen, viel zu Optimieren und dann eines dieser Layouts zu
wählen. Möglichst wenige manuelle Änderungen (siehe Punkt 1&2) oder
"arbiträre" Wünsche (siehe Punkt 3).
Mein Grund: An durchoptimierten Layouts herumzuschrauben fühlt sich für
mich ziemlich gefährlich an. Es gibt so unmöglich viele Interaktionen,
dass man (oder zumindest ich) sie nicht durchschauen kann. Man kann
sicherlich einzelne Ngramme durch gezielte Veränderungen verbessern,
verschlechtert dadurch gleichzeitig aber viele andere Ngramme, ohne es
zu bemerken. Fühlt sich zu gefährlich an.
Das ist aber natürlich nur meine Meinung. Ich habe gehört, in der
Vergangenheit gab es erfolgreiche manuelle Veränderungen ... es macht
mir trotzdem Angst.
Ich verfolge das hier fleißig und sobald es eine vorläufige Endfassung
gibt, auf die wir uns einigen können, würde ich mich ran machen, das
Layout zu lernen!
Freut mich, dass es Motivation gibt! Bin auch gespannt! :)
Statt Durchschnitt also eher einen Kompromiss: wenn sich die Kosten für eine
Taste oder Bewegung zwischen den Belegungen unterscheiden, jeweils die höheren
wählen, um Probleme zu minimieren.
Noch zu Arnes Idee: Ich fand diesen Vorschlag super interessant und
habe in einmal ausprobiert. Dafür habe ich für die Key Costs und die
Unbalancing Positions jeweils den schlechteren Wert von Standard- und
Ortho-Tastatur genommen. Es hat sich überraschend wenig von der
Standardtastatur verändert (siehe Anhang 1).
Ich habe damit eine zufällige Liste bisheriger Layouts (siehe Anhang 2)
neu bewerten lassen. Interessanterweise bleiben beinah dieselben
Layouts auf den Top-Plätzen (siehe Anhang 3, die alten top 11 Layouts
sind hervorgehoben).
Was haltet ihr von dieser Art, Layouts zu optimieren? Wirkt für mich
interessant, da es ein Weg zu sein scheint, die Standardtastatur zu
fokussieren, ohne dass man sich bei Ergo-Tastaturen in den Fuß schießt.
Oder ist das möglicherweise eine "zu arbiträre Entscheidung"?
Liebe Grüße,
Florian
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