Hallo Alois,

RAID5 wird in seiner Bedeutung oft überschätzt.
Es ist zwar schön, dass ein Server erst einmal weiter läuft, wenn eine
Festplatte die Füsse von sich streckt. Allerdings kann man bei den
danach erforderlichen Reparaturarbeiten viele Fehler machen (da schreibe
ich aus Erfahrung) und es kann auch einfach während des Recovery die
nächste Festplatte sterben. Die hat schließlich genau so viele
Betriebsstunden auf der Uhr und das Recovery ist eine extreme Belastung!
OK, es gibt RAID-Strategien, die dieses Risiko durch eine weitere
redundante Festplatte minimieren.

Wenn man wirklich "Hochverfügbarkeit" benötigt, ist ein Spiegelserver,
der z. B. mit rsync einigermaßen aktuell gehalten wird, m. E. die beste
Lösung. Mir reichen zwei im Wechsel angeschlossene externe Festplatten,
von denen ich den Server im Falle eines Falles binnen Stunden
provisorisch auf jedem einigermaßen leistungsstarken PC wieder
herstellen kann. Dies erprobe ich regelmäßig praktisch, um eine
Experimentierumgebung zu klonen. Solche Tests werden auch in der
Wirtschaft im Vertrauen auf kommerzielle Backup-Lösungen gern
übersprungen -mit fatalen Folgen ...
(Mit einem "Doppelrechnerkonzept" und automatischer Übernahme im
Störungsfall habe ich in der Wirtschaft in den 1990ern Erfahrung sammeln
dürfen. Man kann viele Fehler bei der Einrichtung machen.)

Übrigens sind allein schon die unterschiedlichen Ansprüche nicht nur an
den zuvor bereits mehrfach erwähnten Datenschutz, sondern auch an hier
betroffene Datensicherheit ein wichtiger Grund, auf eine komplette
Trennung von Verwaltung und Schulnetzwerk zu bestehen - selbst wenn dies
nicht sowieso vorgeschrieben sein sollte.
Sparfüchse, die es anders wollen, mögen bitte selbst die Verantwortung
hierfür übernehmen!
Wenn die Behörde mir als "Pädagoge" virtuelle Ressourcen für ein
Schulnetzwerk bereitstellte mit klaren Vorgaben, wie diese zu nutzen
sind, wäre dies OK. Ich wäre jedoch nicht bereit, die Verantwortung für
Ressourcen des Verwaltungsnetzwerks zu übernehmen.
 
Gruß Jürgen

Am 23.05.2015 um 11:06 schrieb Alois Raunheimer:
> Hallo Simon,
>
> dieser Server wird bei uns häufig verwendet:
>
> 01 *2HE Intel Dual-CPU SC825 Server (Sandy-Bridge EP) (V4.2)* 1
>
>
> X9DRI-F: 6x SATA, 2x LAN on Board 1 2x Intel Xeon 4-Core E5-2609
> 2,40GHz 10MB 6.40GT/s 1 16 GB ECC Registered DDR3 1600 RAM 2 Rank ATP
> (4x 4096 MB) 1 1 TB SATA II WD Raid Edition IV 3,5" 5 4x SATA-2 (3
> Gb/s) und 2x SATA-3 (6 Gb/s) SW-Raid Controller on Board C602 PCH
> (0,1,5,10) 1 Intel i350 Dual Port on Board LAN 1 Full Remote
> Management (KVM over LAN, IPMI 2.0) inkl. Managementsoftware, DHCP
> Konfiguration 1 Slim DVD-Brenner Dual Layer (+/- RW) Sata inkl.
> Einbaukit 1 2x 740 Watt redundantes Hot Swap Netzteil (80plus Platinum) 1
>
> Endpreis vor ca. 1/2 Jahr
> + 19% MwSt.
> 2.619,09 €
>
> Wenn Ihr virtualisieren wollt, dann müsst Ihr ggf. etwas mehr RAM
> einsetzen.
>
> Alternativ kann man einen Hardware-Raid-Controller einbauen lassen.
> Das erhöht dann den Preis in der Größenordnung 600 - 800 Euro. IdR
> reicht m.E. Software-Raid wie hier beschrieben:
>
> http://www.linuxmuster.net/wiki/dokumentation:handbuch51:anhang:partitionierung_expertenmodus
>
> Gruß
>
> Alois
>
> Am 23. Mai 2015 um 10:03 schrieb Simon Schulig
> <[email protected] <mailto:[email protected]>>:
>
>     Vielen Dank, Holger,
>     das bestätigt meine Auffassung, dass ich im Verwaltungsnetz nichts
>     verloren habe. Die von Dir genannten Gründe hatte ich auch schon
>     im Kopf, jedoch vergessen zu erwähnen.
>     Bitte entschuldige die erneute Nachfrage:
>     Wäre es daher deiner (nicht-Juristen :-) ) Meinung nach in
>     Ordnung, wenn das Netz via Subnetting/VLAN getrennt wäre, auf
>     einem Host (mit vielen Netzwerkkarten) jedoch virtualisiert sowohl
>     die linuxmuster.net-Server als auch der Verwaltungsserver wäre,
>     ich als Lehrer/Netzwerkbetreuer jedoch keinen Zugang (Passwort)
>     zum virtualisierten Verwaltungsserver hätte? Oder würdest Du das
>     eher kritisch sehen, da ich ja Zugang zum Host (und seinem
>     Dateisystem) habe?
>     Viele Grüße,
>     Simon
>
>
>
>
>     Am 23.05.2015 um 09:35 schrieb Holger Baumhof:
>
>         Hallo Simon,
>
>             Ganz entscheidend ist für mich:
>             Nicht ICH will hier sparen, sondern ich soll bei der
>             Ausschreibung
>             helfen, und das ist eine Lösung, die diskutiert wird und
>             evtl. "von
>             oben" vorgegeben wird. Daher bin ich auch sehr dankbar für
>             die vielen
>             Rückmeldungen. Ich sehe die Zusammenlegung auch kritisch.
>             Zum einen ist
>             da natürlich der Sicherheitsaspekt. Zum anderen sehe ich
>             auch eine
>             Übertragung von zusätzlicher Arbeit auf die
>             Netzwerkbetreuer... Vor
>             allem aber würde das bedeuten, dass wir Netzwerkbetreuer
>             Zugriff und
>             Verantwortung für Teile des Verwaltungsnetzes haben, und
>             ich bin absolut
>             gar nicht ausgebildet in den rechtlichen Aspekten, die es
>             bei einem
>             Verwaltungsnetz zu beachten gibt.
>             Danke in die Runde für die Meinungen und Beispiele aus HH
>             und HB.
>             Kann jemand mehr zur (rechtlichen) Situation in BW sagen?
>
>         ich bin aus BW, aber kein Jurist, also gibt es nur meine
>         Einschätzung.
>
>         Wenn du Lehrer an der Schule bist, ist die Antwort sehr
>         einfach: du hast
>         im Verwaltungsnetz nichts zu schaffen: keine
>         Serveradministration und
>         keine Hilfen bei den Clients.
>         Das sage ich so nicht, weil ich mir und dir und uns allen Arbeit
>         ersparen will oder weil ich meine die GEmeinde hat das
>         gefälligst zu
>         bezahlen sondern weil es im Verwaltungsnetz Informationen
>         gibt, die dich
>         schlicht nichts an gehen und zu hochpeinlichen Situationen
>         führen können.
>         Ich zähle mal ein paar wenige auf:
>         - Beurteilungen deiner Kollegen
>         - deine eigene Beurteilung
>         - Informationen zu Fehlzeiten und Krankheiten deiner Kollegen
>         ...
>
>         Gerade die Beurteilungen sind Immens brisant, da sie
>         möglicherweise
>         "unrein" sind: also der Schulleiter noch dran schreibt. Und dabei
>         vielleicht Dinge aufschreibt, die er noch überdenken will,
>         aber auch
>         nicht vergessen will. Am Ende steht sowas dann gar nicht in
>         der Beurteilung.
>
>         Das kann wirklich unangenehm werden, deswegen empfehle ich:
>         mach besser
>         gar nichts im Verwaltungsnetz, es sei den du und dein
>         Schulleiter wissen
>         was ihr tut und ihr beide wollt das wirklich.
>
>         Zu der Trennung der Server: für mich ist das Geschmackssache.
>         Ich habe tatsächlich zwei Server in der Schule: einen für die
>         Verwaltung
>         einen für das pädagogische Netz.
>         Beide sind virtualisiert.
>
>         Das pädagogische Netz ist mittels subnetting segmentiert.
>         Die Netze sind aber (noch) physikalisch getrennt. Es gibt
>         schon ein
>         Lehrernetz, dieses hat aber noch keinen Zugang zu Resourcen
>         der Verwaltung.
>
>         Viele Grüße
>
>         Holger
>
>
>
>
>
>     -- 
>
>     Simon Schulig
>     Schwarzwald-Gymnasium Triberg
>     Bergstr. 11-13
>     78098 Triberg im Schwarzwald
>     [email protected] <mailto:[email protected]>
>     Telefon: 07722/21498 / Telefax 07722/21499
>
>     _______________________________________________
>     linuxmuster-user mailing list
>     [email protected]
>     <mailto:[email protected]>
>     https://mail.lehrerpost.de/mailman/listinfo/linuxmuster-user
>
>
>
>
> _______________________________________________
> linuxmuster-user mailing list
> [email protected]
> https://mail.lehrerpost.de/mailman/listinfo/linuxmuster-user

_______________________________________________
linuxmuster-user mailing list
[email protected]
https://mail.lehrerpost.de/mailman/listinfo/linuxmuster-user

Antwort per Email an