Hallo Jochen,

Zunächst die Begriffsklärung:

Stromkreisverteiler ist aber nicht gleichzusetzen mit verschiedenen
> Sicherungen? Z.B. gibt es in unseren DV-Räumen jeweils mehrere Sicherungen.
> Die hängen dann aber vermutlich alle an einem einzigen Stromkreisverteiler?


Unter Stromkreisverteiler versteht man das Teil in dem die
Schmelzsicherungen/Leitungsschutzschalter sitzen. IdR sind das die
Sicherungen für die Endstromkreise also die letzte Sicherung vor den
Energiewandlern (umgangssprachlich Verbraucher).

Hab ich das richtig verstanden, dass das nur gilt, wenn die angesprochenen
> Netzwerkgeräte nicht am selben Stromverteiler hängen?


Ja, das ist richtig. Stimmt aber auch nur dann, wenn die Installation nicht
allzu alt ist. Bis 1973 wurde in der Bundesrepublik das TN C-System bis zur
Steckdose geführt (deshalb hatte man früher häufiger mit dem Problem
"Brumm" zu tun, da im gleichen Raum zwischen unterschiedlichen Steckdosen
ein unterschiedliches Potential an den Schirmen anstand. Der Elektriker
spricht dann gern von der "klassischen Nullung", oder der "schnellen
Nullung"). In den neuen Bundsländern wurde das noch bis zur Wende so
gemacht. Da wäre dann "Fiber to the Desk" die sinnvollste Lösung.

 Dann noch was zu den VLANs / Anzahl nötiger Fasern/Kabel:
> wenn Du VLAN-fähige Switches hast, brauchst Du doch sogar nur 2 Fasern pro
> Switch: wir haben alle VLANs von Switch zu Switch über einen getaggten
> VLAN-“Trunk“ laufen.


Das stimmt natürlich und ist bei uns genau so. Wir haben aber mehr Fasern
verlegt um im Falle eines Falles eine Reserve zu haben.

Und in Bezug auf die Argumentation für Ausschreibungen z.B. für LWL etc.
> gegenüber einem Verantwortlichen (Schulleitung, Schulträger,
> Installationsfirma etc.) macht es doch bestimmt mehr Sinn, anstatt mit
> „Brumm auf der Leitung“ mit „Sicherheitsbedenken“ und "Brandschutz" zu
> kommen!?


Ich lerne bei solchen Diskussionen dazu ;-). Das mit der Brandgefahr ist
mir erst richtig in den Sinn gekommen, als ich die Bilder in der verlinkten
PDF-Datei gesehen habe. Vorher habe ich immer gedanklich damit gelebt dass
da ein etwas größerer Strom über die Schirme fließt, wenn der PEN-Leiter
unterbrochen wird. Dass dieser Strom aber von den vorhandenen Verbrauchern
abhängig ist und in Schulen (oder allgemein größeren Gebäuden) durchaus
sehr große Werte annehmen kann ist mir da erst klar geworden. Da die
Schirme nicht für große Ströme ausgelegt sind kann es zur Erhitzung und zum
Brand kommen.

Natürlich hast Du recht dass man damit argumentieren sollte. Dann muss sich
aber immer noch wer finden der die Problematik versteht. Selbst die
E-Technik Firma von Steffen scheint das Problem nicht erkannt zu haben.

Gruß

Alois

Ps. Wir können ja mal einen Lehrgang zu der Thematik machen ;-)


Am 12. April 2016 um 15:52 schrieb Jochen Rupp <[email protected]>:

> Hallo Alois,
>
> erst mal vielen Dank für Deine Geduld und Deine ausführlichen Ausführungen!
> Ich habe mal wieder Einiges gelernt und hoffe, das an einer anderen
> Wirkungsstätte, an der ich wieder in die Netzwerkbetreuung einsteigen
> werde, mal gebrauchen und von vornherein optimal umsetzen zu können. Auch
> wenn es mir z.T. so wie Steffen geht, dass ich noch nicht alles mit TN-C
> oder -S bis ins Detail verstanden habe.
>
> Noch ein paar dumme Fragen:
>
> Immer dann, wenn zwei Netzwerkgeräte verbunden werden und ein TN C-System
>> dazwischen liegt sollte eine Trennung durch Glasfaser erfolgen.
>>
>
> Hab ich das richtig verstanden, dass das nur gilt, wenn die angesprochenen
> Netzwerkgeräte nicht am selben Stromverteiler hängen? Sonst dürfte ich ja
> nirgends mehr Kupfer einsetzen?
>
> Stromkreisverteiler ist aber nicht gleichzusetzen mit verschiedenen
> Sicherungen? Z.B. gibt es in unseren DV-Räumen jeweils mehrere Sicherungen.
> Die hängen dann aber vermutlich alle an einem einzigen Stromkreisverteiler?
>
> Dann noch was zu den VLANs / Anzahl nötiger Fasern/Kabel:
> wenn Du VLAN-fähige Switches hast, brauchst Du doch sogar nur 2 Fasern pro
> Switch: wir haben alle VLANs von Switch zu Switch über einen getaggten
> VLAN-“Trunk“ laufen. Die Ports auf den Switches, an denen die Rechner, APs
> etc hängen, sind dann dem jeweilgen VLAN untagged zugewiesen. Einzige
> Nachteil: da darf natürlich kein DAU einfach Patchkabel von A nach B
> tauschen.
>
> Und in Bezug auf die Argumentation für Ausschreibungen z.B. für LWL etc.
> gegenüber einem Verantwortlichen (Schulleitung, Schulträger,
> Installationsfirma etc.) macht es doch bestimmt mehr Sinn, anstatt mit
> „Brumm auf der Leitung“ mit „Sicherheitsbedenken“ und "Brandschutz" zu
> kommen!? Denn bei Ersterem kommt vermutlich so was wie „...na ja, ob da ein
> Paketchen mal defekt ankommt, ist schon nicht so schlimm...“, „...Habt Ihr
> halt nur 80% des theoretischen Maximums, reicht schon...“ oder so ähnlich,
> während sich vermutlich keiner den Schuh anziehen möchte, für ein
> abgebranntes Schulgebäude verantwortlich zu sein, oder!?
>
>
>
> Viele Grüße,
> Jochen
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