Am 06.09.2010 01:28, schrieb Wolfgang:
Tankstellen werden überhaupt nicht erwähnt und es ist auch m.E. nicht
besonders wahrscheinlich, dass es dort demnächst in größerem Maßstab
Strom geben wird.
Genau das glaube ich aber. Es wird in naher Zukunft Systeme geben (müssen),
mit denen ein Elektroauto innerhalb von 5-10 Minuten wieder flott ist. Damit
sind Reichweiten wie bei Benzinkutschen möglich und eine Akzeptanz bei
breiteren Käuferschichten ist wahrscheinlich. Dadurch wird der Umsatz mit den
Denke er der Mensch wird sich daran gewöhnen müssen dass er es sich
nicht länger leisten kann das ganze Jahr
mit einem Auto heruzufahren das für den Jahresurlaub mit einer 4köpfigen
Familie ausgelgt ist, den Rest des Jahres
aber leer mit 50-100km Tagesleistung durch die Gegend gefahren wird und
nur alle 1-2Wochen mal aufgetankt wird.
herkömmlichen Antriebsstoffen einbrechen. Dem werden die Ölkonzerne nicht
tatenlos zusehen, sondern
fuel:electricity=yes
anbieten.
Das werden sie sicher nicht in der Form tun dass sie neben den Zapfhahn
noch eine Steckdose einbauen.
Den einsamen Stromanschluss irgendwo beim Supermarkt kann man ja vorläufig
anders nennen, es wird ihn in absehbarer Zukunft kaum noch geben. Eine
richtige Stromtankstelle braucht einen entsprechenden Anschluss an das
Versorgungsnetz. Diesen Aufwand werden Supermärkte kaum treiben, es sei denn,
sie betreiben eine Tankstelle :-)
Ich sehe es dagegen anderst, begründet auf folgenden Stichpunkten:
- Die meisten Autos stehen die meiste Zeit vom Tag nur rum
Die wenigsten haben mehr als 1-2Betriebstunden am Tag und fahren
mehr als 100km am Stück.
- Mit steigender Verbreitung von Wind- u Sonnenenergie steigt
gleichzeitig der Bedarf an "Stromspeicher".
- Der Tages bzw. Lastabhängige Stromtarif wird daher kommen
- Keiner kann oder möchte wirklich seine Mobilität von obigen abhängig
machen.
D.h. es entsteht der Bedarf das Fahrzeug im Stand stetig im Stromnetzt
zu haben um es tarifgesteuert günstig
Aufladen zu können und gegebenfalls auch zu den teuren Tarifzeiten
wieder einen Teil des Stromes zurückzuspeisen.
Supermärkte und andere Geschäfte werden den Strom als Werbemittel
entdecken - so etwa "Bei uns bekommen Sie
den Strom für die Anfahrt zurück"..
Ein PKW mit 60 Liter Benzintank hat vollgetankt ca 45 kg Benzin an Bord, das
ergibt eine Energiemenge von ca 500 kWh. (Werte ungeprüft aus Wikipedia, Seite
Motorenbenzin, 1L =~0,75kg, 1kg = ~11kWh.) Wenn innerhalb von 10 Minuten
aufgetankt werden soll und noch 100 kWh vorhanden sind, muss mit einer
Leistung von 400/10 * 60 = 2400 kW gearbeitet werden, Verluste mal nicht
berücksichtigt. Bei 240V Haushaltsstrom wären das 10000 Ampere. Hier müsste
also mit Leistungen in Größenordnungen des Fahrstroms der Bahn gearbeitet
werden, auch wenn der Energiebedarf möglicherweise geringer ist. Außerdem
tankt innerhalb von 10 Minuten nicht nur ein Fahrzeug. Bei den dann
notwendigen Spannungen rückt der Strom automatisch in das Feld der
Gefahrgüter.
Hast Du auch den Wirkungsgrad berücksichtigt? Der ist beim
Elektroantrieb um ca. Faktor 3 besser.
D.h. Du musst nur ein drittel der Energie im Vergleich zum Benziner
aufnehmen.
Die hier geforderten Ladezeiten sind vorerst aus technischen Gründen
nicht sinnvoll umsetzbar - zum einen
weil es die vorhandene Akkutechnlogie (noch) nicht langlebig verkraftet,
zum anderen weil so hohe Ströme
wie Du selbst bemerkt hast nicht ganz unproblematisch sind.
Zum historischen Vergleich: Die ersten Benzinkutschen haben ihren Treibstoff
in der Drogerie gekauft. Das hat sich auch nicht lange gehalten.
Der Vergleich hinkt - Benzin ist ein Gefahrenstoff der besondere,
aufwendige Einrichtungen benötigt
um in grösseren Mengen Risikoarm umgesetzt werden zu können. Den Aufwand
für die Stromtankstelle
ist dagegen ehr mit dem Aufwand für einen Internetanschluss zu
vergleichen.
Garry
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