Am 11.09.2011 11:31, schrieb Martin Koppenhoefer:
Zum einen hat unser Tagging sehr wenig mit dem deutschen Recht zu tun,

Das trifft insbesondere für border=administrative _nicht_ zu. Das ist ja das ganze Argument. Wenn admin-rechtliche Gebiete teilweise bis zur Gemarkungsgrenze in OSM notiert werden, warum stellt man diesen Sachbezug dann nicht auch für tiefere, innergemeindliche Gebietsgrenzen korrekt her?

Im allg. Sprachgebrauch ist das weniger wichtig, als bei der Erfassung von Geodaten. Spreche ich z.B. mit anderen Leuten vom "Wohngebiet Hammermühle in Zdorf" plappere ich nur nach, was ich irgendwo gehört habe. Mir ist in dem Moment nicht bewußt, dass dieses Wohngebiet eine admin-rechtl. Grenze hat und das dessen Name genau das Gebiet innerhalb dieser Grenze bezeichnet.

In OSM bilden wir aber die Realität ab und nicht /meine/ oder eine /andere/ Realität. Realität ist, dass dieses Wohngebiet, das wir erfassen wollen, bereits eine reale Grenze hat - die im Amt hinterlegt ist.

Philosophen könnten jetzt fragen, ob wir dann nicht die /Realität des Amtes/ abbilden. Dem würde ich entgegnen, dass ohne die amtliche Benennung des Gebietes zum Zeitpunkt X es keinen späteren Zeitpunkt geben kann, an dem plötzlich eine Menge Leute dieses Gebiet unter demselben Namen verstehen. Und frage mal einen Bewohner, ob er die Grenze seines Wohngebietes genau kennt: i.d.R. Schulterzucken.

D.h. während unter dem /amtlichen/ Namen ein über die Jahre immer unschärfer abgegrenztes Gebiet in den Köpfen (und im Amt) /real/ vorhanden ist (*), gibt es die /genaue, scharfe/ Gebietsgrenze als Teil der Realität nur aufgrund des Amtes.
(*) .. was für die Erfassung als place node spricht

Im allgemeinen Sprachgebrauch ist das nicht wichtig, weil mir dort die unscharfe Grenze reicht, aber wenn ich aus der Realität nun eine scharfe Gebietsgrenze ermitteln will, die nicht mit meiner Sensorik beobachtbar, aber dennoch durch das Amt (als Teil der Realität) da ist, schlage ich fehl.

Und in OSM kann ich nur exakte Grenzen erfassen. Es gibt keine "fuzzy" Grenze im Datenmodell, die müsste ein Editor dann ja als Farbverlauf darstellen.


M.E. sollten wir auf tagging diskutieren, wenn wir die allgemeinen Definitionen anpassen wollten.

+1 da bin ich bei Dir. Ich habe mir dazu die engl. Seiten der landuse=* noch nicht angesehen. Evtl. gibt es dort (für landuse) keinen Änderungsbedarf, wenn ausschließlich die "reale Flächennutzung" darunter verstanden wird.


Gruß
Christian

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