Abend Meinrad und Mitleser.

Am Donnerstag, 19. Februar 2015, 19:53:13 schrieb Meinrad:
> Hi, danke für die Rückmeldung. Die Probleme mit Ubuntu lagen nicht an
> Ubuntu, sondern an dem vier Jahre alten Laptop "LENOVO IdeaPad s205",
> das mit dem diesem Betriebssystem irgendwie nicht klar kommt. Ich habe
> drei Laptops dieser Sorte hier, und auf allen dreien die gleichen
> Probleme mit Ubuntu! Erst dachte ich, dass ich etwas falsch installiert
> oder eingestellt hätte und habe deshalb einen Linux-Techniker damit
> beauftragt. Auch er konnte mir nicht helfen, hat nur Notlösungen
> gefunden, und einige Probleme blieben unlösbar. Erst als ich Mint
> aufgespielt habe, waren sämtliche Probleme mit einem Schlag behoben.
> Damit ist zweifelsfrei geklärt, dass manche Linux-Distributionen mit
> bestimmter Hardware einfach nicht zusammenpassen und man ersatzweise
> andere Distributionen installiert.
Zweifelsfrei?
Für mich sind das alles Momentaufnahmen, die ich so oder ähnlich, schon 
dutzende male erlebt habe.
Das ist häufig der Grund, aus dem die Distro-Hopper generiert werden (ich kann 
davon ein Lied singen) und früher oder später wiederholt sich die Geschichte 
erneut, nur mit anderem Distro-Namen.

Die Ursachen dafür sind stets die gleichen.
Veraltete oder zu neue Kernel/Treiber/Firmware/Software oder nicht passende 
Konfiguration besagter Komponenten.

Statt also bei jedem Problem von meiner aktuellen Distro, zu einer anderen zu 
wechseln, durch deren Installation selbiges out of the box gelöst wurde, mit 
all den damit verbunden Nachteilen wie z.B Umlernen deren Besonderheiten, 
entschloss ich mich irgendwann für einen anderen Weg.
Einen Weg zu einer Distro, die mir möglichst viele Eingriffsmöglichkeiten zur 
individuellen Auswahl und flexiblen Anpassbarkeit bietet, um all diese Hürden 
nehmen zu können, die sich durch wechselnde Hardware oder persönliche 
Anforderungen ergeben können.
Bis ich zu dieser Erkenntnis kam, hatte ich ca. 30 verschiedene Distros 
getestet und mich früher oder später wegen irgendwelcher Unzulänglichkeiten 
wieder davon abgewandt.

Seitdem gilt für mich der Leitspruch: "Wenn Du willst das etwas gut gemacht 
wird, mach es selbst!"
Daher habe ich die Distro gewählt, die mich dabei am meisten Unterstützt genau 
das umzusetzen.
Der Nachteil hierbei ist, dass das Ganze anfänglich deutlich mehr Arbeit macht 
und das man fortan nicht mehr auf seinen Distributor schimpfen kann, wenn etwas 
nicht funktioniert, schliesslich ist man damit sein eigener Distributor. ;-)
Auch die Zeit fürs Kompilieren wird immer wieder gern als Nachteil ins Feld 
geführt.

Doch wenn mit Mint nun alles perfekt funktioniert, gibt es womöglich für Dich 
jetzt gerade keinen Grund wieder zu wechseln. Zumal sicher auch vieles 
Geschmackssache, weshalb sich darüber ja auch trefflich streiten lässt. :-)

> Das ist billiger als einen Techniker
> mit der Lösung zu beauftragen.
Und man hat sogar die Möglichkeit noch etwas dabei zu lernen. ;-)

> Xubuntu ist auch ganz ok. Mate habe ich auch installiert und getestet.
> Nach dem Testen bin ich nunmehr bei Mint geblieben. Linux Mint steht
> übrigens auf Platz 1 der weltweit am häufigsten installierten
> Linux-Distros, noch vor Ubuntu (Quelle: Distro-Watch).
Das stimmt so aber nicht, da hier lediglich die hits per day, also die 
Seitentreffer pro Tag gewertet werden. Das sagt leider recht wenig über die 
Weltweit am häufigsten installierten Systeme aus. Ich verweise daher besser auf 
deren Erläuterung:
http://distrowatch.com/dwres.php?resource=popularity


> Nochmal danke für
> deine Rückmeldung, ist auch interessant zu hören, wer welche Erfahrungen
> mit welchem Linux-System hat. Vielleicht kommen noch weitere
> Rückmeldungen hierzu, oder nutzen die meisten nur Mint?
Wir könne ja mal einen populary contest ala Doodle bei der TroLug machen, denn 
es wär ja vielleicht mal ganz interessant wie die Verteilung bei uns ist.
Ich Nutze übrigens seit 2007 ausschliesslich Gentoo und wenn ich das richtig 
weiss, dann haben wir mit mir mittlerweile sogar vier Gentoo-User in der 
TroLug. Davon hätte ich noch vor ca. zwei Jahren kaum zu hoffen gewagt. ;-)

>
> Gruß, Meinrad
>
>
> Am 19.02.2015 um 18:28 schrieb "Wolf-R. Müller":
>
> > Hallo Meinrad,
> >
> > als stiller, interessierter Zuhörer der Liste eine kurze Anmerkung zu
> > diesem Thema:
> >
> > Als Alternative kann man m. E. auch Xubuntu (also Ubuntu mit
> > Xfce-Desktop) sehr empfehlen. Recht schlank, funktional und
> > hinreichend performant auch noch auf älterer Hardware, z. B. auf dem 7
> > Jahre alten schmalbrüstigen Aldi-Netbook meiner Frau, und erst recht
> > auf meinem 7 Jahre alten DELL.
Hallo Wolf,
schade dass Du es immer noch nicht zu uns geschafft hast, wenn ich Dich nicht 
irgendwann mal in Abwesenheit verpasst hatte.

Auch ich hab im November letzten Jahres für mein kleines Netbook Xfce 
wiederentdeckt und bin von dessen Flexibilität recht angetan.
In kürze soll ja die neue Version herauskommen, von der ich schon die ein oder 
andere verbesserte Komponente im Einsatz habe.
http://www.pro-linux.de/news/1/22003/xfce-412-soll-bald-erscheinen.html

Es gibt auch noch andere Distros die das sehr schön vorkonfiguriert zur 
Verfügung stellen. So hab ich vor ein paar Monaten einem Bekannten Siduction 
mit Xfce auf dessen Netbook installiert und hab mir da ein paar Anregungen zum 
Nachmachen geholt.

> >
> > <... andauernden Probleme mit Ubuntu ...>
> > Komisch. Mit EOL von XP war ich im letzten Frühjahr nach einer
> > längeren Evaluierungsphase nach Ubuntu migriert. Irgendwelche Probleme
> > hatte ich mit keiner der von mir getesteten Ubuntu-Varianten, und
> > incl. Boot geht's immer recht flott. Nur hatten mich Unity oder auch
> > das seinerzeit neue Gnome mächtig genervt, und nachdem mir der
> > KDE-Desktop von Kubuntu zu reich an verspieltem Schnick-Schnack war,
> > bin ich glücklich bei Xubuntu gelandet und geblieben. Das war
> > zumindest seinerzeit m. E. die potentiell bessere Lösung, weil auch
> > Upgrades problemlos on the fly funktionieren und man das System wie
> > seinerzeit bei Mint nicht immer neu installieren mußte. Aktuell gibt's
> > mit 'Ubuntu Mate' ja nun einen weiteren klassischen Desktop.
> >
> > gruß wolf
Ein anderer Bekannter hat sich das kürzlich auf sein Debian stable installiert, 
aber so abgehangen wie die 4.10er Version ja mittlerweile ist, nimmt es kein 
Wunder, dass es fast überall verfügbar ist.

Gruß an alle TroLuger.

Andy

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