1000 Distros? Wow ...

Kann ich bestätigen: Distro-Hopping bereichert das Wissen um Linux ungemein.

Gentoo scheint der Favorit in der Runde hier zu sein. Kann jemand kurz die Vorteile gegenüber Mint und anderen Distros aufzählen?

Grüße, Meinrad


Am 20.02.2015 um 12:54 schrieb Jan Grosser:
-----BEGIN PGP SIGNED MESSAGE-----
Hash: SHA1

Hallo Liste!

Ich finde einen Erfahrungsaustausch zu Linux Distributionen sehr gut.

Ich habe die Erfahrung gemacht, daß Linux-Einsteiger sehr irritiert
sind, wenn sie erfahren, daß es nicht _ein_ Linux sondern
schätzungsweise an die 1000 verschiedene Distributionen gibt. Was
Neulinge irritiert, ist für mich eine der großen Stärken von Linux!
Verschiedene Linux-User haben verschiedene Anforderungen. Der eine
sucht ein schlankes und stabiles Linux für den Server-Einsatz, der
andere ein Linux mit immer den neuesten Versionen der verfügbaren
Anwendungsprogramme und wieder ein anderer möchte ein Linux, welches
auf seinem alten Notebook noch flüssig läuft. Für alle diese und noch
viel mehr Anwendungen gibt es mindestens eine Linux Distribution.

Bei mir hängt dementsprechend die Wahl der Distribution vom jeweiligen
Einsatzzweck ab. Auf meinen Notebooks läuft derzeit Fedora, auf meinen
Servern Debian stable.

Auch finde ich ein "Distro-Hopping" nicht unbedingt schlecht. So
sammelt man wertvolle Erfahrungen. "Groß geworden" bin ich ja selbst
mit SuSE Linux. Irgendwann habe ich mich aber über das träge,
überfrachtete System geärgert, und daß man für die Installation vieler
Programme ein eigenes Repository einbinden mußte. Was folgte, war eine
Odyssee durch verschiedene Distros und in der Folge eine durch die
gesammelten Erfahrungen "einigermaßen abgesicherte" Entscheidung für
Fedora. Inzwischen habe ich aber schon wieder so viele Anregungen -
auch aus der TroLUG - bekommen, daß ich ein Distro-Wechsel für die
Zukunft nicht ausschließen möchte. Derzeit liebäugle ich mit Arch
Linux oder Gentoo.

My 2 Cents.

Gruß, Jan

Am 19.02.2015 um 23:58 schrieb Meinrad:
Hallo Andy,

tolle Antwort! Immer wenn man meint, man hat dazu gelernt, lernt
man jemanden kennen, der es noch besser weiß! Toll so jemanden in
der Gruppe zu haben, der 30 Distros getestet hat bis hin zur
Entwicklung eines eigenen Betriebssystems! Für diesbezügliche
Fragen und Antworten stehst du damit klar an erster Stelle.

Das "zweifelsfrei" leitete ich ab von dem Umstand, dass ich drei
baugleiche IdeaPads habe, und die alle die gleiche Probleme mit
Ubuntu hatten. Immerhin grenzt das die mögliche Ursachenlösung doch
sehr ein. Und der Umstieg auf Mint fiel leicht, da es sich um eine
Variante auf Ubuntu-Basis handelt - alle früheren Ubuntu-Programme
konnte ich somit wieder installieren. Das war mit entscheidend,
warum ich zu Mint wechselte. Überhaupt sieht alles aus wie vorher,
da ich mit dem Cairo-Dock arbeite (Bildrand unten), mit dem
Mint-Panel oben und ausgeblendet bei Nichtgebrauch, siehe
Screenshot hier
<https://drive.google.com/file/d/0B_r6olNv6Hg1eG5IR3M4LUpodzg/view?usp=sharing>.


Von der Optik her gibt sich Mint mehr Mühe als Ubuntu, was man an
Feinheiten erkennt wie den tollen Icons, die sich perfekt für's
Cairo-Dock eignen. Aber das sind alles Momentaufnahmen, wie du
sagst.

Gentoo kenne ich noch nicht, werde mich mal damit befassen.

Distro-Hits: gut zu wissen! Dabei liest man sogar mitunter in
Fachartikeln, dass Mint die "laut Distro-Watch erfolgreichste
Ubuntu-Variante" ist. Gibt es denn kein Distro-Download-Ranking?
Das wäre aussagekräftiger als Seitenhits pro Tag zu messen.




Am 19.02.2015 um 22:17 schrieb Randy Andy:
Abend Meinrad und Mitleser.



Am Donnerstag, 19. Februar 2015, 19:53:13 schrieb Meinrad:

Hi, danke für die Rückmeldung. Die Probleme mit Ubuntu lagen
nicht an
Ubuntu, sondern an dem vier Jahre alten Laptop "LENOVO IdeaPad
s205",
das mit dem diesem Betriebssystem irgendwie nicht klar kommt.
Ich habe
drei Laptops dieser Sorte hier, und auf allen dreien die
gleichen
Probleme mit Ubuntu! Erst dachte ich, dass ich etwas falsch
installiert
oder eingestellt hätte und habe deshalb einen Linux-Techniker
damit
beauftragt. Auch er konnte mir nicht helfen, hat nur
Notlösungen
gefunden, und einige Probleme blieben unlösbar. Erst als ich
Mint
aufgespielt habe, waren sämtliche Probleme mit einem Schlag
behoben.
Damit ist zweifelsfrei geklärt, dass manche
Linux-Distributionen mit
bestimmter Hardware einfach nicht zusammenpassen und man
ersatzweise
andere Distributionen installiert.
Zweifelsfrei?

Für mich sind das alles Momentaufnahmen, die ich so oder
ähnlich, schon dutzende male erlebt habe.

Das ist häufig der Grund, aus dem die Distro-Hopper generiert
werden (ich kann davon ein Lied singen) und früher oder später
wiederholt sich die Geschichte erneut, nur mit anderem
Distro-Namen.



Die Ursachen dafür sind stets die gleichen.

Veraltete oder zu neue Kernel/Treiber/Firmware/Software oder
nicht passende Konfiguration besagter Komponenten.



Statt also bei jedem Problem von meiner aktuellen Distro, zu
einer anderen zu wechseln, durch deren Installation selbiges out
of the box gelöst wurde, mit all den damit verbunden Nachteilen
wie z.B Umlernen deren Besonderheiten, entschloss ich mich
irgendwann für einen anderen Weg.

Einen Weg zu einer Distro, die mir möglichst viele
Eingriffsmöglichkeiten zur individuellen Auswahl und flexiblen
Anpassbarkeit bietet, um all diese Hürden nehmen zu können, die
sich durch wechselnde Hardware oder persönliche Anforderungen
ergeben können.

Bis ich zu dieser Erkenntnis kam, hatte ich ca. 30 verschiedene
Distros getestet und mich früher oder später wegen irgendwelcher
Unzulänglichkeiten wieder davon abgewandt.



Seitdem gilt für mich der Leitspruch: "Wenn Du willst das etwas
gut gemacht wird, mach es selbst!"

Daher habe ich die Distro gewählt, die mich dabei am meisten
Unterstützt genau das umzusetzen.

Der Nachteil hierbei ist, dass das Ganze anfänglich deutlich
mehr Arbeit macht und das man fortan nicht mehr auf seinen
Distributor schimpfen kann, wenn etwas nicht funktioniert,
schliesslich ist man damit sein eigener Distributor. ;-)

Auch die Zeit fürs Kompilieren wird immer wieder gern als
Nachteil ins Feld geführt.



Doch wenn mit Mint nun alles perfekt funktioniert, gibt es
womöglich für Dich jetzt gerade keinen Grund wieder zu wechseln.
Zumal sicher auch vieles Geschmackssache, weshalb sich darüber ja
auch trefflich streiten lässt. :-)



Das ist billiger als einen Techniker
mit der Lösung zu beauftragen.
Und man hat sogar die Möglichkeit noch etwas dabei zu lernen.
;-)



Xubuntu ist auch ganz ok. Mate habe ich auch installiert und
getestet.
Nach dem Testen bin ich nunmehr bei Mint geblieben. Linux Mint
steht
übrigens auf Platz 1 der weltweit am häufigsten installierten
Linux-Distros, noch vor Ubuntu (Quelle: Distro-Watch).
Das stimmt so aber nicht, da hier lediglich die hits per day,
also die Seitentreffer pro Tag gewertet werden. Das sagt leider
recht wenig über die Weltweit am häufigsten installierten Systeme
aus. Ich verweise daher besser auf deren Erläuterung:

http://distrowatch.com/dwres.php?resource=popularity





Nochmal danke für
deine Rückmeldung, ist auch interessant zu hören, wer welche
Erfahrungen

mit welchem Linux-System hat. Vielleicht kommen noch weitere
Rückmeldungen hierzu, oder nutzen die meisten nur Mint?
Wir könne ja mal einen populary contest ala Doodle bei der
TroLug machen, denn es wär ja vielleicht mal ganz interessant wie
die Verteilung bei uns ist.

Ich Nutze übrigens seit 2007 ausschliesslich Gentoo und wenn ich
das richtig weiss, dann haben wir mit mir mittlerweile sogar
vier Gentoo-User in der TroLug. Davon hätte ich noch vor ca. zwei
Jahren kaum zu hoffen gewagt. ;-)



Gruß, Meinrad
Am 19.02.2015 um 18:28 schrieb "Wolf-R. Müller":
Hallo Meinrad,
als stiller, interessierter Zuhörer der Liste eine kurze
Anmerkung zu
diesem Thema:
Als Alternative kann man m. E. auch Xubuntu (also Ubuntu mit

Xfce-Desktop) sehr empfehlen. Recht schlank, funktional und
hinreichend performant auch noch auf älterer Hardware, z. B.
auf
dem 7

Jahre alten schmalbrüstigen Aldi-Netbook meiner Frau, und
erst recht
auf meinem 7 Jahre alten DELL.
Hallo Wolf,

schade dass Du es immer noch nicht zu uns geschafft hast, wenn
ich Dich nicht irgendwann mal in Abwesenheit verpasst hatte.



Auch ich hab im November letzten Jahres für mein kleines Netbook
Xfce wiederentdeckt und bin von dessen Flexibilität recht
angetan.

In kürze soll ja die neue Version herauskommen, von der ich schon
die ein oder andere verbesserte Komponente im Einsatz habe.

http://www.pro-linux.de/news/1/22003/xfce-412-soll-bald-erscheinen.html




Es gibt auch noch andere Distros die das sehr schön
vorkonfiguriert zur Verfügung stellen. So hab ich vor ein paar
Monaten einem Bekannten Siduction mit Xfce auf dessen Netbook
installiert und hab mir da ein paar Anregungen zum Nachmachen
geholt.



<... andauernden Probleme mit Ubuntu ...>
Komisch. Mit EOL von XP war ich im letzten Frühjahr nach
einer
längeren Evaluierungsphase nach Ubuntu migriert.
Irgendwelche
Probleme

hatte ich mit keiner der von mir getesteten Ubuntu-Varianten,
und
incl. Boot geht's immer recht flott. Nur hatten mich Unity
oder auch
das seinerzeit neue Gnome mächtig genervt, und nachdem mir
der
KDE-Desktop von Kubuntu zu reich an verspieltem
Schnick-Schnack war,
bin ich glücklich bei Xubuntu gelandet und geblieben. Das war

zumindest seinerzeit m. E. die potentiell bessere Lösung,
weil auch
Upgrades problemlos on the fly funktionieren und man das
System wie
seinerzeit bei Mint nicht immer neu installieren mußte.
Aktuell
gibt's

mit 'Ubuntu Mate' ja nun einen weiteren klassischen Desktop.
gruß wolf
Ein anderer Bekannter hat sich das kürzlich auf sein Debian
stable installiert, aber so abgehangen wie die 4.10er Version ja
mittlerweile ist, nimmt es kein Wunder, dass es fast überall
verfügbar ist.



Gruß an alle TroLuger.



Andy





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