Hallo Ernst,

es ist jedem klar, daß Software Fehler enthält. Das
hat mit unfähigen Entwicklern nichts zu tun, sondern
mit zunehmend schwerer beherrschbarer Komplexität.

Manchmal ist weniger (eine schlanke Software) eben mehr.
Das Layouttool Eagle ist ein Beispiel, daß Gutes nicht
unhandlich aufgeblasen sein muss. In diese Software wurde
viel Hirnschmalz investiert und trotzdem sind heute noch
nur wenige MB zu installieren - trotz Einsatz unter Windows
_und_ Linux. Kleinerer Code ist vermutlich leichter zu warten
und fehlerarm zu halten.

Es ist klar, daß Marketing ein mächtiges Tool sein kann.

MS hat in der Tat bisher gerne Monopole aufgebaut
- manchmal auch mit faulen Tricks. Darüber gibt es
ja Literatur. Wenn MS eine Erkennung einbaut ins
Betriebssystem und dann mit seltsamen Meldungen
die Kunden verschreckt die Drittsoftware betreiben
wollten so ist das ja kein seriöses Vorgehen.

Für mich zählt vor allem die Produktivität, mit der
ich vorankomme. Daher nehme ich momentan für meine
Buchprojekte Writer und MS nur dort wo es sein muss
und besser geht.

Es sind _keine_ Mythen, wenn die Anzahl an offenen Issues
steigt. Das lässt sich nachprüfen.

"Herumhacken" auf Leuten, die immer noch die Vision
haben, daß der Wert eher in der Produktsubstanz liegen
sollte statt nur im Marketing empfinde ich als wenig günstig,
denn es dürfte sich als Illusion erweisen rein auf der
Marketingschiene MS bei Firmen und Privatleuten auszubremsen.

_Wenn OO Marktführer werden will_ ist es u.U. besser mit einem
überzeugenden Konzept voranzugehen als MS hinterherzudackeln.
Privatleute setzen oft zuhause das ein was sie aus der Fa. kennen.
Umlernen will/kann nicht jeder.

Firmen brauchen ein tragfähiges Migrationskonzept.
So was fällt nicht vom Himmel durch viel Marketing-Bla-Bla,
so wichtig das auch sein mag.

MS hat trotz viel Marketing Vista nicht so stark in den Markt
drücken können. Wenn OO so was versucht wird das aus
meiner Sicht scheitern. Letztlich war es die wenig geglückte
Produktsubstanz, die Vista zum frühen Absturz brachte.

Apple hat überzeugend gezeigt, daß Alternativen sehr wohl einen
Markt erobern können. Die PCs von denen haben sicher nicht
den großen Erfolg wegen des Marketinggeschwafels - sondern
weil es hier echte Verbesserungen in der Bedienbarkeit gibt.
Auch der Erfolg des I-Phones dürfte da zu suchen sein.
Der Erfolg für Apple ist da - trotz der hohen Preise !

Allein mit Marketing wäre dieser Erfolg für Apple gegen MS
wohl eher nicht gelungen. Das ist jedenfalls meine Meinung.

Liebe Grüße in die Schweiz
Matthias

Ernst Hügli schrieb:
Hallo André und Matthias

Wenn man führend werden will muss man
+ entweder extrem Werbung betreiben (teuer)
und den Leuten einreden per Propaganda
wie toll und geil doch OO ist.
+ oder ein besseres Produkt haben das sich
durch Empfehlung rasch verbreitet - und
so auch mal in Firmen reinkommt, wenn
es keine zu großen Umstellschwierigkeiten
verursacht.

Um Fehler rauszubekommen und die Bedienung
zu optimieren muss man zuhören wo im Feld
Probleme sind und diese schrittweise lösen.
Es ist zwar schon viel geschrieben worden, aber die letzten Posts zum Thema dürfen nicht unwidersprochen bleiben, und zwar zwei zentrale Aussagen von Euch beiden, denn sie kolportieren weit verbreitete Mythen..

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