Jörg Schmidt schrieb:
> Hallo *,
> 
> michael schrieb:
>> Klar sucht nicht jeder Nutzer Kontakt zur Community, aber mit ein paar
>> Dingen ist realitischerweise zu rechnen:
>>
>> z.B. vermehrte Supportanfragen über Foren, Chats, Mailinglisten, auf
>> Messen und anderen Events etc.
>>
>> z.B. vermehrte Bugreports, vor allem auch Du-(Multi-)plikate
>>
>> Dabei ist leider damit zu rechnen, was die Situation verschärft, dass
>> das Niveau der (Vor-)Kenntnisse tendenziell eher sinken wird.
> 
> ja sicher, aber was ist das denn für ein Argument ;-) ... wenn ich mich in 
> meiner beruflichen Tätigkeit weniger um Aufträge bemühe habe ich natürlich 
> auch mehr Freizeit ...
> 
Es gibt Unternehmen, die sich nicht um bestimmte Aufträge bewerben, weil
sie nicht weiter wachsen wollen, weil sie der Auffassung sind, eine
optimale Größe erreicht zu haben.

Wenn wir größer werden wollen, mit den beschriebenen Folgen, dann müssen
wir auch die Probleme, die sich hieraus ergeben nachhaltig lösen. Hierzu
sehe ich bislang wenig Ansätze. Ich höre vielmehr, dass sehr aktive
Mitglieder unserer Community die Grenzen ihrer Belastbarkeit erreicht
oder schon überschritten sehen. wir können bei weiterem Wachstum IMO
nicht so weitermachen wie bisher, sondern müssen unsere Strukturen
grundlegend ändern, was ein schwieriger Prozess zu werden droht.

>> IMO ist "Marktführerschaft" kein "naturgebenes" Ziel für ein
>> Freies-Software-Projekt 
> 
> aber OOo hat sich derzeitig wohl entschieden (siehe link von André) 
> 
> Diskutieren können wir zweifelsfrei alles, ich sehe nur keinen Sinn darin nun 
> auch noch offizielle Aussagen zu zerreden, an den Stellen wo eindeutige 
> Aussagen existieren.
> Nö, ich bestehe notfalls nicht mal /darauf/, bloß wenn die Vorgehensweise von 
> OOo zukünftig darin bestünde das Eine hinzuschreiben und das Andere zu 
> meinen, hielte ich das für falsch.
> 
> Meiner Meinung nach also: 
> Inhalt von http://about.openoffice.org/index.html ggf. kritisieren, 
> diskutieren, ändern - find ich prima, aber Inhalt unverändert lassen jedoch 
> in Praxis abweichend von Veröffentlichungen handeln, find ich eher schlecht.
>

Ich habe an andere Stelle schon dargelegt, dass "leading" eher
nichtssagend, keineswegs aber eindeutig ist.

> Und um es einmal deutlich zu sagen:
> ich bin keinesfalls unbedingter Befürworter einer allgemeinen 
> "Marktführerschaft" aber ich bin für marktorientiertes Handeln von OOo. (in 
> Abgrenzung zu nicht marktorientierten OSS-Projekten, die deshalb technisch 
> nicht schlecht sein müssen, nur eben nicht mein 'Ding' sind)
> 
>> Freie Software konkurriert weder mit proprietärer Software, 
> 
> Ich denke schon.
> 
> Ich bin tagtäglich in meiner Berufspraxis mit dieser Konkurrenz konfrontiert, 
> weil meine Kunden beispielsweise die Konkurrenz fragen was sie Umstellung von 
> MSO 2000 auf MSO 2007 kostet und mich fragen was Umstellung von MSO 2000 zu 
> OOo kostet und das insgesamt beste Angebot (technisch und monetär und 
> sonstige Aspekte) bekommt den Zuschlag.
> 
> Ich lese wenn MS wieder mal seine Berater losschickt, wenn irgendein 
> Bürgermeister in DE verlauten lässt er habe von OOo gehört und wolle sich mal 
> überlegen ob das nicht für seine Stadtverwaltung Sinn machen könnte - hat MS 
> nun nur Langeweile oder gehts nicht doch um Konkurrenz?
> 
> 
> Und ohne Zweifel:
> es gibt z.B. bei sourceforge zehntausende registrierte OSS-Projekte und 
> wahrscheinlich 95+% davon konkurrieren praktisch mit niemanden, das aber 
> mangels Masse, mangels Bekanntheit, mangels Relevanz - was wir aber in der 
> Entwicklung der Bedeutung von OSS, in ihrer öffentlichen Wahrnehmung und 
> ihrem tatsächlichen Einsatz in den letzten Jahren erleben ist alles im 
> Wesentlichen von Teilen der übrigen 5% bestimmt. 
> Hier jedoch ist Unterstützung durch Firmen ein ganz wesentlicher Faktor, 
> wobei gilt das Firmen ganz überwiegend nur unterstützen was sie für nützlich 
> (im letzten Sinne also gewinnbringend) erachten und das Individualisten als 
> Finanziers (wie z.B. Mark Shuttleworth / Ubuntu) eher dünn gesät sind.
> 

Du hast mich leider nicht vollständig zitiert. Ich habe begründet, warum
Freie Software nicht mit proprietärer konkurriert.

"Freie Software konkurriert" nicht "mit proprietärer Software, denn sie
hat eine besondere Qualität, die proprietäre Software den Anwendern,
dort Kunden genannt, vorenthält, nämlich die durch die Lizenz gewährten
Freiheiten"

Das ist gegenüber MSO ein Alleinstellungsmerkmal!

Natürlich konkurriert auch VW mit der Deutschen Bahn in gewisser Weise
bei der Befriedigung des Mobilitätsbedürfnisses, aber ein eigenes Auto
ist jedenfalls etwas ganz anderes als eine Bahnfahrkarte, sodass man VW
und die Deutsche Bahn allgemein nicht wirklich als Konkurrenten betrachtet.

Wir müssen den Nutzer diesen wesentlichen Unterschied nur klar machen,
denn er ist leider nicht so offensichtlich, wie im genannten Beispiel.

>> noch mit anderer Freier Software, da Lösungen, 
>> Features etc.
>> dort ausgetauscht und geteilt werden. 
> 
> Was sehr begrüßenswert wäre, aber leider längst nicht überall so ist. 
> In der z.B. ja nicht unbedeutenden Frage Implementierung des OOXML-Imports in 
> OOo (wo ja nun wirklich allenthalben verdeutlicht wird wie schwierig das 
> Ganze allein wegen des Umfangs ist) hatte ich z.B. vor einiger Zeit auf der 
> dev-Liste nachgefragt ob OOo mit KOffice oder Anderen kooperiere, das ist 
> aber nicht der Fall, wie einer der Entwickler (ich glaube Matthias) damals 
> schrieb.
> 

Dass leider nicht alles, was möglich ist und wünschenswert wäre, auch
tatsächlich umgesetzt wird, ist wohl wahr.

Gruß
Michael

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