Jörg Schmidt schrieb:

> ja, das ist wohl eine ganz realistische Schätzung für diesen Fall
> 
>> Selbst wenn die Zahlen der Leute, die in der Community aktiv sein
>> wollen, entsprechend stiege, wären wir wohl kaum in der Lage, diese
>> Leute zu integrieren, da schon unsere Strukturen nicht entsprechend
>> skalieren können.
>>
>> Zwar wäre auch mit weiterer professioneller Unterstützung zu rechnen,
>> aber auch diese müsste integriert werden.
> 
> (so ich Obiges richtig reflektiere:)
> 
> üben wir uns doch einfach mal in Normalität und nehmen zur Kenntnis das die 
> Mehrzahl [1] aller Nutzer OOo (wie jegliche sonstige Software) eigentlich nur 
> benutzen wollen und weder Beiträge leisten wollen noch was mit Community etc. 
> am Hut haben.
> Die wollen einfach nur gute Software und es ist primär UNSERE Vision (und 
> deshalb unsere Aufgabe) das das über OpenSource möglich ist und deshalb 
> sollten wir dafür einstehen.
> 
> Jeden Nutzer verkrampft in 'Strukturen' einbinden zu wollen erinnert, 
> zumindest mich, an die Gebahren der FSF sich inzwischen mehr um die 
> gesellschaftlich/politische Verfasstheit der Welt, denn um gute Software zu 
> kümmern ... oder daran das mir inzwischen auch fast jeder 
> Nicht-OSS-Produktanbieter eine kostenlose Mitgliedschaft in irgendeinem 
> 'coolen' 'Firmen/Anwender-Gemeinschaftsclub' schmackhaft machen will ...
> 

> 
> [1]
> ich denke mal es ist irgendwie realistisch das Verhältnis von 
> OpenOffice-Mithelfern (i.S. 'Community') zu OpenOffice-Nutzern insgesamt 
> bereits heute bei numerisch wohl weniger als 1:1000 zu sehen (selbst wenn ich 
> als Mithilfe bereits einfache Dinge wie zeitweiliges Beantworten von Fragen 
> in Foren ansehe) und das dürfte sich mit zunehmender Verbreitung eher 
> verschlechtern.
> Diejenigen die Interesse am Mitwirken in der Community haben sind schon heute 
> aktiv (nicht alle potentiellen Interessenten, aber wohl mehr als es insgesamt 
> ihrem relativen Anteil über alle NUtzer entspricht), obwohl 
> http://de.openoffice.info dafür nicht direkt relevant ist, kann man auch dort 
> gut nachvollziehen wie die allgemeine Tendenz ist, denn dort schreibt das 1% 
> der aktivsten Nutzer (140 von 14008 insgesamt) knapp 45% aller Beiträge 
> (59229 von 135198) und in etwa so dürfte auch das tendenzielle Interesse für 
> Teilnahme an der Community sein, es gibt einige, wenige Aktive und die 
> Mehrzahl ist eher nicht aktiv.
> 
> Insgesamt ist das aber meinerseits keinerlei Vorwurf, denn ich finde es 
> vollkommen normal das die breite Masse der Nutzer die Software OOo nur nutzen 
> wollen und sich nicht weitergehend persönlich beteiligen möchten.  
> 
Klar sucht nicht jeder Nutzer Kontakt zur Community, aber mit ein paar
Dingen ist realitischerweise zu rechnen:

z.B. vermehrte Supportanfragen über Foren, Chats, Mailinglisten, auf
Messen und anderen Events etc.

z.B. vermehrte Bugreports, vor allem auch Du-(Multi-)plikate

Dabei ist leider damit zu rechnen, was die Situation verschärft, dass
das Niveau der (Vor-)Kenntnisse tendenziell eher sinken wird.

Ich will wirklich niemanden davon abhalten, OpenOffice.org zu nutzen.

Ich will auch niemanden davon abhalten, seinen Beitrag dafür zu liefern,
dass es besser wird und mehr Freunde findet - ich will aber ins
Bewusstsein heben, dass mit zusätzlichen Nutzern auch die Belastung der
Community steigt, wobei man bereits jetzt schon von dem einen oder
anderen Mitglied hören kann, dass schon die anfallenden Aufgaben trotz
erheblichen Einsatzes teilweise nur unzureichend erledigt werden können.

Wer also "Marktführerschaft" für ein erstrebenswertes Ziel erachtet,
sollte sich über die Konsequenzen im Klaren sein und auch eine Antwort
darauf parat haben, wie Lösungen aussehen könnten.

IMO ist "Marktführerschaft" kein "naturgebenes" Ziel für ein
Freies-Software-Projekt (das mag für die Sponsorenunternehmen anders sein).

Ziel ist eine nützliche und fehlerarme Software.

Ziel ist es auch, den Nutzern Wahlfreiheit zu eröffnen.

Es ist auch erfreulich und richtig, wenn Freie Software statt einer
proprietären in Schulen, Verwaltungen etc. und Unternehmen verwendet
wird, wobei hier eher offene Standards das vordringliche Ziel sind.
("Marktführerschaft" ist vor allem dort ein Verkaufsargument, wo
proprietäre Formate vorherrschen und dem Kunden auf diese Weise
Investitionssicherheit und Austauschbarkeit von Dokumenten etc. mit
Kunden und Lieferanten suggeriert werden soll).

Freie Software konkurriert weder mit proprietärer Software, denn sie hat
eine besondere Qualität, die proprietäre Software den Anwendern, dort
Kunden genannt, vorenthält, nämlich die durch die Lizenz gewährten
Freiheiten, noch mit anderer Freier Software, da Lösungen, Features etc.
dort ausgetauscht und geteilt werden. Insoweit ist es regelmäßig auch
ein Verlust für andere Projekte, wenn ein Projekt eingestellt wird.

Also: Ziel ist ein nützlicheres und fehlerärmeres OpenOffice.org (im
Rahmen der Möglichkeiten), aber weder "Marktführerschaft", noch
"Weltherrsschaft" ;-).

Gruß
Michael



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