Hallo *,

michael schrieb:
> Klar sucht nicht jeder Nutzer Kontakt zur Community, aber mit ein paar
> Dingen ist realitischerweise zu rechnen:
> 
> z.B. vermehrte Supportanfragen über Foren, Chats, Mailinglisten, auf
> Messen und anderen Events etc.
> 
> z.B. vermehrte Bugreports, vor allem auch Du-(Multi-)plikate
> 
> Dabei ist leider damit zu rechnen, was die Situation verschärft, dass
> das Niveau der (Vor-)Kenntnisse tendenziell eher sinken wird.

ja sicher, aber was ist das denn für ein Argument ;-) ... wenn ich mich in 
meiner beruflichen Tätigkeit weniger um Aufträge bemühe habe ich natürlich auch 
mehr Freizeit ...

> IMO ist "Marktführerschaft" kein "naturgebenes" Ziel für ein
> Freies-Software-Projekt 

aber OOo hat sich derzeitig wohl entschieden (siehe link von André) 

Diskutieren können wir zweifelsfrei alles, ich sehe nur keinen Sinn darin nun 
auch noch offizielle Aussagen zu zerreden, an den Stellen wo eindeutige 
Aussagen existieren.
Nö, ich bestehe notfalls nicht mal /darauf/, bloß wenn die Vorgehensweise von 
OOo zukünftig darin bestünde das Eine hinzuschreiben und das Andere zu meinen, 
hielte ich das für falsch.

Meiner Meinung nach also: 
Inhalt von http://about.openoffice.org/index.html ggf. kritisieren, 
diskutieren, ändern - find ich prima, aber Inhalt unverändert lassen jedoch in 
Praxis abweichend von Veröffentlichungen handeln, find ich eher schlecht.

Und um es einmal deutlich zu sagen:
ich bin keinesfalls unbedingter Befürworter einer allgemeinen 
"Marktführerschaft" aber ich bin für marktorientiertes Handeln von OOo. (in 
Abgrenzung zu nicht marktorientierten OSS-Projekten, die deshalb technisch 
nicht schlecht sein müssen, nur eben nicht mein 'Ding' sind)

> Freie Software konkurriert weder mit proprietärer Software, 

Ich denke schon.

Ich bin tagtäglich in meiner Berufspraxis mit dieser Konkurrenz konfrontiert, 
weil meine Kunden beispielsweise die Konkurrenz fragen was sie Umstellung von 
MSO 2000 auf MSO 2007 kostet und mich fragen was Umstellung von MSO 2000 zu OOo 
kostet und das insgesamt beste Angebot (technisch und monetär und sonstige 
Aspekte) bekommt den Zuschlag.

Ich lese wenn MS wieder mal seine Berater losschickt, wenn irgendein 
Bürgermeister in DE verlauten lässt er habe von OOo gehört und wolle sich mal 
überlegen ob das nicht für seine Stadtverwaltung Sinn machen könnte - hat MS 
nun nur Langeweile oder gehts nicht doch um Konkurrenz?


Und ohne Zweifel:
es gibt z.B. bei sourceforge zehntausende registrierte OSS-Projekte und 
wahrscheinlich 95+% davon konkurrieren praktisch mit niemanden, das aber 
mangels Masse, mangels Bekanntheit, mangels Relevanz - was wir aber in der 
Entwicklung der Bedeutung von OSS, in ihrer öffentlichen Wahrnehmung und ihrem 
tatsächlichen Einsatz in den letzten Jahren erleben ist alles im Wesentlichen 
von Teilen der übrigen 5% bestimmt. 
Hier jedoch ist Unterstützung durch Firmen ein ganz wesentlicher Faktor, wobei 
gilt das Firmen ganz überwiegend nur unterstützen was sie für nützlich (im 
letzten Sinne also gewinnbringend) erachten und das Individualisten als 
Finanziers (wie z.B. Mark Shuttleworth / Ubuntu) eher dünn gesät sind.

> noch mit anderer Freier Software, da Lösungen, 
> Features etc.
> dort ausgetauscht und geteilt werden. 

Was sehr begrüßenswert wäre, aber leider längst nicht überall so ist. 
In der z.B. ja nicht unbedeutenden Frage Implementierung des OOXML-Imports in 
OOo (wo ja nun wirklich allenthalben verdeutlicht wird wie schwierig das Ganze 
allein wegen des Umfangs ist) hatte ich z.B. vor einiger Zeit auf der dev-Liste 
nachgefragt ob OOo mit KOffice oder Anderen kooperiere, das ist aber nicht der 
Fall, wie einer der Entwickler (ich glaube Matthias) damals schrieb.


Bitte Entschuldigung für meine Einwürfe, aber ich wollte doch gerne zu den 
Markt-tangierenden Fragen meine Meinung sagen.




Gruß
Jörg


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