Jörg Schmidt wrote:

> Das sage ich auch nicht, ich trete nur der Annahme entgegen das OOo in
> gleichem Maße wie jeder x-beliebige 'ODF-Format-Implementator' ohne
> Informationsvorsprung bezüglich des Formats und notwendiger
> Implemetierung war.

Das ist natürlich richtig. Ich bezog mich auch nicht auf OOo, sondern
auf ODF. Die Konkurrenz wehrt sich ja gerne gegen den Vorwurf, OOXML sei
nix anderes als das hauseigene Format in XML gegossen mit der Replik,
das sei bei ODF nicht anders, aber das ist IMHO schlicht Unsinn.

Das OOo-"eigene" Format war das alte binäre, das zeigt nämlich, wie die
Dokumente im Inneren aufgebaut sind. Selbst ein kurzer Blick sollte
zeigen, dass ODF komplett anders ist. Und genau das erkennt man unter
anderem auch daran, dass OOo noch nicht alles in ODF so gut unterstützt,
wie wir es gerne hätten. Wenn wir wir MS einfach das Binärformat von
StarOffice in XML überführt hätten, hätten wir sicherlich überhaupt
keine Probleme. *Dass* wir Probleme haben, zeigt dann im Umkehrschluss,
dass wir eben nicht das getan haben, was MS in OOXML getan hat.

Dass OOo natürlich trotzdem einen Vorsprung gegenüber anderen
ODF-Implementatoren hat, weil wir parallel zur Spezifizierung von ODF
schon eine Implementierung erstellt hatten, ist klar. Aber das wollte
ich auch gar nicht thematisieren. Hoffe das jetzt klargestellt zu haben.

> Aus den bekannten Veröffentlichungen zu Tests(**) wie gut die Standards
> eingehalten werden, kann ich nicht erkennen das OOo seinen Vorlauf
> adäquat genutzt hätte so ich nicht sehe das OOo merklich besser als
> KOffice dasteht.

Ich weiß jetzt nicht, welche Tests du meinst, ich kenne die von der ODF
Alliance. Und obwohl die Tests nicht neutral sind (schau mal nach, wer
die geschrieben hat) und die Ergebnisse in weiten Teilen falsch
wiedergegeben sind, schneidet OOo immer noch deutlich besser ab als
K-Office. Das ist auch kein Wunder, wie jeder kurze Praxistest sofort
zeigt. Man kann halt jede Applikation in ein schlechtes Licht rücken,
man muss nur den Test entsprechend tunen.

Wir haben übrigens den Testautoren per Mail mitgeteilt, dass ein Teil
der Tests falsch oder unsinnig ist und dass gerade im Writer ein nicht
unerheblicher Teil der veröffentlichten "Testergebnisse" für OOo
schlicht und ergreifend falsch ist. Wir haben sogar unsere Mitarbeit
angeboten, bessere und breiter ausgerichtete Tests zu erstellen. Es gab
aber keine Reaktion. Nun ja, da mal sich jeder seinen Teil denken.

Aus den USA kenne ich nur Tests von Intel. Und auch da ist OOo um Längen
besser als K-Office. Das ist ja auch nicht verwunderlich und kein
Vorwurf an K-Office. Ich erwähne es auch nur, weil du das Gegenteil
behauptest.

Außerdem: ich sehe den Vorteil von ODF nicht darin, Dokumente in
verschiedenen Applikationen pixelgenau identisch zu rendern. Der Vorteil
von ODF ist die Implementierbarkeit und die Orientierung an
existierenden Standards. Und vor allem darin, nicht vom Wohl und Wehe
eines Herstellers abhängig zu sein. Wird in diesem Thread jetzt langsam
OT, sorry.

Ciao,
Mathias

-- 
Mathias Bauer (mba) - Project Lead OpenOffice.org Writer
OpenOffice.org Engineering at Sun: http://blogs.sun.com/GullFOSS
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I use it for the OOo lists and only rarely read other mails sent to it.

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