On 16.07.2010 13:21, Andre Schnabel wrote:
Hmm .. moin nochmal,



Ein schlecht zu diffendes Format lässt aber das Repository explodieren.
Das ist momentan schon nicht mehr akzeptabel. Irgendwann besteht unser
Repository zu mehr als 50% als l10n. Jeder, der damit arbeitet, zahlt
dafür den Preis.

Aber OK, wenn wir endlich mal l10n aus dem OOo Repo raus hätten, müssten
dann nur noch diejenigen den Preis zahlen, die den Schmerz haben wollen.
:-)


Hast du schonmal einne Übersetzung mit insgesamt 500k Wörtern, bei einem
6monatigem Änderungsvolumen von ca. 20-30k Wörtern betreut und versucht,
dafür Helfer zu finden? Helfer, die hauptsächlich gut formulieren können,
sprachlich sicher und fachlich treffende Ausdrücke finden können?

Ich glaube nicht, dass wir uns auch nur ansatzweise verstehen, wenn wir
über "Schmerzen" reden, ohne die Schmerzen des jeweils andern wirklich
erlebt zu haben.


Richtig. Nur sind die "richtigen" Werkzeuge nicht automatisch die, die
möglichst ohne Hirneinsatz benutzt werden können.

Genau - nur scheinen viele Entwickler der Meinung zu sein, man braucht
nur ein bisschen diff und sed und Kenntnisse wie man diese Werkzeuge
bedient und schon hat man am Ende eine gute Übersetzung.

Ich finde solche Aussagen ehrlich unverschämt. Keiner hat gesagt, dass
die Werkzeuge, die einen Übersetzungsprozess unterstützen einfach zu
bedienen sind. Und keiner, der mal eine volle Übersetzungsrunde
mitgemacht hat wird wohl auf die Idee kommen, dass man das "ohne
Hirneinsatz" hinbekommen könnte. Nur sollte das Hirn doch am besten
für meine konkrete Aufgabe - Übersetzen - benutzt werden.

Du unterstellst, dass die Übersetzer direkt mit dem "gut zu diffenden Format" arbeiten sollen - das habe ich aber explizit verneint:

Aus eurer Sicht würde ich mal vermuten, dass es auch ein simples
Konvertieren des SCM-Formats in das für das jeweilige
Lokalisierungsteam bevorzugte "Arbeitsformat" geben sollte. Das
sollte nämlich auf dem SCM aufsetzen, nicht auf einer Datenbank als
Zwischenmedium.
Also noch einmal: IMHO sollte für das Speichern der Übersetzungen im SCM ein dafür besser geeignetes Format benutzt werden als das jetzige sdf-Format. Übersetzern sollte durch ein einfaches Tooling eine Konvertierung in ein Ihnen genehmes Format (und zurück) geliefert werden. Jeder, der diese Konvertierung bedienen kann, sollte dann auch in der Lage sein, die Übersetzungen einzuchecken und einfach und schnell selbst ein Language Pack zu bauen. Wer sich dazu nicht in der Lage sieht, nimmt wie bisher die Hilfe des OOo Release Engineering an, muss dann aber auch immer warten, bis von da wieder ein Build zur Verfügung gestellt wird.

Natürlich wäre es noch besser, wenn man gar nicht konvertieren müsste, wenn das für Übersetzungen geeignete Format direkt auch für den Einsatz im SCM taugen würde. Da stimme ich dir zu. Nur wäre es für mich nicht unbedingt erforderlich.

Mann muss bei der
Effizienz von Werkzeugen immer den kompletten Prozess im Auge behalten,
nicht nur den einzelnen Arbeitsschritt. Sonst optimiert jeder seinen
eigenen Teil und es knirscht an den Schnittstellen.

Jepp , aber gerade die Seite Entwicklung und tooling ist im heutigen
Prozess absolut federführend und (bis auf wenige Ausnahmen) nicht gewillt,
über den Tellerrand zu blicken.

SDF wird schon lange von verschiedenen Seiten als mangelhaft kritisiert,
trotzdem scheitert ein nachdenken über Alternativen schon daran, dass SDF
"schnell" ist und alles andere den Buildprozess verlangsam würde.

Nun, wie du siehst, gilt das zumindest nicht für jeden in der Entwicklung. Ich halte das jetzige sdf für ein ungeeignetes Format, und zwar durchaus *auch* aus anderen Gründen als du. Es ist sogar eher ein worst case, da es weder für die Verwendung beim Übersetzer noch für das SCM geeignet ist.

Ich weiß aber auch, dass Änderungen Zeit brauchen, und dass eine Änderung alle Aspekte im Auge behalten muss. Daher lege ich mich in meiner Vorstellung nicht auf ein Format fest, sondern formuliere zunächst Anforderungen an den Prozess. Würdest du denn ein Problem darin sehen, so vorzugehen, wie ich es oben beschrieben habe? Ich denke eigentlich, damit die "Nicht-Techies" hinreichend komfortabel anzubinden, den "Techies" aber mehr Möglichkeiten an die Hand zu geben.

Ciao,
Mathias

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Mathias Bauer (mba) - Project Lead OpenOffice.org Writer
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