Liebe Freunde!
Als ich noch öfters mal als "armer" Anwender einen Blick in die
Hilfedateien von z. B. Writer werfen musste, hat es mich geschaudert - das
Deutsch, und ich habe mir in meiner widerlichen Arroganz gedacht: "Mach
doch mit, damit wenigstens einer mehr dabei ist, der ordentlich Deutsch
kann." Denn das Problem scheint weniger die Übersetzung aus dem Englischen
als vielmehr die anwendergerechte Formulierung in Deutsch zu sein. Das wohl
abstoßendste Beispiel in diese Richtung liefert Microsoft. Nur gut
geschulte IT-Fachkräfte verstehen das Kauderwelsch von Bill Gates. Und eben
wider dieses Kauderwelsch bei Open Office wollte ich einst antreten, hatte
ich mir gedacht.
Da gab mir am Anfang ein Mensch hier in der Liste den guten Rat, doch erst
mal eine ganze Zeit mitzulesen, auf dass ich mich nicht irgendwann
frustriert abwende. Und der Rat war sehr weise. Wenn ich die Debatte hier
verfolge, kommt es mir ehrlich gesagt hoch. Man streitet sich um des
Kaisers Bart statt um die vernünftige verbale Darstellung von
Sachverhalten. Mir ging es um ein ordentliches und verständliches Deutsch
in der Hilfe statt um 110s und SDF, XML oder das geeignete Datenformat bzw.
die Übersetzung von einem Format ins andere.
Um also beim gewählten Beispiel zu bleiben: Es ist gleichgültig, ob der
Autofahrer seinen Motor selber baut under einen von Opel nimmt; wenn er ihn
nicht bauen kann, dann gibt es eh Werkstätten dafür. Aber Auto fahren muss
er mit dem Ding können, sonst kann er - statt eines schönen Chassis - auf
den Motor oder gar das ganze Auto sch... Endlich weiß ich, warum es so
schlechte Hilfedateien durch die ganze IT-Welt hindurch gibt: Weil jeder
nur Programme entwickelt, ohne dabei an die Anwender zu denken oder weil
man sich um Nebensächlichkeiten streitet.
Mir ging es seinerzeit um ein ordentliches und handhabbares Werkzeug für
die Anwender, aber das kann man sich abschminken. Wenn sich das auch durch
andere Bereiche so durchzieht, dann ist Open Office irgendwann nicht mehr
wert als MS Office und vielleicht nicht mal mehr kostenlos. Es tut mir
leid, dass ich mich außer Stande sehe, da mitzuarbeiten. Das ist mir
einerseits zu hoch und geht mir andererseits am eigentlichen Problem
vorbei. Aber ich werde trotzdem weiter mitlesen.
LG Falk
Andre Schnabel schrieb:
Hmm .. moin nochmal,
Ein schlecht zu diffendes Format lässt aber das Repository explodieren.
Das ist momentan schon nicht mehr akzeptabel. Irgendwann besteht unser
Repository zu mehr als 50% als l10n. Jeder, der damit arbeitet, zahlt
dafür den Preis.
Aber OK, wenn wir endlich mal l10n aus dem OOo Repo raus hätten, müssten
dann nur noch diejenigen den Preis zahlen, die den Schmerz haben wollen.
:-)
Hast du schonmal einne Übersetzung mit insgesamt 500k Wörtern, bei einem
6monatigem Änderungsvolumen von ca. 20-30k Wörtern betreut und versucht,
dafür Helfer zu finden? Helfer, die hauptsächlich gut formulieren können,
sprachlich sicher und fachlich treffende Ausdrücke finden können?
Ich glaube nicht, dass wir uns auch nur ansatzweise verstehen, wenn wir
über "Schmerzen" reden, ohne die Schmerzen des jeweils andern wirklich
erlebt zu haben.
Richtig. Nur sind die "richtigen" Werkzeuge nicht automatisch die, die
möglichst ohne Hirneinsatz benutzt werden können.
Genau - nur scheinen viele Entwickler der Meinung zu sein, man braucht
nur ein bisschen diff und sed und Kenntnisse wie man diese Werkzeuge
bedient und schon hat man am Ende eine gute Übersetzung.
Ich finde solche Aussagen ehrlich unverschämt. Keiner hat gesagt, dass
die Werkzeuge, die einen Übersetzungsprozess unterstützen einfach zu
bedienen sind. Und keiner, der mal eine volle Übersetzungsrunde
mitgemacht hat wird wohl auf die Idee kommen, dass man das "ohne
Hirneinsatz" hinbekommen könnte. Nur sollte das Hirn doch am besten
für meine konkrete Aufgabe - Übersetzen - benutzt werden.
Mann muss bei der
Effizienz von Werkzeugen immer den kompletten Prozess im Auge behalten,
nicht nur den einzelnen Arbeitsschritt. Sonst optimiert jeder seinen
eigenen Teil und es knirscht an den Schnittstellen.
Jepp , aber gerade die Seite Entwicklung und tooling ist im heutigen
Prozess absolut federführend und (bis auf wenige Ausnahmen) nicht gewillt,
über den Tellerrand zu blicken.
SDF wird schon lange von verschiedenen Seiten als mangelhaft kritisiert,
trotzdem scheitert ein nachdenken über Alternativen schon daran, dass SDF
"schnell" ist und alles andere den Buildprozess verlangsam würde.
Gruß,
André
PS.:
ein paar Argumente gegen SDF und das "es ist aber schnell" sind hier
zu finden:
http://www.openoffice.org/issues/show_bug.cgi?id=80789
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