Am Fri, 4 Dec 2009 18:40:59 +0100
schrieb Knittl <[email protected]>:

> 2009/12/4 Karl Köckemann <[email protected]>:
> jede spielekonsole und jeder handheld (und noch früher gamepads und
> joysticks) haben ein steuerkreuz.
> [...]
> ich bin noch immer der meinung, dass ein steuerkreuz gehirngerechter
> als eine zeile ist. siehe vorigen absatz

←↓→ mit darüberliegendem ↑ stellt kein Kreuz dar. Ein Kreuz ist auf dem
NumPad im NumLock-Modus gegeben, das tatsächlich wieder gehirngerechter
ist, da bei beiden vertikalen Funktionen ein Reihenwechsel stattfindet
und bei beiden horizontalen Funktionen direkt angeschlagen wird - also
eine Ähnlichkeit, die bei ←↓→ in einer Zeile nicht gegeben ist.
Probiere mal die Steuerkreuzanordnung auf dem NumPad aus: Sie geht
leichter von der Hand als ←↓→ in einer Zeile.

Für eine Anordnung mit einem echten Steuerkreuz liegt kein Vorschlag
vor. An das Numpad-Steuerkreuz bzw. ein externes Keypad gewohnte
Menschen könnte so eine Variante (Kreuz-KP) interessieren:

⌧       ⇱       ↑       ⇞       ⌫
⌦       ←       ⇥       →       ↶
⎀       ⇲       ↓       ⇟       ↲

Beachtet man die vorwiegenden Gebrauchsweise der Funktionen, sowie
deren Gebrauchshäufigkeit dann kann Backspace in Kreuzmitte und
Home, End, Insert in die untere Reihe, sowie Enter, Tab und
Insert nach rechts. Dann ergeben sich zwar weniger erfüllte
akademische Werte, aber vielleicht eine vertretbare Bedienbarkeit:
⌧       ⇞       ↑       ⇟       ↲
⌦       ←       ⌫       →       ⇥
↶       ⇱       ↓       ⇲       ⎀

Angesichts der vielen Beiträge zu dem Thema kann ich mir gut
vorstellen, dass das alles schon mal da war.

Gibt es einen zusammengefassten Stand der Dinge zur Ebene4?

Gibt es schon Varianten, die allgemein abgelehnt werden?

> sind bigramme beim navigationsblock wirklich wichtig oder
> vernachlässigbar? bigramme wie return+tab eventuell, aber ob man
> pgup+pgdn wirklich als bigramm zählen kann?

Das ist wirklich nicht einfach, herauszubekommen, welche
Funktionenbigramme als relevant eingestuft werden können und welche
nicht.

> > Zudem kann überlegt werden, ob manche Anforderungen verzichtbar
> > sind, z. B. Escape in die obere linke Ecke zu legen. In der
> > Bevölkerung wird es zu wenige Anwender geben, die Escape
> > tatsächlich oft genug gebrauchen (dazu zähle ich mich), als dass
> > für Escape ein so guten Platz gerechtfertigt werden könnte. Naja,
> > bei ſ wird es auch so sein - ob es einen so guten Platz halten
> > können wird, wenn erst viele Menschen mit Neo zu tun haben und
> > Wünsche äußern, wage ich zu bezweifeln.
> 
> in der bevölkerung wahrscheinlich schon, aber viele neolinge – vor
> allem die »wie-eier« – wollen unbedingt eine gut erreichbare position
> für escape, da nun mal die meisten vi-shortcuts mit escape beginnen.
> darum wurde bei der letzten inkarnation von leia auch esc wieder auf
> die aktuelle position gelegt, um so die mir bekannten vi-nutzer
> zufrieden zu stellen.

Für uns selber entwickeln wir, das ist ohnehin klar. Aber für wen
sonst noch?
Die breite Bevölkerung weiß nicht einmal, was vi ist. Ihr
wird - wenn die Informationskampagne so weit greifen sollte - mit Neo2
eine Belegung vorgestellt, die so manche ihrer Gewohnheiten in die Irre
führt.
Wo ein Schnuppernder ein : erwartet, erhält er •, ein ℓ bei der Suche
nach &, und das € findet er nicht auf der e-Taste. Sofern er dann noch
guten Mutes ist, möchte er vielleicht einen Bekannten mit einem ‰
beeindrucken, findet es aber nicht, da es das nicht in der Nähe des
% gibt - und stolpert hindessen über ein ſ an erstaunlich guter Stelle.
Wenn er danach immer noch bei Neo2 bleibt, dann wird wohl auch ihn der
Virus erfasst haben … ;-)
Solche Anfangsschwierigkeiten wird jeder berichten können. Mir ist klar,
dass vieles nicht nennenswert anders geht, alles zusammenhängt und
selbstverständlich gut durchdacht ist. Oft genug konnte ich hier lesen,
dass Neo später vorwiegend von Programmieren oder … oder von welchen
Fachleuten auch immer genutzt werden würde. Woher soll man das schon
jetzt wissen? Werden nicht auch „Laien“, womöglich mit gesundheitlichen
Einbußen wegen häufigen Tastaturgebrauchs in einem Schreibberuf, eines
Tages auf Neo treffen? Für welchen deutschprachigen Personenkreis Neo
entwickelt wird, das bleibt mir wohl ein Rätsel.

Mit netten Grüßen
Karl



Antwort per Email an