Hannes Kuhnert <hannes.kuhnert <at> gmx.de> writes:
> MX schrieb:
> > Dass NEO wirklich nur für die Profis gedacht ist zeigt sich mE schon
> > daran, dass bei extrem vielen Aspekten - und damit meine ich nicht
> > nur das Layout - auch nur *an* die Profis gedacht wurde.
> > Dass dementsprechend auch nur diese NEO nutzen, ist
> > logischerweise die Folge.
> 
> Da widerspreche ich.

Kannst Du gerne tun und Analogien noch und nöcher bringen, was aber nichts
an den Fakten ändert: Dass sich nämlich Normalnutzer von Neo offensichtlich
nicht angesprochen fühlen.

> Obige Argumentation entspricht weitgehend diesem Muster:
> „Unsere Regionalbahn 
> hat jetzt Snack-Automaten an Bord. Daher sind die Leute, die sich ihr 
> Brötchen lieber selber mitbringen, kaum noch in den Zügen zu sehen.“

Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich. Wenn schon, dann wird so ein
Schuh draus:

„Unsere Regionalbahn hat jetzt Snack-Automaten an Bord. Daher sind die
Leute, die sich ihr Brötchen lieber selber mitbringen, kaum an den
Snack-Automaten zu sehen.“

Aber wie oben gesagt: Solche Analogien helfen nicht weiter.


> Dass bei vielen Aspekten nur an ‚Profis‘ gedacht wurde,
> heißt überhaupt nicht, dass NEO deshalb für andere weniger
> interessant wäre.

Wieviele Otto-Normalverbraucher, die Neo nutzen, gibt es denn? Welchen
Anteil der Gesamtnutzer stellen sie? Wie sehen denn die Downloadzahlen der
Treiber aus?

> Das Meiste kann man schlicht ignorieren bzw. man ignoriert
> es automatisch, wenn es einen nicht interessiert.

Du schließt hier von Dir auf andere. Der Profi ist in der Lage gezielt zu
selektieren, zu ignorieren und sich davon nicht verwirren zu lassen.

Den Laien verwirrt's und er wendet sich ab.

In den 90'ern mag es noch en-vogue gewesen sein, dass Technik mit dem
kokettierenden Anspruch auftrat: "Wer etwas von mir haben will, soll sich
gefälligst anstrengen." Heute geht das so nicht mehr. Wer hier nicht dem
Kunden entgegenkommt, verliert bzw. wird links liegen gelassen. Verlangst Du
vom Kunden zuviel - wobei "zuviel" am Maßstab des Kunden zu messen ist -
wendet er sich ab.

Man muss die Kunden da abholen, wo sie stehen. Man darf sie nicht überfordern.

Für Profis eine nervige Sache, denen der Umgang in einem ihrer
Spezialgebiete naturgemäß sehr leicht fällt. Nicht umsonst haben
erfolgreiche Firmen in der Regel nicht nur mit Technik-Profis in ihren Teams.

> Dann bleibt als Unterschied zu den gängigen Layouts die 
> Buchstabenanordnung – und das ist m. E. immer noch der
> Keim oder auch Kern von NEO und für jedermann in gewissem
> Maße bedeutsam.

Der Unterschied zu den gängigen Layouts besteht zum Beispiel darin, dass

a) man Neo in Bezug auf die Konstanz in der Zukunft nicht trauen kann. Siehe
mein OP. Einmal Neulernen ist für den Laien schon übel. Die Aussicht, dass
alle paar Jahre wieder tun zu dürfen, weil der Trend jetzt zu der
Tastenanordnung EI anstelle IE geht, ist völlig inakzeptabel.

b) Wie an anderer Stelle im Thread angeklungen ist, scheint es noch nicht
einmal eine massentaugliche Möglichkeit zu geben, eine Tastatur mit
Neo-Layout brauchbar zu bedrucken. Klar. Ihr habt bestimmt alle von den
Fernbedienungen eurer Fernseher und den Knöpfchen an den Haushaltsgeräten
als allererstes die Beschriftung abgekratzt und die Displays überklebt, weil
ihr die Dinger schließlich blind bedienen lernen wollt. Und im Auto ist auch
der Tacho überklebt, denn schließlich will man ja ohne so profane Mittel
auskommen. Ohne ist eh viel besser als ständig den Blick von der Straße
nehmen zu müssen, um die Geschwindigkeit zu kontrollieren. Navis nutzt ihr
auch nicht, die euch jede einzelne Abzweigung auch dann noch freundlich
vorkauen, wenn ihr schon zehnmal daran vorbei gefahren seid, denn man findet
sich ja blind zurecht. Versucht "eure" Welt doch einfach mal von außen zu
betrachten. :-) 

c) Soweit ich das verstanden habe, enthalten die ersten beiden Ebenen von
Neo gar nicht alle Zeichen, die der normale Nutzer benötigt, sodass er
extensiv eine dritte Ebene lernen und nutzen muss. Aber das Denken in x
Ebenen erfordert nunmal einige.

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