Bezug:
Gesendet: Dienstag, 04. Juni 2013 um 20:10 Uhr
Von: h0228kdm <[email protected]>
An: [email protected]
Betreff: [WISS-ORG] Langfassung: Über die Darstellung einer deduktiven Wissenschaft als Deduktgeflecht
Von: h0228kdm <[email protected]>
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Betreff: [WISS-ORG] Langfassung: Über die Darstellung einer deduktiven Wissenschaft als Deduktgeflecht
Lieber Herr Umstätter,
ich bezog mich auf Ihre Aussage
>>> Genau das sehen wir in der Mathematik, in der wir ja immer wieder erstaunt sind,
>>> dass sich aus ihrer Axiomatik heraus so viele naturwissenschaftlich beobachtete
>>> Phänomene herleiten lassen.
Und antwortete:
>> Aus der Axiomatik der Mathematik heraus lassen sich keine naturwissenschaftlich beobachtete
>> Phänomene herleiten. Letzteres ist möglich durch Gesetze wie K = M x B, und diese folgen
>> nicht aus der Mathematik.
Mit ‚Letzteres‘ meinte ich die Herleitung naturwissenschaftlicher Phänomene. Damit hatte ich eigentlich schon die Antwort auf Ihre Frage nach der Korrespondenz zwischen realer Welt und mathematischer Darstellung vorweggenommen.
> "Inhaltliche Aspekte gehen nicht ein", schreiben Sie, und das ist der Unterschied zwischen
> theoretischer Physik und Mathematik.
Das ist nur die halbe Wahrheit; bei mir heißt es nämlich:
> Eine Herleitung erfolgt mit rein syntaktischen Mitteln; inhaltliche Aspekte gehen nicht ein,
> so dass spätestens hier alle Aussagen den gleichen Status haben.
Also bei einer HERLEITUNG gehen keine inhaltlichen Aspekte ein, und in diesem Punkt gibt es keinen Unterschied zwischen theoretischer Physik und Mathematik. Entsprechendes gilt schon für ganz einfache Fälle: Wenn man ausrechnen will, was 18 Flaschen Wein zu 5,35 Euro kosten, so geht doch in die schriftliche Multiplikation auch nicht ein, dass sich die Zahlen auf Wein bzw. Euro beziehen.
> Es ist mir völlig schleierhaft, wie Sie eine Korrespondenz zwischen der Realen Welt
> und Ihrem Deduktgeflecht herstellen.
Siehe oben. Im Übrigen enthält ein Deduktgeflecht die gleichen Gleichungen wie sie auch in einem Lehrbuch der theoretischen Physik stehen; ich habe ja zwei Beispiele angegeben. Ich mache also mathematisch nichts anderes, als was in den Lehrbüchern steht; allerdings bringe ich die Gleichungen in eine bestimmte Ordnung. Also entweder gibt es diese Korrespondenz schon in der theoretischen Physik nicht, oder wenn doch, übernehme ich sie einfach von dort.
Viele Grüße
Peter Jaenecke
